8.4. Gedanken zum „inneren“ christlichen Gottesbild:

8.4. Gedanken zum „inneren“ christlichen Gottesbild:

Wenn ich nach dem inneren Gottesbild frage, dann frage ich nach der

persönlichen Vorstellung über den christlichen Gott.

Und wenn jemand sich so ein Bild gemacht hat, dann darf ich fragen

wie dieses zustande gekommen ist. Im wesentlichen fallen mir hier

spontan drei Möglichkeiten ein.

Diese würde ich allesamt als gleichwertige Möglichkeiten betrachten –

ich würde keines weglassen oder hervorheben wollen, sondern alle drei

möglichen Einflüsse als solche bezeichnen, wenn es um das persönliche

Gottesbild eines Christen geht.

Da gibt es einmal das

 

theologische Gottesbild, wo die Führung einer

Kirche sich Gedanken über das Wesen Gottes und seiner Natur sowie

über die entsprechenden biblischen Aussagen gemacht haben, selber

nachempfinden konnten und an sich nachvollziehbare Lehrsätze

gebildet haben, wo ich jedoch nur für mich sprechen kann, das diese

m.E. und rein biblisch gesehen nachvollziehbar sind.

Was ich persönlich jedoch nicht als biblisch, oder überhaupt als

Mensch der ich bin, nachvollziehen kann, würde ich das auch nicht

übernehmen wollen und würde dies jeweils auch aussprechen.(z.B.

Glaube ich nicht das Jesus und sein Vater dieselbe Person sind,

jedoch dasselbe Wesen haben – solche Glaubensbekenntnisse soll es

aber auch mit dem entsprechenden Lehrsätzen geben).

Ich persönlich finde, das man aus einem Glaubensbekenntnis nur das

übernehmen sollte, was man auch nur selber verstehen kann und

wenn man damit ein gutes Gefühl hat.

Und - ganz wichtig: Theologen sind zwar auch nur Menschen, aber

ebenso auch Christen von denen man selber als Christ etwas

mitnehmen darf, nicht muss.

Das theologische Gottesbild ist also eine Folge von der Sichtweise

anderer Christen, welche den Gott der Christenheit in Aussagen zu

definieren suchten. Doch nicht nur wenn es um die allgemeingültigen

Lehraussagen der Christenheit geht, so ist

 

das persönliche Gottesbild

anderer Christen

 

 

der zweite Aspekt, an dem das eigene Gottesbild

wachsen darf.

Wenn man mit anderen Christen sich im Austausch befindet und

erfährt was diese mit Gott erlebt haben, wo jemand vielleicht eine

seelische Heilung erfahren hat, oder wenn jemand etwas gelernt hat,

was er vorher nie verstanden hatte, oder wenn Gebete erhört wurden,

dann sind all dies Dinge an denen man mitwachsen darf.

Da komme ich auch direkt zum

 

persönlichen Gottesbild.

Wie erlebe ich persönlich das Wirken Gottes in meinen Leben? Wie

erlebe ich Gott? Wie zeigt er sich mir ganz persönlich? Was möchte

ich als sein Wirken in meinem Leben ihm zuschreiben? Was sind

meine Eindrücke Gott betreffend? Kann ich ihn „hören“?

Solche Erlebnisse führen jeweils mit zum persönlichen Bild. Hier

dürfen (nicht müssen) jeweils die Erlebnisse mit Gott von anderen

Christen mit einfließen. Jemand sagte mir mal, das für ihn andere

Christen wie Bibeln seien, wo jeweils das Christsein von heute

aufgezeichnet sei. Fand ich gut.

Eine andere Frage zum persönlichen Gottesbild ist

 

der Einfluss der

Bibel und die Frage wie und wieso

 

 

verschiedene Christen aus

unterschiedlichen Denominationen bestimmte Passagen unterschiedlich

auffassen.

Das sind Religionskritische Aspekte und würden hier viel Raum

einnehmen, alles ins Detail zu klären.

Beantworten möchte ich es kurz damit, das der Mensch etwas

unterschiedlich auffassen darf, was man ihn auch lässt. Menschen mit

der gleichen Auffassung (welche durchaus auch geprägt sein darf)

vereinigen sich dann für sich in einer Gruppierung.

-

Wenn Christen sich über eine Bibelpassage beraten, würde ich auch hier

zu einer Ausgeglichenheit anraten. Jeder kann seinen Input dazu

beitragen und jeder für sich überlegen, ob er die Ansicht seines

Glaubensbruders teilt oder nicht.

Klar kommt es schon mal zu verschiedenen Ansichten und zu

Diskussionen – aber das ist normal. Das ist das, woran man wachsen

sollte. Verschiedene Aspekte des Menschseins sind davon betroffen und

für die eigene Entwicklung förderlich, wenn man kontroverse

Diskussionen führen darf – aber die wichtigste wird sein, das man seine

eigene Meinung im direkten Vergleich mit anderen Köpfen zu einer

gewissen Festigkeit führen kann.

Der Einfluss der Bibel ist wiederum kein direkter Einfluss – das wäre

fatal und fundamentalistisch. Vernünftiger wäre es also, die Erfahrungen

aus den besagten Gruppen anderer Christen mit einfließen zu lassen.

Entweder man hat ein Gottesgefühl oder nicht. Entweder kommt man

aufgrund von eigenen Überlegungen zu dem Schluss dass es einen Gott

gibt, oder nicht. Die Bibel sollte dabei keine Rolle spielen. Wenn es aber

um die Grundlagen für speziell den christlichen Glauben geht, dann

schon.

Hierbei liest man jedoch nur Aufzeichnungen darüber, was Christen in

der Vergangenheit mit ihren Gott und seinem Sohn so erlebt haben. Da

gilt es weiter zu differenzieren, was von dem damals Aufgezeichneten

für den Christen von heute noch relevant ist.

8.1. Suggestionen und der Ausstieg