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7.11.1. Beispiele für die veränderte Wiedergabe des griechischen Grundtextes des NT in der „NWÜ“
 
 
Ich wähle hier mal zunächst ein Beispiel, Joh. 17:3, da es aufgrund der veränderten (vom Grundtext abweichend) Wiedergabe direkt einen Einfluss auf die Anhängerschaft der "Organisation Jehovas" auslöst.
 
Suggestionen und Manipulationen haben den Nachteil, dass sie ständig wieder aufgefrischt werden müssen, damit der gewünschte Gemütszustand der Anhänger des „Sklaven“, vor allem von den Neulingen, von Dauer bleibt.
Aber auch die mit der intern Sprache notwendigen Denkweisen werden nur durch regelmäßiges Reindenken in dieser Sprache beibehalten, um die Abrufbereitschaft der emotionalen Mechanismen weiter präsent zu halten.
 
Durch die Betrachtung seiner Literatur, egal ob im gemeinsamen Rahmen der „Versammlung“ oder privat, wird es immer wieder zur regelmäßigen Beeinflussung kommen – immerhin ist in Verbindung mit dieser „Gottes Geist“ aktiv, so die interne Dogmatik:
 
 
„Wir sind also gut beraten, die Bibel und biblische Publikationen fleißig zu studieren, Jehova immer wieder um seinen Geist zu bitten und die christlichen Zusammenkünfte regelmäßig zu besuchen und aktiv mitzumachen“ – WT 15.07.2008, S. 28
 
 
„Wenn wir uns bemühen, alle christlichen Zusammenkünfte zu besuchen, dort gut zuhören und das Gelernte in die Tat umsetzen, lassen wir uns aktiv von Gottes Geist leiten. Schließlich übermittelt Jehovas Geist Anleitung durch die Versammlung, nicht wahr?“ – WT 15.02.2010, S. 8.
 
 
Ein „guter“ ZJ befolgt den Anweisungen des Sklaven und wird zusätzlich noch im privaten Rahmen das „persönliche Studium“ durchführen – d.h. der ZJ „studiert“ anhand der Veröffentlichungen der WTG, die "Bibel":
 
 
„Damit wir unter Druck klar denken können, müssen wir daher das tägliche Bibellesen und das persönliche Studium unbedingt allem voranstellen... Es ist wirklich so: Wenn wir Gottes Wort und die Publikationen, mit denen uns die Sklavenklasse heute versorgt, sorgfältig studieren, wird uns der heilige Geist in kritischen Situationen an das erinnern, was wir gelernt haben.“ – WT 15.07.2010, S. 14
 
 
„Ein wirklich reifer Christ wird man nur, wenn man sich gut damit vertraut macht, was Gott uns zu sagen hat. Zu finden ist das in seinem Wort, der Bibel, und demnach sollten wir uns intensiv mit der Heiligen Schrift und mit den bibelerklärenden Publikationen des „treuen und verständigen Sklaven“ befassen.“ – WT 15.05.2008, S. 10.
 
 
Wie kommt ein ZJ darauf, das dieses ständige Auffrischen an „Kraft“ nur in Verbindung mit der „Speise des Sklaven“, den Publikationen der LK, einhergehen muss, dies „immer wieder“, in regelmäßigen Abständen?
„Weil es in der Bibel steht“, würde der ZJ sagen.
Aber wo in der Bibel?
„Es steht in Johannes 17:3 geschrieben“:
 
 
„Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus...“ – („NWÜ“)
 
 
Johannes 17: 3 ist bei den ZJ ein sehr bekannter Vers:
 
 
„.... (Johannes 17:3). Dieser Text gehört zu den am häufigsten zitierten Bibelstellen, mit denen Jehovas Zeugen anderen erkennen helfen möchten, wie wichtig es ist, Gottes Wort zu studieren.“ – WT 01.10.2000, S. 23.
 
 
Mal nebenbei angemerkt, gibt es selbst in dieser Wiedergabe, der „NWÜ“, keinen Bezug zu den Publikationen des „Sklaven“ – man muss bedenken dass es lange Christen gegeben hat, schon vor der Zeit einer „leitenden Körperschaft“ der „Wachtturmgesellschaft“.
Einen Hinweis auf die „bibelerklärenden Publikationen“ des selbsternannten „Sklaven“ wird man also in keiner Bibel finden.
 
