8.7. Wenn Zweifel zum Bedürfnis werden

Vom Bedürfnis des Zweifelns...

Diese Seite ist Rene L. gewidmet.

 
Jeder Mensch hat das Grundbedürfnis nach einem Weltbild, was in sich logisch aufgebaut und sinnvoll erscheint.
Es gilt das emotionale Gleichgewicht zu wahren, was nun mal ein Produkt des inneren Weltbildes darstellt.
Dinge, denen man einmal sein Vertrauen geschenkt hat werden daher kaum angezweifelt, wogegen den Dingen, die das eigene Weltbild umkrempeln würden, eher nicht vertraut wird.
 
Noch eine Interessante Beobachtung die ich gemacht habe ist daher, das jeder Mensch nur den Informationen vertraut, die seinen menschlichen Bedürfnissen entspricht, was letztlich aus seinem Weltbild resultiert, bzw. Informationsquellen kaum hinterfragt werden solange sie die eigene Meinung unterstützen (so kam es, das man Fälschungen von "Missing Links" einige Zeit lang blind vertraute).
Oder anders formuliert, der Mensch zweifelt nur das an, was gemäß seinen Bedürfnissen es von Wert ist angezweifelt zu werden.
Und dabei ist es völlig egal, ob man Atheist, religiöser Fundamentalist oder irgend etwas dazwischen ist.   
Das, was ein Mensch nicht glauben will, wird angezweifelt - dabei zieht er eine imaginäre Toleranzgrenze zwischen allem was seinen Weltbild entspricht und dem was nicht da rein passt - dieses Vorgehen wird kurioserweise niemals angezweifelt.
Das, was ins Bild passt, wird natürlich nicht angezweifelt, was wiederum zweifelhaft ist aber wiederum auch nur menschlich.
So ist es für mich ohne Zweifel, aufgrund der geschichtlichen Nachweise, das Jesus gelebt hat - andere dagegen pflegen diese Beweise anzuzweifeln, was für mich ein Vorgang wäre, der wiederum für mich als Zweifelhaft erscheint.
 
 
Das das Leben eine Folge eines Initiators sein muss ist für mich ebenso klar, wie es einen Jesus gegeben hat.
Andere Zweifeln dies an, weil sie Angst haben in einer Religion eine innere Freiheit zu verlieren, weil sie als ZJ verletzt wurden - hier hat man es nie gelernt den persönlichen Glauben von den Verhaltensweisen innerhalb der Religionen zu differenzieren.
 
Somit zweifel ich an Dinge, die für andere Menschen wiederum nicht angezweifelt werden, ganz einfach weil wir alle dem Bedürfniss nachgehen nur so weit zu zweifeln wie es uns passt.
 Ich zweifel also Aussagen an die behaupten, das alles auch ohne Gott funktioniert haben soll, während andere Menschen gemäß ihren Bedürfnissen (für manche ist es ein Bedürfnis das es keinen Gott geben darf – also darf es ihn auch argumentativ nicht geben), diese nicht anzweifeln würden.
 
Wir finden Zweifel in seiner natürlichen Form, wenn der Mensch glaubt und lebt, wie es ihm ein Bedürfnis ist und etwas in seinem Alltag ihn begegnen lässt, was er so ohne weiteres nicht glauben kann.
 
Zweifel in einer Kunstform begegnet man, wenn der Mensch an sich das Opfer einer Reihe von Manipulationen geworden ist, wo man nicht mehr von einem natürlichem Zweifel reden kann, sondern von einer pikeren Vorstellung, das Zweifel etwas negatives ist.
Der Zweifel hat dann sein natürliches Streben nach Gleichgewicht verloren, dem Streben nach Wahrheit, wenn man es dann als ein „negatives nagen“ empfindet.
Es ist dann mit einem Gefühl der Unsicherheit und Verlorenheit verbunden, wenn jemand zum Beispiel in seinen bisherigen Weltbild erschüttert wurde.
Das kommt daher, weil es "Krücken" gibt mit denen man das Leben zu meistern sucht, welche nach einer Aufklärung (z.B. das der "Sklave" mit manipulativen Methoden arbeitet) zu einen Problem werden können - vor allem dann, wenn die innere Emotionalität auf die Aussagen anderer Menschen konditioniert wurden.
 
