7.2. Manipuliertes Weltbild

 
 
7.2. Manipuliertes Weltbild
 
 
Gemachte, feststellbare Einsichten, wandelten oftmals das Weltbild der Gesellschaft, dies aufgrund von neu gegebenen Informationen.
 
Als Galileo Galilei der damaligen katholischen Kirche, welche damals der europäischen Gesellschaft das Weltbild dogmatisch vorgegeben hatte, beibringen wollte, dass die Erde eben doch nicht das Zentrum des Universums sei, wäre ein Beispiel dafür.
 
So kann sich aber auch das „kleine“, das persönliche Weltbild individuell verändern.
Sei es durch neue Situationen die das Leben so mit sich bringt, eine andere Lebensweise oder eine eigens erlebte Erfahrung.
Die biologischen und erfahrungstechnischen Veränderungen und die damit verbundenen Einflüsse auf das persönlich sich verändernde Weltbild in der Entwicklung des individuellen Menschen, seien hier nur mal angedeutet.
 
Neue Situationen liefern neue Informationen.
Umgekehrt, können neue Informationen eine Situation ganz anders darstellen, als wie man sie sich vorher gedacht hatte – z.B. wenn man ein Buch über ein bisher fast unbekanntes Land liest, welches die bisherigen Vorstellungen revidieren lassen kann.
 
 
Weltbild – „geistiger Krieg“
 
 
Auf eine neue Darstellung des persönlichen Weltbildes, wie in der Phase wo der Interessierte für sich einen neuen Selbstzweck als ZJ erfährt, stellt sich erst der Verstand und darauf folgend der Mensch in seiner Gesamtheit so ein, das er sich besser der neu übernommenen Situation anpassen kann – diese Anpassung erfolgt immer, egal ob ein Weltbild selber erstellt, oder übertragen und übernommen wurde (z.B. durch Propaganda).
 
Ein übertragbares Beispiel wie sich die „Welt verändert“ wäre wenn ein Bewohner eines Landes plötzlich mit einem Krieg, einer Konfliktsituation in der sich die Regierung seines Landes befindet auseinandersetzen müsste.
 
Die Übertragung auf einen ZJ wäre, das dieser suggeriert bekommt, sich als Gläubiger ZJ in einem „geistigen Krieg“ zu befinden:
 
 
„...beim Predigen und Lehren müssen auch wir sozusagen Krieg führen gegen Satan, der „den Sinn der Ungläubigen verblendet hat“ (2. Kor. 4:4). Wie im Fall Jesu sind auch „die Waffen unserer Kriegführung . . . nicht fleischlich, sondern machtvoll durch Gott, um starke Verschanzungen umzustoßen“ — Ansichten, die tief verwurzelt, aber falsch sind (2. Kor. 10:4).“ – WT 15.09.2009, S.14.
 
 
„Wenn wir vom Teufel befreit werden wollen, müssen wir einen geistigen Krieg gegen die bösen Geistermächte führen.... Damit wir beständig vor den bösen Geistermächten geschützt sind, müssen wir unter anderem Gottes Wort regelmäßig lesen und studieren sowie die Publikationen gut nutzen, für die „der treue Verwalter“ sorgt...“WT 15.01.2006, S. 29.
 
„Obwohl Satan zu den unterschiedlichsten Listen greift, um unsere Einheit zu zerstören, unsere Lehren zu verderben oder uns von unserer Lauterkeit Gott gegenüber abzubringen, halten wir in dem geistigen Krieg stand.“ – WT 15.01.2006, S.30.
 
 
„Auch wir müssen Gottes Wort studieren, darüber nachsinnen und um heiligen Geist bitten, damit unser Glaube gestärkt wird und wir im Predigtdienst vorandrängen können... Nur dann haben wir Glauben und damit den nötigen Mut, in unserem geistigen Krieg bis zum Sieg auszuharren.“ – WT 01.10.2006, S.18.
 
