7.11.2. Keine „Gnade“ in der NWÜ
 
 
Anderes Beispiel, wie diese Bibel m.E. manipuliert wurde ist, das das Wort „Gnade“ komplett durch das Wortspiel „unverdiente Güte“ ersetzt wird, womit die eigentliche Bedeutung der Heilgewissheit in ihrem christlichen Sinn verdrängt werden soll.
 
In der Lutherbibel kommt dieses Hauptwort über 300mal vor.
Andere BÜ mit ähnlichen Ergebnissen.
 
Ist das nicht dasselbe – „Gnade“ und „unverdiente Güte“?
 
Nicht im Sinne der Bedeutung des Sprachgebrauchs, sowie dem Verständnis der ersten Christen.
 
Unter „Güte“ versteht man die Eigenschaft, wenn jemand „gerne gute Gaben“ gibt, oder „gute Werke“ vollbringt.
 
Gnade ist dagegen das Erlassen von Schuld, sowie alles was man aus der persönlichen Gottesbeziehung erhalten kann (Charismen).
„Unverdiente Güte“ ist es im Sinne des „Sklaven“ dann wenn Gott etwas gibt, z.B. die „Aussicht auf ewiges Leben im Paradies auf Erden“, oder einer guten Tat seitens der Glaubensbrüder, was jedoch eigentlich „unverdient“ ist.
 
Das Wort „Gnade“ an sich wird ab und zu mal (im Verhältnis äußerst selten) in den WT-Publikationen erwähnt.
Die „unverdiente Güte Gottes“ wird gerne im Zusammenspiel mit der „Organisation Jehovas“ genannt, bzw. das man diese Güte nur dadurch erhält, indem man seinen „Glauben beweist“.
 
Wie?
Durch die Mitgliederakquise und der Indoktrinierung Interessierter („Jünger zu machen“), die der ZJ seinen „Predigtdienst“ nennt.
 
 
„Wie können wir also Eifer für das Haus Jehovas beweisen? Indem wir auf Jehova vertrauen, seine Anweisungen gehorsam befolgen ... Außerdem beteiligen wir uns gern nach besten Kräften daran, das Königreich zu predigen und Jünger zu machen.“ – WT 15.06.2009, S. 15.
 
 
„Und schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass alles, was wir in Jehovas Organisation tun können, letztlich nur dank der „unverdienten Güte Gottes“ möglich ist“ – WT 15.11.2009, S. 15.
 
 
 „Solange uns Jehova noch predigen lässt, suchen wir weiter nach Menschen, die weise handeln und seine unverdiente Güte annehmen. Und wir sind froh, dies in enger Zusammenarbeit mit dem „treuen und verständigen Sklaven“ zu tun.“ - WT 15.11.2005, S.31.
 
 
Dieses Wort „Gnade“ hier nicht auch nur ein einziges mal in der hausgemachten „Bibel“ zu verwenden, liegt letztlich in dem unterschiedlichen Verständnis über die Bedeutung des Wortes „Gnade“ im christologischen Sinne begründet, mit der die Bibel eigentlich selber schon seid fast 2000 Jahren die „Gnade Gottes“ definiert, aber den ZJ auch wieder vorenthalten werden soll.
 
Während bei den damaligen Griechen die Gnade etwas „vertragliches“ beinhaltet (wie bei dem Erlass von Schuld) etwas absolutes, (beim Christen hat Jesus das "vertragliche" geregelt), lehrt man bei den ZJ das es sich hierbei gar um eine "unverdiente Güte" handelt, nach dem Motto:
"Die habt ihr euch eigentlich nicht verdient" – man muss es erst „beweisen“ das man an diese Güte glaubt...
 
Die Gnade ist eigentlich ein Ausdruck der Liebe Gottes, welche diesen Beigeschmack einer "unverdienten" ganz außen vor lässt, denn wenn Gott Gnade erlässt, dann soll selbst dieser Beigeschmack fernbleiben.
Gott muss man also nichts „beweisen“...
 
Gnade kann zwar Güte beinhalten, so wie sie eine Folge der Gnade sein kann.
Aber Güte an sich, selbst wenn sie als „unverdiente“ eingestuft wird, beinhaltet nicht die absolute Vergebung einer Gnade, sondern eben nur „gute Werke“ oder „Freigiebigkeit“.
 