Jegliche Deutung in diese Richtung hat aufgrund der Tatsache, dass es die WTG zu der Zeit der ersten Christen nicht gab, eine willkürliche Natur.
Zusätzlich lasse ich den Leser nun zur Durchführung einer Redaktionskritik  (s. Kapitel 4), diese Wiedergabe der „NWÜ“ mit anderen Bibelübersetzungen vergleichen:
 
Luther (1984):
"Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen“.
 
Rev. Elberfelder:
"Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen."
 
“Hoffnung für Alle“:
"Und das allein ist ewiges Leben: dich, den einen wahren Gott, zu erkennen, und Jesus Christus, den du gesandt hast."
 
“Schlachter“ 2000:
"Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen."
 
“Neue Genfer“ Übersetzung:
"Und das ewige Leben zu haben heißt, dich zu kennen, den einzigen wahren Gott, und den zu kennen, den du gesandt hast, Jesus Christus."
 
“Gute Nachricht“ Bibel:
"Und das ewige Leben besteht darin, dich zu erkennen, den einzig wahren Gott, und den, den du gesandt hast, Jesus Christus."
 
“Einheitsübersetzung“ (EÜ):
"Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast."
 
“Neues Leben“:
"Und das ist der Weg zum ewigen Leben: Dich zu erkennen, den einzig wahren Gott, und Jesus Christus, den du in die Welt gesandt hast."
 
 
Nochmals die „NWÜ“:
"Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus."
 
 

 Die Unterschiede zu den anderen Bibelübersetzungen:

Zunächst einmal fallen die Begriffe „bedeutet“, „fortgesetzt“ und „in sich aufnehmen“ völlig weg - sie kommen nur in der NWÜ vor und sind Teilweise eine Folge der Bildung des Präsenz des griechischen Verbs für „erkennen“, was in der Substantivierung („Erkenntnis“) deutlich wird – diese wiederum ist eine Folge der wesentlicheren Sinn-Änderung, verursacht durch den doppelten Einsatz des Wortes „ über“.

 Es ist eben ein Unterschied ob man „über“ Gott Wissen in sich aufnimmt (wobei der Bezug auf die Erkenntnis verändert wird und nicht mehr auf Gott), oder ob man Gott und Jesus einmal persönlich erkannt hat, was man von mir aus auch als „fortgesetzte“ Präsenz betonen kann.

Ein persönliches „Gott erkennen“, aufgrund einer eigenen Gotteserfahrung, zu erkennen dass es einen Gott und einen Herrn gibt die über einen stehen, ist jedoch was ganz anderes als eine „Erkenntnis über Gott“ anzueignen - dies dann auch noch als permanenten Vorgang zu verstehen, etwas ganz anderes.
Das eine ist ein einschneidendes, einmaliges Erlebnis, eine Erkenntnis die man als Christ ein Leben lang hochhält, das andere ist ein theoretisches Aufnehmen von Wissen, was ebenso ein Leben lang erfolgen soll, wenn man nach der „NWÜ“ geht.
 
Rein redaktionell begründet man innerhalb der Gruppierung mit diesem Vers ja die „Notwendigkeit“, immer wieder neues Wissen über Gott in sich aufzunehmen, zu „studieren“, dies anhand der Publikationen des Sklaven, womit sie auch den Grund dieser Wiedergabe liefert:
 
„Wenn die „Bibel“ das sagt, dann muss man das auch ernst nehmen“...
 
Nun ist die Wachtturmgesellschaft sich aber dieser Unterschiede zu den anderen Bibelübersetzungen bewusst und versucht den Anhängern beizubringen, was es mit dem Wort „ginōskō“ (= „erkennen“) aus der griechischen Grundbedeutung, was im Sinne des „Sklaven“ angepaast wird, auf sich hat.
WT 01.03.1992, S. 23, wo Bezug auf andere Quellen genommen wird, um die eigene Wiedergabe zu begründen:
 
