6.7. Milton Modell - Bezug auf undefinierte Gruppierungen
 
 
Noch eine Einsatzmöglichkeit des „Milton Modells“ ist die Bezugnahme auf eine undefinierte Gruppierung, wie „viele“, „manche“, „andere“ usw.
 
(Nebenbei kann man mit solchen Formulierungen manipulativ den Fokus der Aufmerksamkeit auf das lenken, was man möchte, was
-> hier noch weiter vertieft wird.)
 
Hier wird es nötig, sich mit einem anderen Mechanismus unseres Unterbewusstsein zu beschäftigen:
Jeder Mensch besitzt normalerweise einen Filter mit der er die für ihn Relevanten Informationen heraus greift – was ihn nicht betrifft wird zwar wahrgenommen, jedoch nicht weiter geankert.
Diesen Filter kann man jedoch umgehen, in der man das UB einen Anlass gibt, eine Aussage sehr wohl auf sich zu beziehen.
Man braucht eine Aussage nur so zu formulieren, als wenn diese sich „richtig anhört“ oder etwas dem Anschein nach genügend begründet wurde.
Hier genügt es meist, das die Satzstellung sich von der Grammatik her „richtig“ anhört, rhetorische Komponenten mit eingeflochten werden , oder das dem Anschein nach eine Ursache und Wirkung gegeben wird („hört sich plausibel an“).
Eine Möglichkeit um dieses Wissen auszunutzen ist nun die Bezugnahme auf eine undefinierte Gruppierung, in der auf eine aus der Luft gegriffenen Menschenmenge Bezug genommen wird.
Aus dem Alltag kennt man vielleicht die Wortfloskel „ich kenne viele die so denken“, um eine eigene Sicht bei jemand anderen zu übertragen.
Hakt man dann nach, wer denn alles „so denkt“, sind es meist doch nicht mehr so „viele“...
Wo man nicht nachhakt, bewirkt so eine Aussage das sie unfreiwillig ernst genommen wird, weil das Unterbewusstsein sich mit dem Anschein zufrieden gibt („ja wenn doch viele so denken, dann sollte ich das vielleicht auch...“).
 
Eine andere Einsatzmöglichkeit ist, eine Aussage so zu formulieren, das der Empfänger das Gefühl bekommt, das es ihn selber betrifft.
Beispiele:
 
„Viele Leute würden gerne mehr Sport machen.“
 
„Es gibt eine ganze Menge Leute die sich durch den ganzen Weihnachts-Trubel belästigt fühlen.“
 
„Wer hat sich noch nie von Zigaretten-Gestank belästigt gefühlt?
 
Unser Unterbewusstsein (UB) bezieht solche Aussagen auf sich, da die erwähnte Gruppierung undefiniert ist.
Es fragt nicht erst nach der fehlenden Information, („wer ist „viele“?), sondern stellt direkt fest, das eine Aussage auf sich bezogen werden kann.
Gleichzeitig sagt der Verstand, dass es tatsächlich, oder bestimmt sogar, solche Leute geben könnte, die tatsächlich „gerne mehr Sport machen“ würden – dies wegen dem Anschein einer allgemein gültigen Aussage, wo wiederum die Form des Satzaufbaus unser UB zufrieden stellt, ganz
einfach weil es sich „Sinn-füllend“ anhört.
Macht der Schreiber jedoch eine definierte Angabe, über welche Gruppierung es sich speziell handelt, „Jugendliche im Alter von 14-17 Jahren würden gerne mehr Sport machen“, liefert man dem Unterbewusstsein keinen Grund mehr eine Aussage persönlich zu nehmen, es sei denn als Leser will man etwas bewusst auf sich beziehen, oder ist Teil dieser definierten Gruppe.
 
Und ob man etwas bewusst übernehmen will, oder etwas nur ungewollt übernimmt weil es jemand anderes ausgelöst hat, ist nun mal ein Unterschied.
 
Mit der entsprechenden Formulierung und dem Anschein einer allgemeingültigen Aussage, können nun aber auch Ansichten übertragen werden, welche nicht stimmen müssen, aber dennoch übernommen werden (wegen dem „richtigen“ Anschein).
Oder sie sind ein Appel an das Gewissen, ein indirekter Vorwurf.
Beispiele aus Kapitel 1 des Buches „Was lehrt die Bibel wirklich? - wo ich in Klammern einmal nachhake, wieso diese Aussagen m.E. jeweils
wichtige Faktoren zu übergehen versuchen:
 
 
„Doch wie es scheint, werden vor allem die wichtigsten Fragen des Lebens von vielen irgendwann nicht mehr gestellt.“
(Wer speziell sind diese „viele“ und wieso haben sie aufgehört zu fragen?)
 
