8.1 Der „Sklave“ und die andere Meinung

 
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8.1. Der „Sklave“ und die eigene Meinung
 
 
Auf den Seiten der Themen 1-7 konnte/kann der Leser hier die verschiedensten Wege und Mittel kennenlernen, welche der „Sklave“ (die geistliche Führung der Zeugen Jehovas) verwendet, um
gezielt seine eigenen Vorgaben (inkl. der mit den Glaubensansichten der Zeugen Jehovas verwobenen Emotionen und Motive) an seine Anhängerschaft zu übertragen, so perfekt, das zu ca. 80%   der Zeugen Jehovas (1000 Aussteiger jährlich, allein in Deutschland, spricht aus, das nicht alle gleich manipulierbar sind) glauben, ja das diese der Illusion nachgehen, das es ihre eigens entwickelten Emotionen und Ansichten seien, welche sie sich privat gebildet hätten.
Das dies sich bei weitem nicht so verhält, konnte ich hoffentlich gut vermitteln - mir ist klar das es sich bei all dem nur um Ansätze handeln kann, da man als Unbetroffender hier nicht das komplette Leben eines Zeugen Jehovas nachempfinden muss.
 
 
 
 
Während authentische Christen, wie ich diese mittlerweile kennen lernen durfte, wirklich Wert darauf legen, das wirklich eine eigene Meinung gebildet wird, ganz im Sinne der Meinungsfreiheit, unter Berücksichtigung des Bildungsstandes und den individuellen Lernfähigkeiten, so wie dem Recht die Dinge auch nur so annehmen zu dürfen wie man gewillt ist, so muss man sagen, das ein Zeuge Jehova seitens seiner „geistlichen Führung“ in dieser Freiheit beschnitten wird.
Ehemalige Zeugen Jehovas bräuchten erstmal das Wissen, wie man daranging diese zu manipulieren, um sich später nicht wieder neu manipulieren zu lassen.
 

Ich empfehle jeden Aussteiger folgende Zeilen gut durchzulesen - ob etwas daran wahr ist, was ich hier nun zum Ausdruck bringe, oder nicht, oder ob es ihn betrifft oder nicht, darf dann selber entschieden/festgestellt werden - aber zumindest wird es auf die zutreffen, welche nach dem Ausstieg in dieses emotionale Tief gefallen sind (oft bei jenen, die "in der Wahrheit großgeworden" sind) und nun einen Ausweg suchen.

Ich hoffe das folgende Erklärungsansätze hilfreich sind:

 
Es gibt nun mal viele verschiedene Wege (Zugänge) zum "Herzen" (das Innenleben) des Menschen, Dinge verschiedenster Natur, welche uns auf ihre Art und Weise emotional beeindrucken und prägen: Filme, Freunde, Musik, Bücher etc.
So weit so gut und alles in natürlichem Gleichgewicht.
 
Wenn jemand aber als ein Zeuge Jehovas lebt, dann gibt es aber auch Zugänge von denen er nicht wusste, das diese jahrzehntelang ohne sein Wissen genutzt wurden.
Im Prinzip hat der "Sklave" einen künstlichen Zugang gesetzt, wie mit einer Nadel in die Vene, um so mit seinen Methoden (siehe Punkte 5-7) das Herz des Anhänger zu erreichen. 
Durch diesen Kanal wurde diesen Menschen übertragen, welche Werte sie annehmen und ausleben sollen.
Was sie tun sollten, um glücklich zu sein.
Wen sie lieben dürften und welche Menschen man meiden sollte.
Es vermittelte eine Art von Sicherheit, welch im Prinzip ein Grundbedürfniss des Menschen ist.
Je nach Nutzungsdauer in der diese Anleitungen in die Gefühlsebene übertragen wurde und je nach Intensität, wie sehr man sich hat vereinnahmen lassen, hat sich eine Abhängigkeit entwickelt haben.
Der bisherige Mensch, der als Zeuge Jehovas agierte, der bekam über die gesetzten Kanäle alles, was er für sein inneres Menschsein brauchte - auch wenn es eine Pharse dessen ist, was Menschsein eigentlich bedeutet.
 
Wer es als Mensch daher nie selber gelernt hat, selber für sein Innenleben zu sorgen, weil er dies hat den "Sklaven" machen lassen, der muss als Aussteiger alles komplett neu lernen.
Er muss lernen, das eine sogenannte böse weltliche Karriere etwas absolut harmloses ist und den Menschen in seinem Grundbedürfniss nach einer sinnvollen Beschäftigung befriedigen sollte.
 