 
„... Wenn daher ginōskō mit „Erkenntnis in sich aufnehmen“ wiedergegeben wird, so wird dadurch nicht die Bibel verändert, wie Kritiker der Neuen-Welt-Übersetzung behauptet haben. In einer Erörterung der verschiedenen Bedeutungsschattierungen des Wortes stellte der bekannte Lexikograph James Hope Moulton fest: „Das Präsens des Simplex γινώσκειν ist durativ [andauernd], bedeutet also ‚durch Erkenntnis auffassen‘ “ (Einleitung in die Sprache des Neuen Testaments).“
 
 
Hier muss ich anmerken, das die Kritiker sich kaum über den Einsatz eines Präsenz des Wortes „ginōskō“ aufregen würden, wenn man mit diesem den ursprünglichen Sinn aus dem Vers beibehalten würde.
Kritiker stören sich eben nicht allein darüber, weil „erkennen“ mit „Erkenntnis in sich aufnehmen“ wiedergegeben wird, sondern sie stören sich darüber, weil dieses „Erkenntnis in sich aufnehmen“ eine Folge und Anpassung der bereits bezeichneten Veränderung des ursprünglichen Sinnes ist („über Gott“), wo dieser WT-Artikel jedoch gar nicht erst drauf eingeht.
 

 Man würde sich bestimmt nicht an die Bildung eines Präsenz in dieser Aussage stören (als Christ schon gar nicht), weil die Erkenntnis, das es einen Gott gibt, etwas ist, was einmal erlangt wurde und fortan im Leben des Gläubigen gegenwärtig bleibt.

Das Bilden des Präsenz von „Gott erkennen“, wäre also tatsächlich Sinn-gleich mit dem Grundtext.
Nur würde man wirklich allein das Präsenz von „Gott erkennen“ bilden, dann müsste der Vers wie folgt lauten:

 „Dies bedeutet ewiges Leben, das sie die dich, den allein wahren Gott immer erkennen, und den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus.“

Sinnvolle Umschreibungen als Präsenz wären in diesen Fall noch:

Die Erkenntnis das es einen Gott gibt und einen Sohn den er gesandt hat, „nie vergessen“, „ständig hochhalten“ oder „immer im Bewusstsein halten“, „weiterhin (an)erkennen sollten“.
 
Oder man beachte die bereits angeführten Zitate der anderen Bibelübersetzungen.
 
Ich darf anmerken, das die Anhänger Zeugen Jehovas hier eine Begründung vorgestellt bekommen, welche nur eine Halbwahrheit dessen ist (daher noch ein Puzzlestück in der Informationsmanipulation), was Kritiker wirklich behaupten würden:
Der Grundtext, sowie die angeführten Übersetzungen, sprechen von einem persönlichen „Gott erkennen“, während die NWÜ den Sinn verzerrt, in eine „Erkenntnis über Gott“ und diese Präsenz mit einer richtungweisenden Hinzufügung „in sich aufnehmen“ weiter ausbaut, der Richtung, die der „Sklave“ vorgeben möchte.
 
Weiter heißt es im besagten WT-Artikel:
 
"In dem Werk A Grammatical Analysis of the Greek New Testament wird erklärt, daß mit ginōskō, so wie das Wort in Johannes 17:3 erscheint, „ein anhaltender Vorgang gemeint ist“
 
 
 Das ist an sich ja auch korrekt, „ein anhaltender Vorgang“ - das trifft auf das „Gott erkennen“ zu, aber im Grundtext der Bibel ist eben nichts von der Hinzufügung „Erkenntnis über Gott in sich aufnehmen“ die Rede.
  Das „über“ in der „NWÜ“ löst hier einen gewaltigen Unterschied aus, was Jesus nie so sagte und meinte.
Weiter im WT-Artikel:

„Ein weiterer Kommentar zu diesem griechischen Wort ist in dem Werk Word Studies in the New Testament von Marvin R. Vincent zu finden. Er lautet: „Ewiges Leben beruht auf Erkenntnis oder vielmehr auf dem Trachten nach Erkenntnis, da das Präsens ein Fortdauern, ein fortschreitendes Begreifen ausdrückt“

 
...hier wird es Zeit zu verdeutlichen was „ginōskō“ in seinen griechischem Ursprung eigentlich bedeutet.
 
Es bedeutet nicht nur jemanden, oder etwas, zu „kennen“, oder „erkennen“, oder „etwas zu wissen“.