 
 
Viele Menschen haben es jedoch aufgegeben, nach Antworten darauf zu suchen.“
(Wer speziell sind diese „viele“ und  wieso haben sie aufgegeben?)
 
 
 
Manche glauben zwar, dass die Antworten in der Bibel zu finden sind, aber die Bibel ist ihnen zu schwierig.“
(Wer speziell ist „manche“ und wie haben diese festgestellt das die Bibel ihnen zu schwierig ist?)
 
 
Anderen ist es unangenehm oder peinlich, Fragen zu stellen.“
(Welche Gruppierung ist „anderen“ und wieso sollte es denen peinlich sein? Soll diese Aussage vielleicht mehr ein peinliches Gefühl auslösen,
nur weil man während des „Studiums“ ungewollte Gegenfragen stellen würde?)
 
 
 
„Wieder andere sind der Meinung, mit solchen Fragen sollten sich lieber Geistliche und Religionslehrer befassen.“
(Wer ist „wieder andere“ und wieso sind sie angeblich dieser Meinung? Diese Aussage kann nämlich zwei emotionale Richtungen auslösen.
Einmal Ist es so, das ein ZJ genau in dieser Funktion als Geistlicher und Religionslehrer (auch wenn er sich nicht so benennt) Antworten auf diese Frage zu übertragen sucht (im Sinne des „Sklaven“).
 
Bez. "Geistliche und Religionslehrer":
Existiert beim „Studierenden“ bereits ein positiver Bezug zu solchen Gruppierungen, wird der Studierende den ZJ als Person gleichwertiger Kompetenz betrachten.
Wird die Aussage jedoch aus dem negativen Aspekt aufgefasst, da man von bisherigen Geistlichen und Religionslehrern keine befriedigende Antworten erhalten hat, oder andere schlechte Erfahrungen in Erinnerung hat, wird der „Studierende“ diese Aussage ebenso auf sich beziehen - „sollen doch die sich lieber mit solchen Themen befassen“.
Wenn also der Vertrauensbezug zu solchen Personen fehlt, zu den ZJ jedoch ein solcher existiert (sonst würde man ja nicht mit ihn solche Themen durchgehen), wird die Negation eben deshalb nicht auf den ZJ übertragen, da er sich eben nicht zu diesen Gruppierungen dazu zählt (ZJ sind weder als Geistliche noch als Religionslehrer bekannt).
 
Egal welchen Vertrauensbezug der Studierende mitbringt – die Aussage ist so geschickt formuliert, das beide möglich vorhandene emotionale Bezüge aufgefangen werden können, das sie den emotionalen Bezug zum ZJ seiner Wahl verstärken wird.
Bringt der „Studierende“ keine Meinung mit, wird im Laufe der Zeit ihm eine Meinung übertragen – und die sieht nicht positiv aus.
 
 
„Auch wenn manche das Gegenteil behaupten: Es gibt Antworten auf unsere Fragen und man kann sie finden — in der Bibel.“
(Wer ist „manche“ und wieso behaupten sie das man keine Antworten in der Bibel finden kann?)
 
 
„Das kann man von Menschen nicht sagen, da sie sich manchmal sehr zum Schlechten verändern.“
(Im Kontext des Buches geht es um Vertrauensbezüge. Wer ist „man“? Der Studierende soll sich selber darin finden und bei der Wahl seiner Vertrauensbezüge augenscheinlich allein auf Gott setzen. Aber warum sollte man dann den ZJ aus dieser Aussage ausschließen, denn er ist doch auch nur ein Mensch? Auch hier werden zwei Richtungen in den emotionalen Vertrauensbezügen angesprochen. Die eine wäre, wenn z.B. Verwandte und Bekannte des Studierenden sich dahingehend „sehr zum Schlechten verändern“, wenn diese sich negativ zum Kontakt mit den ZJ äußern (was eine natürliche Reaktion wäre).
Die bereits existente Vertrauensbasis zum ZJ wird aufgrund der bisherigen positiven Prägung natürlich nicht mehr in Frage gestellt.
Konkret wird diese Absicht mit folgender Aussage, auch aus dem ersten Kapitel:
 