 
Wer sich mit diesem Weltbild durchs Leben begibt (siehe obenstehende Wachtturmzitate), wird klarerweise hinter einer anderen Ansicht nicht einfach nur eine als solche betrachten, sondern als eine Gefahr für den eigenen Glauben, eine „feindliche Gegenansicht“ weil man meint durch das befassen mit einer anderen Meinung würde man den eigenen Glauben in Gefahr bringen.
Das einzige was wirklich passieren würde wäre, das die eigene Sicht für das, was „wahr“ ist etwas zu relativieren, weil man weitere Informationen in Erwägung ziehen kann.
Informationen welche die geistigen Führer der Wachtturmgesellschafft, der "treue Verwalter" (= der "Sklave") bewusst vorenthält, selbst wenn diese authentifiziert sind.
 
Hier greift das eingeimpfte Bedürfnis, in der „Wahrheit zu sein“, was nur bei ZJ sein darf, denn sonst wäre es nicht „die Wahrheit“.
Das Selbstbild eines ZJ, im kalten Krieg gegen den Teufel zu sein, „kämpfen“ zu müssen, sowie immer durch die „Publikationen“ des „Sklaven“ für diesen „Krieg“ gerüstet zu werden, ist ein bewusst inszenierter Dauerstressfaktor, zumal dieser Krieg bis ans Lebensende eines ZJ verlaufen wird, welcher hofft „Harmagedon“ zu überleben.
 
Da diese Veränderungen im Weltbild genauso real durchlebt werden, wie die damit verbundenen suggestiv ausgelösten Emotionen, kommt der neue Glaube an dieses Weltbild, inklusive des „geistigen Krieges“, als reale „Wahrheit“ vor.
Dass dies nur eine subjektiv erlebbare Realität sein kann, wird nicht vernommen, obschon für den Außenstehenden sich nichts verändert hat.  
 
Es verändert sich eben nicht die Realität sondern lediglich die Wahrnehmung, wenn man manipulierte Informationen seinen Glauben schenkt.
 
Eine solche neue Sicht kann aber auch auf Fehlinformationen basieren, oder auf bewusst inszenierte Halbwahrheiten.
Der gewünschte Effekt des „Sklaven“, das seine Anhänger sich von „feindlichen Gedankengut“ isolieren sollen, basiert auf den von ihm vermittelten fragwürdigen Inhalten, womit es zu einem verstellten Weltbild kommt.
Das übertragene Weltbild entspricht nun mal nicht mehr der Normalität, oder der Allgemeinheit.
Wenn man jemanden bewusst falsche Informationen mit auf seinem Weg gibt, dann wird dieser eben nur auf diesen, den gegebenen, agieren können - vor allem dann, wenn andere Optionen negiert werden.
 
Neue Informationen sind es also, auch die Fehlerhaften, die einen Menschen zu neuen Annahmen und einer Veränderung im Weltbild veranlassen können.
Auch können sie zu einer Änderung in der Lebensweise beitragen, wenn man meint, durch entsprechende Taten, oder „neuer Ideen“, sein eigenes Leben zu „verbessern“.
Oder eben aus unausgesprochener Angst, um „Harmagedon“ zu überleben.
 
Wenn man das weiß, dann kann man das ausnutzen: Man kann dann mit der vom „Sklaven“ geforderten „liebevollen“ Rhetorik (sowie den dazu passenden Werkzeugen) einen Menschen dazu veranlassen, das er die gewünschten Informationen dazu verwendet, sich selber und die ganze Welt, in einem „neuen Licht“ zu betrachten.
Auch erfolgen eine Anpassung und/oder eine Übernahme, je nachdem welcher Natur diese Informationen sind.
 
Als ZJ und Interessierter bekommt man nun auch Informationen mit auf dem Weg, die vor allem in seiner „Beziehung zu Jehova“ eine Rolle spielen sollen.
Es wird das Motiv „Gott zu gefallen“ ausgelöst, um sich nicht nur im persönlichen Weltbild sondern sich auch vom „Sklaven“ als Mensch, in seinen bisherigen Ansichten und Verhaltensweisen, verändern zu lassen.
Der Wunsch, „sich zum positiven verändern zu lassen“, basiert also ebenso auf Suggestionen, kombiniert mit falsch erzeugten Annahmen.
Wurde dieser Wunsch, und das was man „tun muss“ um „Gott zu gefallen“ erfolgreich auf der (emotionalen) Informationsebene übertragen, verändert sich der Mensch in seinem ganzen Wesen.
 