 Im griechischen wurde es als „etwas, was man aus einer eigenen ( oder einmaligen) Erfahrung heraus zu einer persönlichen Erkenntnis machen konnte, welche man nie wieder vergessen würde“, verwendet.

Das kann man u.a. daran feststellen, wenn man Vergleiche zieht, wie „ginōskō“ noch in der Bibel verwendet wird (ein Beispiel s.u.).

Insofern hat das Zitat aus dem WT-Artikel seinen korrekten Bezug auf diese ursprüngliche Bedeutung von „ginōskō“, welche jedoch den ZJ nicht vollständig mitgeteilt wird.
 
Win weiteres Werk wird zitiert:
 
„In A. T. Robertsons Word Pictures in the New Testament wird vorgeschlagen, das Wort mit „weiterhin erkennen sollten“ zu übersetzen“
 
 
An sich auch korrekt - „weiterhin erkennen sollten“ – wen?
Gott.
Aus diesen gesamten Erklärungen, welche an sich nirgends die Wiedergabe der „NWÜ“ bestätigt, vor allem nicht das Sinnentfremdende „über“, wird dann trotz alledem folgende Erklärung zusammengefasst:
 
 
„Somit bedeuten Jesu Worte aus Johannes 17:3 nach dem ursprünglichen griechischen Text, daß man sich fortgesetzt anstrengen muß, den wahren Gott und seinen Sohn, Jesus Christus, kennenzulernen. Man erwirbt diese Erkenntnis, indem man Gottes Wort fleißig studiert und sein Leben gehorsam nach den Maßstäben des Wortes Gottes ausrichtet, und das kommt in der Wiedergabe der Neuen-WeltÜbersetzung gut zum Ausdruck. Man erwirbt diese Erkenntnis, indem man Gottes Wort fleißig studiert und sein Leben gehorsam nach den Maßstäben des Wortes Gottes ausrichtet.“
 
Bemerkt der Leser hier die Hinzufügung?
Man lese noch einmal:
 
„...fortgesetzt anstrengen muß, den wahren Gott und seinen Sohn, Jesus Christus, kennenzulernen. Man erwirbt diese Erkenntnis, indem man Gottes Wort fleißig studiert und sein Leben gehorsam nach den Maßstäben des Wortes Gottes ausrichtet.“
 
Wie studiert denn ein ZJ „fleißig... Gottes Wort“?
Mit den Publikationen (Bücher und Zeitschriften der WTG) seines „Sklaven“.
Eine bescheidene Frage:
 
Wo ist denn in Johannes 17, 3 von „Gottes Wort“ die Rede, oder das man es „studieren“ muss, oder das Leben nach den „Maßstäben des Wortes Gottes“ ausrichten muss?
Wo steht, dass dieses „Gott erkennen“ ein „Gott immer besser kennenlernen“ „bedeutet“?
 
Ich erinnere gern an den von mir eigens erstellten Merksatz:
 
 
„Nur weil der „Sklave“ sagt, das „etwas“ etwas bedeutet, muss es noch lange nicht so sein, das etwas „etwas“ bedeutet.“
 
Oder: Nur weil jemand behauptet das A die gleiche Bedeutung von B hat, muss an dieser Behauptung noch lange nichts dran sein.

Auch hier sollte man die einfache Frage stellen dürfen, wieso ein persönliches „Gott erkennen“ dasselbe sein soll, oder „bedeuten“ soll, wie ein „sich anstrengen Gott besser kennenzulernen“.

Wie nun dieses „erkennen“ im griechischen des NT verstanden wurde, kann man an einem anderen Beispiel verdeutlichen:

 
Lukas 1, 34: „Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies zugehen, da ich von keinem Mann weiß?“
 

 

(weiß = ginōskō) Andere BÜ sagen hier „da ich keinen Mann kenne“ (kenne = ginōskō).

 

 
Hier fragte die Jungfrau Maria den Engel Gabriel sozusagen, wie sie denn schwanger werden solle, da sie noch nie etwas „mit einem Mann hatte“ (damit meinte sie eine persönliche sexuelle Erfahrung).
Es handelt sich also keineswegs um eine „wachsende Erkenntnis“ - das meinte Maria bestimmt nicht, nicht wenn sie eine Jungfrau gewesen sein soll, dass sie „fortgesetzt“ sexuelle Erkenntnisse gesammelt hätte (schon gar nicht aus Büchern). Auch hatte sie dafür nicht „fleißig studiert“, oder sich „angestrengt“ um solche Erkenntnisse zu vertiefen.

