7.11. Die Verwendung der eigenen, internen Bibel

 
 
7.11. Die Verwendung der eigenen, internen Bibel – "Neue-Welt-Übersetzung"
 
 
Immer wieder hört man mal als ZJ, wie sie den Leuten an den Türen ihre Hauseigene "Bibel", die NWÜ verschenken.
 
 
An dieser Stelle sei nochmal an die emotionale Schublade erinnert, in die der Zeuge Jehovas (ZJ) versucht den Wohnungsinhaber als ein "schönes Geschenk von Gott" zu verkaufen -> (liebevolle) Prägung zum Bibelfundamentalismus
 
 
 
Vorab:
Es verhält sich bei weitem nicht so, das die Sonder-Lehren der Zeugen Jehovas, wie sie der „Sklave“ vorgibt, allein von der „NWÜ“ abhängig wären.
Schon Jahrzehnte vorher bediente man sich der Zweckentfremdung und Umdeutung von Bibelzitaten, sowie der einseitigen Darstellung von Bibelversen, um das „Glaubensgerüst“, wie es jeweils die Wachtturmgesellschaft präsentierte (schon unter den Namen „Bibelforscher“), zu konstruieren.
Das Beispiel vom -> „Paradies auf Erden“  wo aufgezeigt wurde wie aus verschiedenen zusammenhanglosen Bibelversen eine Hoffnung vom Paradies zusammengestellt wird, ist theoretisch mit jeder Bibel möglich.
 
Dennoch stellt die „Neue-Welt-Übersetzung anhand der Schriften“ („NWÜ“), die eigene „Bibel“ der ZJ, ein weiteres Beispiel für die Informationsmanipulation seitens ihrer geistlichen Führung, des "Sklaven" dar.
 
Es wurde bereits vereinzelt auf bestimmte Vorkommnisse innerhalb von dieser hingewiesen - diese sollen hier noch weiter angeführt werden.
 
Ich muss ein paar Gedanken in den Raum stellen, wieso dieses Thema m.E. brisanter ist, als wie der Leser es sich hier vielleicht selber ausmalen kann:
 
Die Bibel beinhaltet Aufzeichnungen, welche dem Gläubigen die Grundlagen des christlichen Glaubens bedeuten – der Gläubige vertraut und baut auf ihre Aussagen, was diese Grundlagen betrifft.
Die Bibel ist jenes Buch, welchem aufgrund der „göttlichen Autorität“, die ein Gläubiger diesem Buch zuordnen mag, u.U. ein sehr großes Maß an Vertrauen geschenkt wird.
Je größer dieses Vertrauen, umso mehr Einfluss hat dieses Buch auf den Gläubigen.
Dabei liefert die Bibel inhaltlich die Basen für sämtlich christliche Lehren (das Gottesbild, den Heilsweg durch Jesus, die Gottesbeziehung, u.a.), aber auch für den Glauben im Alltag (Gemeindeleben, Wirken des Geistes, humane Hilfswerke, u.a.).
Klar ist, das diese Inhalte in erster Linie Aufzeichnungen über das frühe Christentum beinhalten, so das die Art und Weise, wie die biblischen Inhalte heute verstanden werden dürfen, absolut unterschiedlich ausfallen müssen, da der heutige Leser selber nicht in diesen Buch vorkommt – die Art der göttlichen Autorität kann also nur subjektiv erlebter Natur sein.
Dennoch hat es sich so eingebürgert, obwohl die Bibel nur Aufzeichnungen enthält, das ihr von vielen Gläubigen ein emotionaler Wert beigemessen wird, aber auch aus ihr Anleitung abgeleitet wird.
 
 
 
 
Kurz: Es gibt Menschen, die vertrauen diesem Buch.
 
Jeder der Gläubigen, oder jemand anders der in einer Bibel liest, vermutet das, wenn er eine solche in die Hand nimmt, dass diese an sich von einem renommierten Bibelinstitut in seine Sprache übersetzt wurde.
Der Bibel-Gläubige geht außerdem davon aus, daß er ein Buch in der Hand hält, welches von der Übersetzungsarbeit her so gut wie möglich den ursprünglichen Sinn der Grundtexte wiedergeben wird.
 
Ein Buch also, welchen bereits ein Vertrauensgefühl beigemessen wird.
Jegliche Erwartungshaltung und die Art und Weise wie er den darin enthaltenen Texten begegnen wird, ist zunächst einmal, was die Wiedergabe der Grundtexte in seine Sprache betrifft, unkritisch.
 
Auch diejenigen, welche aus unterschiedlichen Motiven die Inhalte einer Bibel kritisieren (z.B. Religionswissenschaftler und Religionskritiker), stellen kaum die Frage, wie authentisch eigentlich die Übersetzungsarbeiten an sich sind, es sei denn ihre Kritik würde sich gezielt mit dieser Thematik befassen.
Aber sonst?
 