 
„Wenn wir die Bibel studieren und immer mehr daraus lernen, müssen wir allerdings damit rechnen, dass uns manche durchaus in guter Absicht daran hindern wollen.“
 
 
 
Manche fühlen sich bei dem Gedanken an Jehovas überragende Eigenschaften nicht so recht wohl.“
 
(Wer ist „manche“ und wieso sollten sie sich nicht wohl fühlen, nur weil in der Bibel „Jehova-Gott“ so „überragend“ dargestellt wird? Diese
Aussage wird einfach so in den Raum gestellt, ohne sie zu beleuchten, so als ob der “Studierende“ sich für einen Moment unwohl fühlen soll.
Warum sonst wird diese Aussage, ohne weiteren Kommentar, angeführt?)
 
 
„Wenn wir dieses Buch zur Hand genommen haben, gehören wir wahrscheinlich zu denen, die auf wichtige Fragen des Lebens eine Antwort suchen.“
(Wer ist „wir“? Und was ist wenn man nur die Ansichten der ZJ kennen lernen wollte? Warum soll der Anschein erweckt werden, das Buch
würde Antworten geben? Was ist wenn man gar keine Antworten wollte? Aber sonst hätte man ja nicht dieses Buch “in die Hand genommen“ nicht wahr?)
 
 
„Je mehr wir über Jehova lernen, umso realer wird er für uns und umso mehr Gründe haben  wir, ihn zu lieben und uns ihm nahe zu fühlen.“
 
(Wer ist „wir“? Und wieso wird eine emotionale Reaktion als eine Folge des „Studiums“ derart vorweggenommen?)
 
 
„Damit wir diesen Verheißungen jedoch glauben können, müssen wir mehr über den Gott erfahren, von dem sie stammen.“
 
 
„Es ist gut, solche Fragen zu stellen, und wir sollten auf keinen Fall aufgeben, bis wir befriedigende, zuverlässige Antworten gefunden haben.“
(Wer ist „wir“? Der vereinnahmende Charakter dieses Wörtchens wird offensichtlich. Diese Aussagen sollen Bewirken das der „Studierende“ natürlich mit dem „Studium“ fortfährt.)
 
 
Neben den Aussagen aus den Absätzen des HBSH gibt es zu diesen noch die „Studienfragen“, wie z.B.:
 
„Warum hören viele auf, nach Antworten auf die wichtigsten Fragen des Lebens zu suchen?“
„Warum sind viele der Meinung, das Leid der Menschen sei Gott gleichgültig?“
„Warum denken manche Menschen, sie könnten Gott niemals näher kommen, aber was lehrt die Bibel?“
„Was könnten manche in guter Absicht versuchen, und wie sollten wir darauf reagieren?“
 
Auch hier könnte ich bereits erwähntes hinterfragen und entsprechendes einwenden.
Das waren nur einige Beispiele aus dem ersten Kapitel des derzeit aktuellen HBSH. Zählt man das Buch durch, kommt man auf über
800 Verwendungen dieser undefinierten Bezugsgruppen, wenn man nur mal das Wort „wir“ nimmt – wer ist „wir“?
Diese Frage sollte man den Autor dieses HBSH stellen.
 
Denn „wir“ wird zu Beginn und während des „Studiums“ auf den „Studierenden“ bezogen, obwohl er gar nicht mit zu dem „wir“ gehört, mit dem der „fertige“ ZJ sich später zur Gruppierung identifizieren wird.
Dieses „wir“ (sowie das „uns“) verhilft dazu, dass der Leser im Sinne des Sklaven, etwas auf sich bezieht.
Weil diese Gruppierung undefiniert ist – anstatt den Leser direkt anzusprechen, mit „du“ oder „der Leser“ (im „Paradiesbuch“ wird sehr oft das „du“ an den „Studierenden“ verwendet, was ich okay finde, weil der Leser die Wahl hat sich damit angesprochen zu fühlen oder nicht), wird mit dem Wort „wir“ wiederum direkt das UB angesprochen, weil es der natürlichen Neigung nachgeht, eine allgemein klingende Meinung zu übernehmen.
 
