8.3. Stellenwert der Bibel?

 
 
8.3. Stellenwert der Bibel?
 
 
Da die Bibel die Grundlage für die allgemeine Christenheit enthält (um nicht zu sagen das sie als ganzes für alle Christen diese Grundlage sei), aber auch die vermeintliche Basis für den Glauben eines ZJ an seinen "Sklaven" darstellt, wird hier nochmal auf speziell dieses Buch eingegangen.
Hier muss ich jedoch klarstellen, dass zwischen den biblischen Fundamentalismus der ZJ (sowie ähnlichen Gruppierungen) und dem Stellenwert der Bibel in einem aufgeklärtem Christentum unterschieden werden muss – das der Fundamentalismus der ZJ eigentlich von dem "Sklaven" ausgeht wurde ja (-> hier) angeführt.
 
Längst existiert jedoch eine zeitgemäße Form des Christseins, wo man Dinge aus der Bibel anzweifeln darf – sie ist eben „nur“ ein Buch.
Es ist keine „Sünde“ zu sagen, das die Bibel ein altes Buch ist und das das meiste daraus unbewiesen ist, sowie ich sachlich festhalten darf,
das aus heutiger Sicht der Gott im AT von den Juden als ein brutaler und grausamer Gott dargestellt wird, wenn ich die jüdischen Geschichten alle für wahr nehmen würde.
Solche Passagen darf ich aber auch als Propaganda auffassen, mit der die Juden ihren Krieg und Eroberungsfeldzug mit ihrer Religion begründeten, ebenso wie die katholische Kirche oder Muslime im Namen „Allahs“ ebenso viel Blut vergossen haben.
 
Um bei dem Vergleich zu bleiben:
Nur weil „christlich“ draufstand, waren die Kreuzzüge ein Krieg von Menschen mit einem unentschuldbaren Machtdrang, ein Eroberungsfeldzug seitens der katholischen Kirche – den Willen eines Gottes darf ich da getrost ausschließen.
Was kann Gott dafür, dass die Menschen es sich gegenseitig schwer machen?
 
So darf ich auch die Feldzüge des jüdischen Volkes zu biblischen Zeiten betrachten – mit ausgeglichener Vorsicht, dass nicht alles in „Gottes
Wort“ auch wirklich von Gott kommen mag, als wie die Schreiber es darstellen wollten.
In der Bibel selber wird empfohlen „alles zu prüfen“.
Dann gilt das für die Bibel ebenso.
Und das was ich nicht überprüfen kann, muss auch nicht geglaubt werden, bestenfalls für „möglich“ erachtet werden, wenn es z.B. um
einen derzeitigen nicht archäologisch beweisbaren „Exodus“, Israels Auszug aus Ägypten, geht.
Wenn es um das Evangelium Gottes durch Jesu geht, da braucht es nicht zwangsweise diese Geschichten ernst zu nehmen.
Um Christ zu sein, reicht die selber getroffene Entscheidung an jesus zu glauben, sowie das er durch seinen Kreuzestod die Gottesbeziehung wieder hergestellt hat.
 
Anders ist es im Bibel-Fundamentalismus, welcher keine vernünftigen Gegenargumente zu bestimmten Bibelpassagen gelten lässt und wo der
Gläubige aufgefordert wird, uneingeschränkten Glauben in die Bibel mit einem Glauben an Gott und Jesus gleichzusetzen.
Auch hier herscht ein Zwang, um die Anhänger in einer künstlichen Unsicherheit schweben zu lassen - denn die Sicht auf die Bibel: "ie Bibel ist Gottes Wort und deswegen Fehlerlos und ohne Widersprüche", diese Sicht wurde von anderen vorweggenommen und übertragen.
Hier kommt also eine Prägung zum Ausdruck welche an sich gar nicht mal gefordert ist um an Gott zu glauben – kein Mensch muss an die
Bibel glauben um an Gott zu glauben.
 