Einer Bibel wird vertraut, geglaubt, über ihre Inhalte nachgedacht – es wird gar manches Dankgebet für dieses Buch gesprochen, welches Trost, Kraft und Hoffnung schenken mag.
Undenkbar das es Menschen geben würde, die an ihren Inhalten Veränderungen vornehmen würden, oder?
Wer würde das wagen?
Wer würde schon anmaßender weise dieses Buch, was so mancher das „Wort Gottes“ nennt, in ihrem ursprünglichem Sinn verändert wiedergeben als wie es der Grundtext wiedergibt?
 
Was für Menschen müssen das sein, die an dem „Wort Gottes“ rumspielen?
Diese Fragen mögen eine perplexe Verschwörungstheorie in den Raum stellen, da diese Gedanken in der Tat böse Absichten und Motive unterstellen, die etwas unmenschliches Anmuten lassen, das diese wiederum schon fast wieder unglaubwürdig erscheinen:
Es sind zumindest Gedanken, die man niemals gegenüber einer Institution aufkommen lassen würde, der man einmal sein Vertrauen geschenkt hat.
 
Rein psychologisch gesehen gibt es also zunächst keinen Grund, wieso ein Gläubiger, oder ein „Interessierter“ (der mit einen ZJ die „Bibel studieren“ will), der „Neuen-Welt Übersetzung“ („NWÜ“) misstrauen sollte, denn immerhin handelt es sich ja in seinen Augen um eine „richtige Bibel“, denn die ist ja „immer gleich“, so seine Annahme („und der ZJ der immer vorbei kommt ist ja auch immer so nett“...).
 
Folglich wird der gläubige ZJ, oder der Interessierte, die Wortlaute aus dieser Publikation des „Sklaven“, für die einer allgemeinen Bibel halten.
Und so wie es der Prägung eines Gläubigen entspricht, oder entsprechend der Prägung die während des Heimbibelstudiums übertragen wurde, wird er diesem Buch vertrauen – das Vertrauensgefühl wurde oder wird diesem Buch beigemessen, egal ob berechtigt oder nicht.
 
Und eines muss sogar ich sagen:
Auf den ersten Blick und in einem oberflächlichen Vergleich, hat es dem Anschein nach bei der „NWÜ" mit einer „richtigen Bibel“ zu tun.
 
Wenn da nicht die Unterschiede wären.
Was für Unterschiede?
„Alle möglichen Bibelübersetzungen unterscheiden sich in ihren Wortlauten“, mag da wer einwenden.
Muslime wissen oft besser über diese Unterschiede Bescheid als ich.
Und das bestreitet ja auch keiner, ich zumindest nicht, dass es von den Wortlauten her deutliche Unterschiede gibt.
 
Allerdings kann man davon ausgehen, dass ein renommiertes Bibelinstitut darauf achtet den ursprüngliche Sinn aus den Grundtexten beizubehalten, welcher an sich jedoch mit unterschiedlichen Formulierungen wiedergegeben werden darf – es geht also gar nicht mal um das „wie“ etwas formuliert wird, als das „was“.
 
Ich darf sagen, dass das Wasser „eisig“, „eiskalt“ ist, oder es „misst2°C“ – ist alles dasselbe.
Es kommt also auf den ursprünglichen Sinn an, welcher beibehalten werden sollte.
Vor allem dann, wenn man als eigenständige „christliche“ Religion eine eigene „Bibel“ raus bringen will, von der man erwartet, das die Anhänger dieser gegenüber dieselbe Anerkennung verleihen, dasselbe Vertrauensgefühl, wie jeder anderen Bibel auch.
Wer selber diesen Einfluss der Bibel zu eigenen Zwecken gebrauchen möchte, welche ein Bibelgläubiger ohnehin schon diesem Buch beimisst, kann entweder selber die Bibel manipulativ einsetzen (durch Zweckentfremdung oder zusätzlichen Interpretationen u.a.), oder aber noch zusätzlich die Aussagen der Bibel leicht verändern.
 
Bei der „NWÜ“ handelt sich wie schon erwähnt um eine vom „Sklaven“ selbst erstellten Publikation, welche von der Form und den Großteil an Wortformulierungen den Grundtexten entnommen wurde, jedoch dabei ihrer eigenen Hermeneutik, aber auch deren internen Gepflogenheiten, angepasst ist.
Nur diese „Bibel“, die NWÜ“, enthält Aussagen, welche auch nur den Ansichten dieser Gruppierung angepasst wurden.
 