Er muss lernen, das ein Hobby einem etwas geben kann, weil man etwas für sich tut.
 
Er muss lernen, das er wertvoll ist, einfach nur weil er ist, wer er ist.
 
Er muss lernen, das seine Sexualität nichts schlimmes ist, nur weil man manchmal gewisse Phantasien hat.
 
 
Und vieles weitere mehr, gilt es neu zu durchleben und neu lernen es anzunehmen - ich kann hier nur für mich sprechen, das es ein überragendes Gefühl ist, sich Schicht für Schicht das eigene Menschsein selber zu erarbeiten, wenn man erkennt, das man vorher eigentlich nie wirklich gelebt hat.
Aber das dauert seine Zeit.
 
 
Wenn man immer nur künstlich ernährt wurde, muss sich der gesammte Organismus erstmal dran gewöhnen, das man nun darangeht, für seine eigene Ernährung zu sorgen - im übertragenen Sinn bedeutet dies auch, das man erstmal die Notwendigkeit erkennen muss, das zum Menschsein die Eigenverantwortung dazu gehört, welche angegangen werden muss.
Bis dieses Wissen im Unterbewusstsein angekommen ist, um dort das Gefühl und die Bereitschaft zu entwickeln etwas auch umsetzen zu wollen, das dauert schon ein paar Monate.
Und ich weiß, wo verletzte Herzen existieren, das hier eine Heilung erschwert ist
 
Aber seid gnädig mit euch selber liebe Aussteiger.
 
Bedenkt bitte, das diese simplen Notwendigkeiten vom Sklaven als etwas Negatives suggeriert wurden, sofern diese Dinge, die zum Menschsein nun mal dazugehören, ja immerhin nur dann etwas von Wert sind, solange man immer auch "predigen" geht. Hört bitte auf diese Lügen zu glauben - hört auf diese Lüge zu fühlen - die Wahrheit ist, das alle Menschen immer gleich viel wert sind - doch damit man beginnt sich auch so zu fühlen, sollte man anfangen es zu glauben.
In Zukunft will ich über diese Thematik ausführlicher schreiben.

Doch was ist mit dem bisherigen Glauben?

 

Als Jehovas Zeuge ist man es gewohnt, alles vorgesetzt zu bekommen.

Bei den meisten Aussteigern erkennt man dann noch, das sie sich einfach ein neues Kanül an die Vene setzen und blinde Opfer des großen Marktes der Meinungsverkäufer geworden sind, und haben sich dann ihre Meinung woanders gekauft - meist dann auch noch getrieben vom verletzten Herzen und blind vor Wut, ohne Perspektiven - ganz einfach, weil keine Notwendigkeit erkannt wird sich helfen zu lassen.

 
Andere Aussteiger sind immer noch von den Lehren des "Sklaven" überzeugt.
Wie schon gesagt habe ich persönlich ja nichts dagegen, wenn jemand von sich heraus dasselbe glauben würde wie ein Zeuge Jehovas.
Ohne dem manipulativen, suggestiven Einfluss des „Sklaven“.
 
Doch die Kunst einer eigenen Meinung liegt nicht nur darin sich diese zu besitzen, sondern sie wirklich selber gebildet zu haben.
Aussteiger sollten dies erstmal lernen.
 
 
Wie macht man das? 
Wie bildet man sich eine eigene Meinung?
Wie schafft man es wieder, auf seinen Bauch zu hören?
Wie befreit man sich von emotionlen Prägungen?
Wie schafft man es wieder, Mensch neu vertrauen zu können? 
Ansätze dazu werde ich im kommenden Kapitel 9 aufzeigen.
 
 
Leider gibt es Aussteiger, welche blind vor Wut um sich schlagen, wenn auch nur verval.
Verletzte Menschen, die meinen das allein ihre Sicht die richtige sei, aus einem emotional vernebelten Verstand heraus, wo sich Hass entwickelt und ausgelebt werden will.
Hier greift mein tieftes Mitgefühl. 
 
 
 
Aber es geht nicht darum einen Menschen als Unwissenden/Nichts-Versteher abzustempeln nur weil er etwas nicht so sieht wie man selber - humaner wäre es, einem Menschen aufgrund seiner Herkunftsgeschichte, seines aktuellen emotionalen und geistigen Standes zu nehmen und zu lieben, so wie er ist. 
Egal ob ein Mensch gläubig ist oder nicht:
Er wird niemals etwas dafür können, ob er gläubig ist oder nicht. Wer Menschen mit einer anderen Ansicht nicht lieben kann, der ist kein erfolgreicher Aussteiger - wer jahrelang immer noch von Hass geprägt ist, sich dabei selber auch noch etwas vor macht, andere Menschen mit gegenteiliger Meinung zu verletzten pflegt, spielt der Wachtturmgesellschaft auch noch einen Joker zu, indem er den Zeugen Jehovas zeigt, was für "tolle Menschenfreunde" doch ehemalige Zeugen Jehovas sind.
 