Um es auf die Spitze zu treiben:
Gott selber hat es nie gefordert, das man an die Bibel glauben muss – wenn ich mich irren sollte dann bitte ich um einen Hinweis, wann
und wo Gott gesagt haben soll, das man dieser Büchersammlung glauben sollte.
Den gibt es einfach nicht – noch nicht mal in der Bibel selber.
 
Kommt man denn durch die Bibel zum Glauben an Jesus Christus?
Ich würde sagen: Nein.
Aus meiner Erfahrung heraus nicht - nur weil jemand in der Bibel liest, kommt es deswegen nicht gleich zur Glaubensfindung.
Erst wenn da dieses persönliche spirituelle Empfinden aufkommt, als wenn aus dem unsichtbaren Bereich heraus sich Gott selber dem
Gläubigen oder den Suchenden zuwendet, was der Christ den "heiligen Geist" nennen würde, dann wird es erst zum Glauben
kommen - durchaus beim Lesen in der Bibel. Aber nicht weil man in der Bibel liest, sondern weil man auf der Suche ist.
 
 
Die Bibel umschreibt es, das Gott den Menschen zieht.
Aber ohne dem Empfinden, das dieser Jesus als der Auferstandene Sohn Gottes als Herr über das persönliche Leben regiert, wird es nur bei einem Bibelglauben bleiben, sofern man es überhaupt glaubt.
Und wo nie die Gnade Gottes auch nur ansatzweise verstanden wurde, kann man diese auch kaum dankend annehmen - hier fehlen Entscheidungsgrundlagen.
 
Sobald aber das Empfinden auftritt, das ein Bibelwort im Sinne Jesu auf das Leben des Lesers zutrifft, oder eine Bibelpassage in das Leben des Gläubigen hinein spricht, dann erst ist es das „Wort Gottes“.
 
 
Wichtig war hier zunächst herauszustellen das der Sinn der Bibel nicht höher gestellt werden solte, als wie ein authentisch lebendiger Glaube.
 
Wenn man zu einer Party eingeladen ist, dann fährt man zur Party nicht wegen der Einladung die man erhalten hat sondern wegen dem Feiern an sich mit guten Freunden - das Navigationsgerät ist zwar hilfreich um dort anzukommen, wenn man es braucht, aber man kann auch Leute fragen wo es lang geht.
 
Genauso sollte es mit der Bibel sein:
Es geht um die ewige Party die man bei Gott feiern will - es geht nicht um die Art der Wegfindung, es geht nicht um das "Navi" oder um die Leute die man nach dem Weg fragt.
Dem Christen geht es darum die Ewigkeit mit Gott verbringen zu wollen, was schon in diesem Leben als möglich empfunden wird.
Aber ob die Bibel (Navi) per Gebet (Handy) oder andere Christen zur Orientierung helfen, ist zur Wegfindung egal.
 
Gott zieht den Menschen.
Und auf dem Weg zu ihm, bereitet er den Gläubigen auf die Ewigkeit mit ihm vor.
Wichtig ist es dem Christen also auf Gottes Wort zu hören, egal wie Gott gerade mit seinem Kind sprechen will.
Passagen der Bibel berichten immer wieder davon, wie Gott auf die verschiedensten Wege mit seinen Leuten gesprochen hat (Hebräer 1,1) – er hat sich aber nie eingrenzen lassen, das er nur durch die Bibel die Menschen erreichen möchte, noch das er dies in Zukunft vorhätte.
 
Die Bibel als das alleinige Wort Gottes zu betrachten ist also eine Sache des Bibel-Fundamentalismus.
Auf den heiligen Geist zu hören, wenn Gott etwas sagt und egal wie er es dann gerade macht, ist jedoch die biblische Art des Christseins, so
wie ich es inzwischen bei vielen lieben Leuten kennenlernen durfte.
 
Wenn jemand das nicht so sehen kann, dann respektiere ich dies - ich respektiere jeglich natürlich entwickelten Erkenntnisstand.
Es kann ja sein, das ich schon morgen über einzelne Punkte ganz anders denke.