Die eigentliche Gnade Gottes jedoch bewirkt das was (gemäß meinen christlichen Verständnis) Gott dem Menschen durch das Evangelium Jesu ermöglicht hat, nämlich eine lebendige Gottesbeziehung, durch heiligen Geist.
 
Aus dieser Beziehung heraus kommt es zu individuellen Glaubenshandlungen des Alltags, je nachdem wohin Gott gerade führt - so wie es die Bibel eigentlich von den ersten Christen berichtete und so wie es Gott von Anfang an gewollt haben soll.
Die Apostelgeschichte ist voll von solchen Erwähnungen.
Bei den ZJ bekommt man jedoch vom „Sklaven“ beigebracht, das nur durch dessen Vorgaben es zu einer Gottesbeziehung gemäß seinen Vorstellungen kommt, wo selbst die Glaubenswerke (welche den Glauben beweisen müssen) in ihrer Form und Ausdruck den Vorgaben des Sklaven entsprechen – fernab also von der im Christentum erfahrbaren Gnade.
 
Damit die Sündenvergebung, durch Jesus, greift muss man als ZJ den Glauben „beweisen“, als wenn Gott nicht wüsste wer an ihn glaubt...
 
„Weil Jehova die Menschen aber sehr liebt, hat er etwas unternommen, damit er unsere Sünden vergeben kann, vorausgesetzt, wir beweisen unseren Glauben an das Loskaufsopfer Jesu (Mat. 20:28; Joh. 3:16). Wie schön doch Gottes „unverdiente Güte“ dadurch zum Ausdruck kommt!“ – WT 15.02.2010, S. 20
 
Gnade jedoch erfordert gar keinen Beweis – Gnade ist immer eine Folge von unbegreiflicher Barmherzigkeit aufgrund gefundener Reue.
Gnade ist, wenn man den Mörder eines Sohnes vergibt, den peinigenden Vergewaltiger, den Dieb der das Geld nahm was man zum Leben brauchte.
Gnade ist, wenn man diese ohne „ewige Verdammung“ davonkommen lässt, weil diese Täter noch Gelegenheit zur Reue erhalten werden und weil man weiß, das Jesus auch für diese Sünden gestorben ist – DAS ist die Gnade Gottes, der das ewige Leben im Sinn hat.
 
Und die kann sich keiner verdienen, da kann man noch so bemüht sein einen Glauben noch zusätzlich beweisen – es würde dem nie nahe genug herankommen.
Ohne die Einsicht das Jesus schon alles nötige getan hat und man meint deshalb seinen Anteil durch die Mitgliederakquise für die WTG absolvieren zu müssen um die unverdiente Güte nicht zu verlieren, verdeutlicht das der „Sklave“ keine Gnade kennt und das Evangelium in ihrer möglich positiven Wirkung seinen Anhängern vorenthält.
 
Wer keine Gnade kennt, wieso sollte er etwas darüber in seiner eigenen „Bibel“, seiner eigens erstellten „NWÜ“ publizieren?
Wenn die Anhänger etwas in der Bibel von der Gnade Gottes aufgreifen würden, dann würden diese sie womöglich einfordern.
 
Aber wer macht dann die Mitgliederwerbung...?
 
Für einen Christen ist eigentlich klar, dass die Gnade Gottes unmöglich mit menschlichen Taten erreicht werden kann – auch nicht wenn man diese in „Beweise“ umbenennt.
Richtig ist, dass man „Güte“ an Glaubensbrüder weitergeben kann, ganz im Sinne des Wortes von guten Werken und Taten.
Auch klar das aus einen Glauben heraus individuelle „Glaubenswerke“ erkennbar sein werden - aber dann sollte man diese ganz klar von der „Gnade“ (der Sündenvergebung) unterscheiden.
 
Glaubenswerke sollten nur eine Folge der (annähernd) begriffenen Gnade Gottes sein, mit der man vor ihm mit einer weißen Weste stehen könnte – dieses Begreifen an sich sieht ein Christ als ein von Gott gegebenes Verstehen, was man ohne sein Beitun nie verstehen würde.
 
Diese Beispiele sollen zur Verdeutlichung der manipulierten „Bibel“, der „NWÜ“, genügen.
 
Auch hier könnte ich noch sehr viel mehr schreiben.
 
 
 
Zuletzt bearbeitet am 18.08.2014