Das es sich bei diesen Informationen des „Sklaven“ jedoch leider um einseitige Informationen handelt, welche man lediglich in rhetorisch geschickten Wortformulierungen verpackt, oder wo vordergründig ein Anschein eines „biblischen Erfordernisses“ erweckt wird um „Gott zu gefallen“, oder wo auch eine Glaubensansicht als eine angeblich „biblische“ vorgestellt wird (wie das „Paradies auf Erden“), gehören, trotz ihrer Invalidität, dennoch zu solchen Informationen, welche das Leben von Millionen von ZJ prägen.
 
Der Vertrauensfaktor spielt hier wieder eine Rolle, da man als Studierender Informationen übernimmt weil man einen ZJ vertraut, der wiederum auch nur die vorgegebenen und einseitigen Informationen des „Sklaven“ weitergibt.
 
Diese Manipulationen betreffen nun den Studierenden, da diese Inhalte bewusst verändert, verzerrt, gekürzt oder erweitert werden, was ihn sich falsch, weil einseitig und unvollständig, informieren lässt; bzw. bestimmte Sachverhalte werden nur so beleuchtet wie es der eigenen Propaganda nützlich ist, aber niemals nachvollziehbar aus der Sicht der „feindlichen“ Gruppierung betrachtet, was für eine wirkliche eigene Meinung aber eine Notwendigkeit wäre.
 
Z.B. wird seitens des „Sklaven“ die Dreieinigkeit als völlig diffuses, heidnisches und Götzen-haftes dargestellt.
Das aber das Bild für diesen Glauben genauso aus der Bibel zu entnehmen ist wie der Glaube der ZJ, dies sogar logisch und nachvollziehbar erklärt werden kann, wird den ZJ gar nicht erst mit auf dem Weg gegeben.
Die Annahme solcher falschen Informationen setzt beim HB der ZJ voraus, das der Interessierte bisher uninformiert war, über das, was Christ zu sein „wirklich“ bedeutet - nämlich das es hier aufgrund des individuellen Entwicklungsstandes eines Christen gar keine pauschale für geben kann.
Genauso wie nur Uninformierte sich der „Glaubensinhalte der Bibel“ aus dem Buch „Was lehrt die Bibel wirklich ?“, sich ohne den Schutz des Wissens (Wissen über die tatsächlichen biblischen Grundlagen des christlichen Glaubens, ohne die einseitigen und zusammenhanglosen Darstellungen des „Sklaven“), hilflos ausgeliefert sind.
 
Dort kann man mit der „Informationsmanipulation“ ansetzen.
Hier möchte ich mich daher einerseits im wesentlichen auf die allein rational erfassbaren Informationen beziehen welche der „Studierende“ während seiner Indoktrinierung erhält, wie mit diesen manipulativ umgegangen wird, ohne jedoch die unbewussten und emotionalen Aspekte und Wirkungen von diesen „Infos“ gänzlich außen vor zu lassen.
Auf der wahrnehmbaren Informationsebene sind ja nun mal auch die suggestiven Auslöser, siehe voriges Kapitel - eingebettet - ähnlich wie ein Computervirus sich an einem Download anhängen kann.
Welche Informationen vom Sklaven bewusst vorenthalten werden versuche ich zu ergänzen wobei ich hier keine Vollständigkeit garantieren werde, denn ich werde in diesen Rahmen nur einige Beispiele nennen können.
Alle vorhandenen Nuancen der Informationsmanipulation seitens des „Sklaven“ anzuführen, wäre wiederum eine Lebensaufgabe für sich.
 
 
Da der „Sklave“ sich hier im Wesentlichen der Sprache bedient mit ihren Monumenten der Bedeutungen ihrer Wortlaute, muss ich auch auf die „Manipulation der Sprache“ hinweisen, da noch während der Informationsaufnahme die Sprache selber in ihren Bedeutungen verändert wird.
Einige Folgen davon und die Vorteile die sich daraus für den „Sklaven“ ergeben, wurden bereits im Kapitel 1 betrachtet („Von der Verwendung von Schlagwörtern“).
 
 
 
Zuletzt bearbeitet am 18.08.2014