Der Mensch ist ein mehrdimensionales Wesen.
Wir können ihn nicht dafür Vorverurteilen, nur weil er der Mensch ist, der er aufgrund seiner Gegebenheiten sein kann.
Wir dürfen und sollten dagegen unmenschliche Taten und Zustände verurteilen dürfen, dort, wo aus egoistischen Gründen andere Menschen benachteiligt werden. 
 
Das eine abweichende Meinung grassiert, zwischen der Ansicht eines Zeugen Jehovas und allen „weltlichen“, diese Frage existiert klarerweise bei einem ZJ gar nicht mehr.
Doch leider fehlt einem ZJ die Sichtweise, zumindest wenn er konform mit dem „Sklaven“ denkt und agiert, das eine andere Meinung, Ansicht, Beurteilung oder Weltsicht, wenn diese nicht identisch ist mit der „eigenen“ (der Vorgabe aus Wachtturm-Ausgaben u.a.), zwangsläufig eine „falsche“ sein muss – doch nicht nur das, sondern diese „falschen“ Ansichten sind ja dann auch der angebliche Hauptgrund, weshalb diese als „böse Menschen“ in Harmagedon vernichtet werden.
 
Und nein.
Ein Schlupfloch, dasselbe zu glauben wie ein ZJ, dies lässt de "Sklave" nicht - nur wer sich von diesem "Sklaven" auch belehren lässt, der wird gerettet - insofern triffft dies alle Nicht-ZJ.
 
 
Eine Meinung, eine Ansicht, möchte ich an dieser Stelle klar von einem Faktum, einer Tatsache, unterscheiden.
Eine Tatsache ist z.B. wenn die Sonne scheint, oder wenn diese eben nicht scheint, oder wenn sie durch eine Wolke zu scheinen scheint,
will heißen:
Entweder ist eine Sache klar, unklar, oder sie sie ist rein faktisch gesehen weder das eine noch das andere – dann benenne ich
es entsprechend auch so.
 
Problematisch wird es also, wenn eine subjektive „Wahrheit“ als Tatsache aufgefasst und übernommen wird ("Bohnen sind die Wahrheit").
Ich persönlich hinterfrage also, wie es zu einer Meinung gekommen sein mag, welche emotionalen Ursachen und welch andere Einflüsse (auch suggestiver Natur) mit zu dieser Meinung beigetragen haben.
Daraus folgt, das ich eine Meinung nachvollziehen kann, ohne sie weder verurteilen zu müssen, noch diese anzunehmen.
 
Was ich verdeutlichen möchte ist, das es ein vom Menschen unabänderliches Grundrecht sein sollte, darauf zu achten, das bei Nicht-Tatsachen jeder Mensch sich seine eigene Meinung bilden sollte – will betonen, das es wirklich auch nur seine eigens erstellte Meinung sein sollte wenn es um Glaubensfragen geht (Gott darf man zutrauen, das er sich für jemanden persönlich interessiert, ob man wirklich selber an ihn glauben kann, oder ob dies nur eine übertragende Gefühlsregung ist).
 
Immerhin befindet der ZJ sich ja in einen „geistigen Krieg“ auf der Seite der „Organisation Jehovas“.
Und es ist ja angeblich immer nur der Teufel, der versucht den vorgegebenen Glauben in Zweifel zu ziehen.
Und wenn man selber zweifelt, dann hat man den „Teufel den Raum“ gegeben, um Zweifel zu sähen...
 
Offensichtlich will der „Sklave“ also nicht, das ein ZJ sich gar nicht erst mit anderen Ansichten beschäftigt, selbst nicht mit dem was man als
allgemein christliches Gedankengut bezeichnen würde.
Angst um das eigene „ewige Leben“ ist nur eine Motivation, weshalb ein ZJ sich von der allgemeinen Christenheit differenziert.
Von einer Offenheit gegenüber anderen Ansichten, mit diesen sich dahingehend zu befassen, ob man diese annehmen könnte oder nicht, oder sie als gleichwertig stehenlassen zu können, so das Menschen mit einem anderen Glauben eventuell ebenso „Harmagedon“ überleben könnten, kann also keine Rede sein.