8 Ein paar Gedanken zum mitnehmen

 
 
8. Meine Meinung (des Autors), ein „Schlusswort“, oder besser gesagt: „Ein paar Gedanken zum mitnehmen...“
 
 
Wie in meinen bisherigen Ausführungen mehrfach angeführt, möchte der „Sklave“ das seine Anhänger sich von anderen christlichen Denominationen abgrenzen - „dicht machen“.
Um diese Abgrenzung argumentativ zu begrünfden werden hier dann hauptsächlich die theologischen Ansichten angeführt welche konträr in Raum stehen, was ja an sich etwas normales sein kann - normal ist nicht, nicht für Christen, andere christliche Sichtweisen zu verurteilen, wie es hier ja schon zu genüge rezitiert wurde.
 
Jeder Christ darf seine Ansicht haben, welche entgegengesetzt der eines anderen Christen sein kann.
 
Die Frage ist jedoch, wie man persönlich, und vor allem sinnvoll und vernünftig, mit einer anderen Meinung umgeht... dies im Gegensatz zur Vorverurteilung anderer Christen oder überhaupt anderer Meinungen.
 
Ich persönlich sehe eine andere Meinung, oder eine neue Sicht, als eine Chance hinzu zu lernen.
Das bedeutet ja nicht gleich, das ich deswegen labil bin, oder das ich wegen jeder neuen Perspektive ich mich in einem Zwiespalt mit meinen bisherigen Ansichten befinde – ich würde sagen das mir das zugegeben nicht immer leicht fällt, aufgrund der vielen Jahre wo sich Meinungen emotional festgefahren haben.
Vielmehr ist es so, das ich inzwischen eine Ansicht durchaus im Raum stehen lassen kann, vor allem wenn ich spüre das der Mensch gegenüber mit seiner Ansicht zufrieden leben kann.
Da ich genauso bewerte was für mich gut ist wie jeder andere Mensch auch, erwarte ich daher das man mich genauso „lässt“.
Eine klare Grenze würde ich für mich ganz klar bei einer Menschenverachtenden Sichtweise ziehen (Lästern über Randgruppen, Kindesmisshandlung als Erziehungsmaßnahme, Rechtsextremismus etc.).
Hier würde ich mir nicht mal die Gründe anhören wollen, wieso ich diese Sicht übernehmen sollte.
Diese kann ich ohnehin aus psychologischer Sicht nachvollziehen – aber deswegen gehe ich mit dem noch lange nicht konform.
 
Ich selber verstehe mich als christlicher Humanist - die Botschaft der Liebe Gottes durch Jesus Christus, die er durch ihn zu allen Menschen gezeigt hat, erfüllt mich mit einer Liebe zu allen Menschen wie ich sie als ZJ niemals hätte verspüren können, da man dort die "Freundschaft mit der Welt" mit einer "Feindschaft mit Gott" gleichstellt.
Bei ZJ bedeutet "Welt" nun mal alles, was außerhalb ihrer Gruppierung existiert - auch wenn es andere Christen sind, die ebenfalls kein Teil der Welt sind, jedoch auf ihre Art und Weise, wahrscheinlich sogar näher an dem, was Jesus einmal ursprünglich meinte (Johannes 17, 14).
Denn zu Jesu Zeiten gab es nun mal keine Wachtturmgesellschaft, auch keine Gruppierung mit den Namen "Zeugen Jehovas" - also musste Jesus definitiv etwas anderes gemeint haben; aber das nur mal am Rande.
 
Dabei verurteile ich nicht Andersgläubige oder Ungläubige zu einer „ewigen Verdammnis“, da ich weiß das mir so ein Urteil nicht zusteht - und auch die Bibel wird von mir nicht dazu verwendet, um anderen ein solches Urteil "ans Bein zu binden", im Gegenteil:
Für mich zählen Jesu Worte "hört auf zu richten" und es steht mir daher nicht zu es noch nicht einmal ansatzweise zu glauben, das nur die in diesem Leben ausgewählte Religion, oder eben auch der „gewählte Unglaube“, eine Konsequenz für das Leben nach dem Tod haben soll.
Ohnehin halte ich es für vermessen, über das Jenseits, wo man doch so wenig drüber weiß, den Regeln einer Religion zu unterstellen.
Denjenigen der meint, das man nur in Jesu Namen gerettet wird, stelle ich die Frage wann sich Abraham für Jesus entschieden haben soll, der ihn nicht mal kannte, der aber laut der Bibel dennoch im Himmelreich an seinen Tisch sitzen wird.
Oder wieso sollte Hennoch entrückt worden sein, der Jesus ebenso wenig annehmen konnte...
Des weiteren ist mir bewusst, das meine Wahrnehmung viel zu eingegrenzt ist, um überhaupt zu realisieren, was eigentlich die Realität ist.