Kommen dazu dann gezielt geschürte Zweifel durch subtiles Denunzieren der Werte des Menschen gegenüber (eine beliebte Methode um jemanden zu verunsichern - hier können ähnliche Methoden verwendet werden, wie bei der Suggestion sich einer Sache absolut sicher sein zu können und ähnliche Sprachfloskeln verwendet in der „Wahrheit“ zu sein, aber auch mit dem „Bruch in der Sprache“ gezielt diese Emotionen auszulösen, oder gezielt die existenten Gefühle zu verletzen - ich erlebe dies meist bei atheistischen Polemikern) existiert hier eine Problematik, die sich ehemalige ZJ oft nicht bewusst sind, nämlich die eigene Beeinflussbarkeit welche u.U. jahrelang ausgenutzt wurde, man aber in Folge dieser immer noch manipulierbar ist, weil man nur ein Spektrum kennt, mit dem man manipuliert wurde, aber deswegen noch lange nicht alle Möglichkeiten kennt wie man jemanden versucht seine Überzeugung zu übertragen.
 
Man meint dann zwar "die gleichen Fehler mache ich nicht nochmal", oder "ich weiß jetzt worauf ich zu achten habe", ist sich aber meist doch der durchlebten Entstehungsgeschichte der emotional gesteuerten Motive nicht bewusst – z.B. die Angst erneut verletzt zu werden - es fehlt meist das Ausbleiben des Wissens, das unser Unterbewusstsein mit dem passenden Wissen ferngesteuert wurde.
Die Folgen sind dann leider eine Verletzbarkeit und ein nicht klares Urteilsvermögen über die eigenen Bedürfnisse, sowie den sinnvollem Umgang mit der emotional pikieren Situation eines frisch ausgestiegenen ZJ.
Hier rate ich zu einer Abstinenz, mal von jeglicher Thematik religiöser oder atheistischer Natur zu pausieren, sondern viel mehr erst mal zu lernen auf das eigene Herz zu hören, etwas, was man als ehemaliger ZJ überhaupt erst mal wieder lernen sollte.
 
Auch halte ich es für ratsam, sich der eigenen Verletztheit als ehemaliger ZJ bewusst zu sein, der eigenen psychologischen Prozesse bewusst zu werden und um Schicht für Schicht das eigene Menschsein zurückzuerobern.
Als ZJ durfte man u.U. sehr lange nicht der Mensch sein, der man hätte sein können.
Das natürliche Bedürfnis nach Weiterentwicklung muss neu, oder überhaupt erst erkannt werden, da dies jemanden erkennen lässt, wo man selber jahrelang eingeengt wurde.
 
Hier ist es ratsam, den Zweifel als Werkzeug zu gebrauchen um sich selber zu hinterfragen.
Bin ich mir der eigenen Beeinflussbarkeit bewusst, mit der ich jahrelang selber beeinflusst worden bin?   
Kann ich es akzeptieren, das ich leicht beeinflussbar bin?
Wie möchte ich meine Zukunft gestalten - auf mein Herz hörend, oder auf die Meinungen anderer?
Wenn ich sage, du sprichst mir aus dem Herzen, ist mir dann klar, das ich vielleicht schon wieder beeinflusst wurde, ich wieder nicht aufgepasst habe?
 
Nur wer es gelernt hat sich selber dahingehend zu hinterfragen, wie und wodurch sich seine eigene Meinung gebildet hat, wird feststellen, wie groß die Rolle der Meinungen anderer Menschen dabei gespielt haben.   
Es wäre dann ein guter Zeitpunkt anzufangen, sich selber eine Meinung zu bilden.
Am besten immer ohne den Manipulationen jener Leute, welche ihre Meinung suggestiv übertragen wollen - egal ob auf atheistischen oder religiösen Sektor.