Es trägt mit dazu bei, das die emotionale Vereinnahmung auf die Inhalte übertragen werden.
Nach außen erhebt ein „wir“ den allgemeingültigen Anschein, etwas nicht auf sich beziehen zu müssen („kann – nicht muss“) – dabei ist es eine direkte Ansprache an das UB, welches ungefragt etwas auf sich bezieht, wie hier bei den Fragen aus dem Vorwort aus dem HBSH:
 
„Wie werden wir mit unseren Ängsten und Sorgen fertig? Wie können wir ein glücklicheres Familienleben führen? Was geschieht mit uns, wenn wir sterben? Werden wir unsere geliebten Verstorbenen jemals wiedersehen? Warum können wir sicher sein, dass Gott hält, was er für die Zukunft versprochen hat?“
 
Hier in diesen Fragen erkennt man die Kombination mit anderen Techniken aus dem Milton Modell, z.B. der bereits betrachteten Substantivierung, wo etwas unweigerlich persönlich durchgearbeitet wird, ohne das man es wollte.
 
Nicht nur hier im Anfang des Buches soll das UB des Lesers diese Fragen auf sich beziehen.
Dieses „wir“ begleitet einen ZJ sein Leben lang, so lange er es zulässt, dieses „wir“ auf sich als Teil der Gruppierung zu beziehen, was er ja auch in Sinne des „Sklaven“ tun soll.
 
Der „Studierende“ soll während der Indoktrinierung auf die psychologischen Mechanismen innerhalb der Gruppierung vorbereitet
werden.
Während also der „Studierende“ zu Beginn des „Studiums“ dieses „wir“ auf die Menschen im Allgemeinen deuten könnte, verwandelt es sich im Laufe des Studiums in seinem Bezug, so dass gegen Ende des Studiums ein anderes „wir“ angesprochen wird, und zwar das, was das „wir“ einer Gruppe von Indoktrinierten ZJ entspricht.
 
Nach und nach wird der angehende Neu-ZJ in dieses „Wir-Gefühl“ der Gruppierung hinein geleitet, worauf man ihn auch nirgendwo hinweist, dass man das bei ihm vorhat.
 
Gegen Ende des „Heimbibelstudiums“ wird der Beeinflusste diese Eigenart bereits übernommenen haben, das „wir“ in der Wachtturmliteratur, nur auf die Menschen zu beziehen, die eine „wahre Anbetung“ ausüben.
Beispiel aus Kapitel 16:
 
„Eine weitere Möglichkeit, für die wahre Anbetung einzutreten, besteht darin, mit anderen über das zu sprechen, was man beim Bibelstudium mit Jehovas Zeugen gelernt hat... Vielleicht kennen wir ja einige, denen es so ergeht. Könnten wir nicht mit ihnen über unsere biblisch begründete Zukunftshoffnung sprechen? "
 
"Wer sich mit wahren Christen versammelt und anderen von den begeisternden Wahrheiten erzählt, die er aus der Bibel gelernt hat, der wird feststellen, dass jede noch verbliebene Sehnsucht nach Bräuchen der falschen Religion mit der Zeit verschwindet."
 
"Wir können uns darauf verlassen: Wenn wir für die wahre Anbetung eintreten, werden wir sehr glücklich sein und reich gesegnet werden.“
 
 
Um das noch etwas auszubauen:
Der Autor verwendet zu Beginn der Indoktrinierung ein „wir“ als indirekte Anrede an das UB des Lesers, welches aus dem „wir“ und „man“ = „du“ oder „dir“ macht, aus einem „uns“ = „mich“ oder „mir“. Beispiel:
 
„Wenn wir dieses Buch zur Hand genommen haben, gehören wir wahrscheinlich zu denen, die auf wichtige Fragen des Lebens eine Antwort suchen.“
 
Das UB empfängt hier:
„Wenn ich dieses Buch zur Hand genommen hast, gehöre ich wahrscheinlich zu denen, die auf wichtige Fragen des Lebens eine Antwort suchen.“
 
„Es ist gut, solche Fragen zu stellen, und wir sollten auf keinen Fall aufgeben, bis  wir befriedigende, zuverlässige Antworten gefunden haben.“
 