 

Es handelt sich hierbei um das besagte Wissen, einer Einsicht oder einer Erkenntnis, aufgrund eines persönlichen Erlebnisses, aus einer persönlichen Erfahrung heraus.
 
Ein Erkennen was man als eine Selbsterfahrung jedoch nie vergisst, wie der „erste Kuss“, die erste Fahrstunde, oder eben das „erste Mal mit einem Mann“, verdeutlicht diese griechische Grundbedeutung.

 

So auch auf Johannes 17, 3 bezogen.
Dies wird fortgesetzt hochgehalten, diese einmalige persönlich erlangte Erkenntnis, ein persönliches Wissen, dass es einen Herrn und einen Gott gibt, da dies das ewige Leben betrifft wenn man das immer im Sinn behält.
Zu dieser Erkenntnis ist man jedoch persönlich erlangt, aus eigener Erfahrung.
Aber nicht durch suggerierte Gottesgefühle.
 
 
Wieso also diese Sinn-Entfremdung in der „NWÜ“?
 
Die Problematik ist m.E. ganz einfach:
Es bleibt eine eigenmächtige Wiedergabe des „Sklaven“, welcher interessiert ist seine Anhänger auch dauerhaft zum Lesen („studieren“) seiner Publikationen zu animieren, da man sie nur so aus der Entfernung beeinflussen kann – sei es im privaten „persönlichen Studium“ oder in den „Zusammenkünften“.
 
Da es dazu aber keine biblische Grundlage gibt, dass jemand sich immer wieder der „geistigen Speise“ aussetzen muss, so muss die „Bibel“ als „Wort Gottes“ „einfach“ nur an der passenden Stelle verändert werden.
 
Und wenn dies bedeutet, das es nur zweimal ein „über“ eingesetzt wird, dann ist es eine Informationsmanipulation, welche zusammen mit der Auslegung des Sklaven zu einem „Gott gewollten“ Vorgang wird.
 
Eine „biblische Grundlage“ zu bilden, für etwas, was der Grundtext an sich nicht hergibt, ist eine Manipulation der christlichen Glaubensgrundlage.

 

 
Diese richtungweisenden Hinweise (z.B. „genaue Erkenntnis“/“genau erkennen“ – welche „genaue Erkenntnis“? Die vom„Sklaven“ natürlich – diese Hinzufügung, „genaue“, zusammen mit „erkennen“ und der Substantivierung davon, kommt im Grundtext nicht vor), kommen noch bei ca. 50 weiteren Passagen der "NWÜ" vor, im Grundtext der Bibel jedoch nicht.
 
Beispiel wie Hinweise „pro Dreieinigkeit“ aus der „NWÜ“ verdrängt werden:
 
- Johannes 10:38 NWÜ:
„Wenn ich sie aber tue, so glaubt den Werken, auch wenn ihr mir nicht glaubt, damit ihr zu der Erkenntnis kommt und weiterhin erkennt, daß der Vater in Gemeinschaft mit mir ist und ich in  Gemeinschaft mit dem Vater bin.“
 
 
Luther:
„tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr mir nicht glauben wollt, damit ihr erkennt und wisst, dass der Vater in mir ist und ich in ihm.“
 
Elberfelder:
„Wenn ich sie aber tue, so glaubt den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und versteht, dass der Vater in mir ist und ich in dem Vater!“
 
Schlachter:
„Tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und glaubt, daß der Vater in mir ist und ich in ihm!“
 
GN:
„Sind sie es aber, dann solltet ihr wenigstens diesen Taten glauben, wenn ihr mir selbst schon nicht glauben wollt. An ihnen müsste euch doch aufgehen, dass der Vater in mir lebt und ich im Vater lebe.“
 
EÜ:
„Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin.“
 
(Griechischer Grundtext: „εἰ δὲ ποιῶ κὰν ἐμοὶ μὴ πιστεύητε, τοῖς ργοις πιστεύετε, ἵνα γνῶτε καὶ γινώσκητε ὅτι ἐν ἐμοὶ ὁ πατὴρ καγ ὼ ἐν τῷ πατρί.“)
 