So spielt man den Mitgliedern biblische Aussagen zu, die es an sich nicht gibt.
Daher meine Eingliederung in die Informationsmanipulation.
Wieder gereicht das Vertrauen als „Werkzeug“, was in die Bibel übertragen wurde („schönes Geschenk von Gott“), um einer „Bibel“ zu vertrauen, die es a) weder beanspruchen kann durch die Bezeichnung „Bibel“ mit anderen Übersetzungen als gleichwertig betrachtet zu werden und b) das Vertrauen und die in dieses Buch gesetzten Emotionen von Gläubigen, auszunutzen versteht, indem es als Publikation der WTG, als Werkzeug, „wie eine Bibel“ eingesetzt wird, was die implizierten Emotionen des Lesers auszunutzen versteht.
 
Dabei wurde an manchen Stellen definitiv der Sinn des Grundtextes verändert.
Die alten Sprachen zu biblischen Zeiten waren eigentlich derart präzise, das es keine Entschuldigung gibt diese Worte nicht übersetzen zu können – das „non verbale“ fehlt zwar so das es nicht möglich ist die Intensität einzelner Aussage zu ergründen, aber dennoch weiß man um die Wortlaute, so das es möglich ist zu ergründen, was im Grundtext steht und was nicht.
Zumindest für einen Experten der alten Sprachen.
 
(Tipp am Rande für Bibel-kundige: Zur Not, wenn eine interlineare Wort-für-Wort Übersetzung nicht zur Hand liegt, gibt es z.B. die Elberfelder Studienbibel, welche einzelne griechische Wörter in ihrer Grundbedeutung mit anführt. Hier mal ein link zu einer interlinearen online-Bibel, was leider nur auf Englisch zur Verfügung steht:
 
 
 
Bibelübersetzungen lassen sich hier gut miteinander vergleichen: www.bibelserver.com
(Probleme mit den Links? Bitte mailen: boasb@aol.com)
 
Bei der Bibelexegese kommt es auf den Sinn an, den der Schreiber einst verfolgt hatte.
Der Sinn, welcher gemäß der Kunst der Bibelübersetzung aus den Grundtexten erkannt und in sinngemäßen Wortlauten in der jeweiligen Sprache übersetzt wird.
Manchmal reicht da die „Volxbibel“, um einen Sinn gut rüber zu bringen, manchmal muss die Präzision der „Elberfelder“ hinhalten.
Natürlich kommt es auch auf die individuelle Auffassungsgabe der Leser an.
 
Wenn ich also von Unterschieden spreche, dann sind das nicht allein die Unterschiede von Wortformulierungen oder in der unterschiedlichen Auffassung, sondern konkrete Veränderungen des ursprünglichen Sinnes, welche durch einzelne Wörter, Substantivierungen mit richtungweisenden Hinzufügungen, konkreten Beifügungen usw., welche oberflächlich vom Inhalt her dem Inhalt eines Verses aus einer renommierten Übersetzung gleichen mag, wo jedoch bei genauerer Betrachtung der ursprüngliche Sinn konkret verändert wurde, oder eine andere Richtung erhält – welche nur die „NWÜ“ besitzt.
 
Wenn ich also von Unterschieden spreche, dann von denen, die den ursprünglichen Sinn des Grundtextes der Bibel betreffen, weil zusätzliche Formulierungen verwendet werden, für die der Grundtext keinerlei Basis liefert...
 
Ich bleib mal realistisch und sage, dass ein ZJ davon ausgeht, das seine „NWÜ“ so ziemlich die beste BÜ ist, die er sich wünschen könnte.
Im Grunde genommen erwartet der „Sklave“, dass der „NWÜ“ mehr Zustimmung geschenkt wird, als anderen Bibelübersetzungen.
 
 
„Die Neue-Welt-Übersetzung hat sich bemüht, ihren Lesern die von Gott inspirierten ursprünglichen Schriften so nahe wie möglich zu bringen.  Sie verdient ein ernsthaftes Studium. Jehovas Zeugen sind dafür dankbar, daß ihnen diese Übersetzung für ihre Zusammenkünfte, für ihr  öffentliches Predigtwerk und für ihre wichtigen persönlichen Nachforschungen zur Verfügung steht. Ja, es spielt wirklich eine Rolle, was für eine Bibelübersetzung man benutzt.“ – WT 15.11.1979
 
In dieser „Bibelübersetzung“, der „NWÜ“, findet jeder, der eingehende Vergleiche mit anderen Bibeln vornehmen würde, Sinn- Veränderungen anhand von Unterschieden vor, die in anderen Bibeln nicht zu finden sind – schon gar nicht in den dafür relevanten Grundtexten.
 
Beispiele folgend:
 
 
 
 
Zuletzt bearbeitet am 18.08.2014