 
Wer ist „wir“?
Ich und das Buch?
Denn der Leser gehört definitiv zu den Menschen, die dieses Buch in die Hand genommen haben – ergo: „wir“ = „ich“.
Ein „wir“ einzusetzen hält jedoch die „Allgemeingültigkeit“ als Illusion aufrecht, und ein „wahrscheinlich“ einzusetzen verharmlost die Sache, um die Illusion der Zwanglosigkeit weiter auszubauen (siehe -> „Weichmacher“)
 
Beispiel mit der Verwendung von „uns“:
 
„Je mehr wir über Jehova lernen, umso realer wird er für uns und umso mehr Gründe haben wir, ihn zu lieben und uns ihm nahe zu
fühlen.“
 
... „uns“ wird im UB dann zum „mich“, oder „mir“.
„Soll ich uns einen Videofilm ausleihen?“ – soll verdeutlichen das ein „uns“ im Alltag eine direkte Verbindung zum „ich“ haben kann – ein „uns“ jedoch undefiniert zu äußern, lässt das UB ungefragt annehmen, das es etwas genauso auf sich beziehen kann.
 
Nicht umsonst wird diese indirekte Anrede so häufig verwendet.
Wie schon gesagt „wir“, über 800mal allein in diesem Buch – „uns“ über 400mal.
Man würde Jahre brauchen um die gesamte Wachtturmliteratur nach den linguistischen Prägungen und Auswirkungen dieser Art zu durchsuchen die mit diesen indirekten Ansprechen des UB des Lesers ausgelöst werden – in den letzten 40 Jahren wurde das „wir“ über 230.000mal verwendet, meist um die Identifikation, das „Wir-Gefühl“der ZJ als Gruppierung, weiter suggestiv in dem jeweiligen Leser zu
verfestigen.
 
Eine Suchmaschine (Watchtower Libary 2010 – CD-ROM) für die Wachtturmliteratur der letzten 40 Jahre (1970-2010) ergibt bei den folgenden Anwendungen eine Trefferquote von:
 
„manche“ + „oft“ - ca. 1100 Treffer
„viele“ + „andere“ - ca. 14000 Treffer
„manche“ + „andere“ - ca. 4000 Treffer
„viele“ + „oft“ - ca. 5200 Treffer
 
Natürlich muss ich sagen, dass diese Wortkombinationen, oder das „wir“ und „uns“ und „man“, nicht immer suggestiv eingesetzt werden (wie zum Beispiel in Berichten über Naturphänomene seitens der Zeitschrift „Erwachet!“) – die Auszüge aus dem HBSH zeigen jedoch sehr wohl wie diese bei dem „Interessierten“ besonders gezielt und in Kombination mit zu übertragenden Ansichten recht gezielt eingesetzt werden.
 
Zusammengefasst:
Wie schon angeführt kommen diese undefinierten Bezugsgruppen im Satzbau („wir“, „manche“, „man“, „viele“, „andere“, „wenige“, „uns“ u.a.) immer wieder durch das gesamte Buch hindurch vor, sowie in der gesamten Literatur der WTG vor – dies in Kombination mit den zu übertragenden Ansichten.
Meist um nach außen den Anschein zu erwecken, das eine Aussage den Wert einer allgemeinen Ansicht standhält, als wenn es angeblich mehrere Menschen gibt, die diese Aussagen tätigen, was eine Übernahme der Inhalte begünstigen soll - und um einen ungezwungen erscheinenden Schreibstil zu wahren.
Dabei erfüllen sie den Zweck, dass der Leser oder der „Studierende“ bestimmte Aussagen genauso übernehmen soll, wie sie in den Absätzen geschildert werden.
Auch können so Optionen illusioniert werden, oder eine vorweggenommene Meinung übertragen werden.
Im Buch „Was lehrt die Bibel wirklich?“ sowie den Vorgängern an Büchern zum Zweck der Indoktrinierung, dienen diese Redewendungen auch um die gewollten Antworten der Fragen (vor allem den Suggestivfragen) in eine bestimmte Richtung vorzugeben.
In der Bibel findet man übrigens keine solche Redewendungen – aber in einem externen „bibelerklärenden“ Buch kann der „Sklave“ die natürlich verwenden.
Im Laufe der weiteren Ausführungen, wenn Zitate aus der WTLiteratur angeführt werden, so wird der Leser unweigerlich auch immer wieder auf diese Formulierungen stoßen.
Genauso wie auf andere bereits besprochene Techniken nicht immer wieder aufmerksam gemacht wird, mögen diese aber dann doch als solche ins Auge springen.