Unabhängig davon, wie man die Worte Jesu „dass der Vater in mir ist und ich in ihm“ auffasst:
Einen Begriff für „Gemeinschaft“ gibt es im Grundtext an dieser Stelle nicht und wird daher zurecht in anderen BÜ nicht eingesetzt – hier ist die Hermeneutik des „Sklaven“ der Grund, weil die Dreieinigkeit, das gemeinsame Wirken zwischen Jesus und seinen Vater, durch heiligen Geist am Gläubigen, nicht verstanden/anerkannt wird, bzw.:
 Hier soll ein deutlicher Hinweis zu dem, was man aus der Bibel als Dreieinigkeit benennt, nicht durch die WTG-„Bibel“ an die Anhänger  weitergegeben werden.
Die Möglichkeit zu glauben, dass Gott in einen wohnt, soll einen ZJ nicht weiter interessieren – denn ein ZJ ist dann in der „Gemeinschaft mit Gott“, wenn er weiter in seiner Glaubensgemeinschaft bleibt...
 
 
 
 
"Um im göttlichen Licht wandeln zu können und nicht von Abtrünnigen irregeführt zu werden, brauchen wir die richtige geistige Unterweisung. (Lies 1. Johannes 2:26-29.) Geistgezeugte haben eine „Salbung" durch den heiligen Geist, haben Gott und seinen Sohn kennengelernt und ‘benötigen niemand [keinen Abtrünnigen], der sie lehrt’. Gott „belehrt" die geistigen Israeliten durch seinen heiligen Geist „über alle Dinge", die nötig sind, um ihn auf annehmbare Weise anzubeten (Johannes 4:23, 24; 6:45). Wir sind erfreut, daß wir als Jehovas Zeugen eine solche geistige Unterweisung von Gott durch den „treuen und verständigen Sklaven" erhalten (Matthäus 24:45-47).
Johannes ermahnt die gut belehrten Gesalbten, ‘in Gemeinschaft mit Gott zu bleiben’. Diejenigen, die „in Gemeinschaft" mit Jehova sind, erfreuen sich auch der Einheit mit seinem Sohn (Johannes 14:19-21). " - WT 15.07.1986, S. 14.
 
 
Wer folgende Bibelstellen mit der NWÜ vergleicht, erkennt die Veränderungen in denen jeweils „Gemeinschaft“ mit Jesus betont wird, für die der griechische Grundtext jedoch keine Grundlagen liefert:
Matthäus 10, 32; Johannes 6, 56; 10, 38; 14,10-14; 15, 4-7; 17,20-26; Epheser 1, 3-4 usw.
 
Der damalige Christ verstand die Gottesbeziehung nicht als einen Gott aus der Ferne, sondern als einen in sich wohnenden Gott, durch heiligen Geist.
Der Vater von Jesus war buchstäblich in ihn, durch heiligen Geist, so die aus der Bibel entnehmbaren Worte – wie diese Verstanden werden ist eine andere Frage – aber wenn man Wörter einsetzt, die der Grundtext nicht hergibt, kommt man unweigerlich zu einer anderen Auffassung.
 
Das, was „christlich“ ist, wird dann aus einer veränderten Bibel entnommen.
Dieses Verständnis wird jedoch durch die Sinn-Veränderung des griechischen Grundtextes durch eine bewusst falsche Wiedergabe der „NWÜ“ erreicht.
Der „Sklave“ will nicht dass seine Anhänger hier etwas glauben, was der allgemeinen Christenheit entspricht.
 
Wenn durch heiligen Geist der Vater in Jesus war, dann würde das Pfingstgeschehen (die Ausgießung des heiligen Geistes) bedeuten, das Gott selber in einen wohnt.
Die ersten Christen haben es zumindest so aufgefasst, bei den heutigen Christen teilweise auch noch/wieder (wie man es nimmt).
 
Diese Sichtweise, wenn Gott in einen wohnen würde, weil Gott selber den Menschen alles beibringen möchte, er ein Teil im Leben des Menschen sein will, dann bräuchte es ja den „Sklaven“ nicht mehr – zumindest in den Funktionen, die aus der Sicht der ersten Christen Gott selber ausführen wollte.
 
 
 
Zuletzt bearbeitet am 18.08.2014