6.6. „Milton Modell“ - Unspezifische Verben
 
 
Verben sind Zeitworte oder „Tätigkeitswörter“, wie „laufen“, „reden“, „schlafen“ etc.
Genauso wie bei den Nomen und Adjektiven, so macht die Verwendung eines Verbs an sich noch keine Suggestion aus.
Auch hier sind spezielle Begriffe gefragt, die ohne weitere Erklärungen (unpräzise, Bruch in der Sprache) verwendet werden, da Ergänzungen in der Sinnfrage unbewusst und individuell vorgenommen werden.
 
Im „Milton Modell“ werden thematisch die Begriffe verwendet, welche die verschiedenen Arten an unsichtbaren Aktivitäten eines Menschen betreffen, wie „lernen“, „denken“, „erlauben“, „erfahren“, „fühlen“, „wahrnehmen“, „lösen“, „entdecken“, „finden“, „wissen“, „integrieren“, „verbinden“, „verändern“ usw.
 
Speziell in der WT-Literatur muss man noch „nachsinnen“, „studieren“ oder „Erkenntnis in sich aufnehmen“ hinzunehmen, oder offene Grenzen in den Tätigkeiten („Wenn du alles tust, was du kannst, um Jehova zu gefallen, dann fühlst du dich richtig gut — echt zufrieden!“).
 
Auch hier kommt es darauf an diese Tätigkeiten innerhalb eines Satzes bewusst „schwammig“ einzufügen - allgemein gehalten, ohne weiterer Erklärung, unspezifisch.
Der Leser soll auch hier wieder seine individuellen Vorstellungen über diese Tätigkeiten direkt bei der Überlegung, wie ein Satz zu verstehen ist, auf sich beziehen.
 
Beispiele:
 
„Die Schuhe fühlen sich komisch an.“
„Wie findest du den Bäcker von nebenan?“
„Du könntest versuchen eine eigene Lösung für deine Probleme zu finden.“
„Wenn Du meinst, dann mach wie du denkst.“
 
Innerhalb der Wachtturmliteratur findet man den Einsatz der unspezifischen Tätigkeiten nicht nur in gedanklichen Prozessen, sonder auch in der praktischen Ausübung des Gottesdienstes.
Hier findet man viel mehr einem richtungweisenden Einsatz der formulierten Tätigkeiten, im Sinne der angestrebten Veränderung des Menschen, wie er sich zu verhalten hat.
 
Bei den gedanklichen Tätigkeiten wird selbst die Art und Weise, wie man zu denken hat, Vorgaben gemacht, was sich ja u.a. auch im
-> 5.6. Gedankenstop manifestierte.
 
 
Die WT-Literatur vermittelt über 7 Millionen Anhängern das gleiche Glaubensgefühl, diese „Speise“ als von Gott kommend verpflichtend anzunehmen - auch das will irgendwie erreicht werden. 
Allgemein gehaltene Aussagen sind daher im Prinzip die geläufigste Form, um eine große Menge an Menschen zu erreichen.
 
 
Doch auch hier muss man unterscheiden.
Erreichen kann man Menschen auf unterschiedliche Wege.
Ein allgemeiner Ansporn, wie z.B. ein Lob, kann das innere eines Menschen erreichen.
Noch anders der Schreibstil einer Tageszeitung wo ebenfalls viele Menschen mit erreicht werden, wo auch Meinungen zu gebildet werden.
 
Noch ganz anders sind aber suggestive Aussagen, welche bewusst nur dem Anschein nach so allgemein formuliert wurden, dabei aber aufgrund der Art und Weise wie die Verben unspezifisch eingesetzt werden, eine Suggestion auslösen sollen.
 
Es wäre z.B. ein Unterschied, wenn im Wachtturm stehen würde:
„Es reicht 3 Stunden im Monat predigen zugehen.“ (was präzise wäre).
 
Die Realität sieht aber so aus, dass die persönlichen Einsatzmöglichkeiten unspezifisch formuliert werden, da jeder „sein Bestes“ geben soll.
Jeder Anhänger der ZJ wird so eine Aussage unfreiwillig auf sich persönlich beziehen und einen Selbstvergleich
 
Das pikiere an dieser Sache ist, das wenn jemand schon sein „Bestes“ gibt und dafür keine Anerkennung erfährt, dann aber eine neue Aussage wieder unbewusst auf sich bezieht, weil sie in einer suggestiven Botschaft verpackt wurde in der gesagt wird, er soll weiter  versuchen sein „Bestes“ zu geben, das immer wieder neu eine Selbstkritik ausgelöst werden kann.
 
Doch vorher ist es dem „Sklaven“ einmal wichtig den „Studierenden“ aufzuzeigen, das er die Prozesse des Lernens persönlich auf sich als etwas individuelles, ebenso das die Art und Weise, das „wie“, sowie das „was“ aus der Bibel „studiert“ wird, dann genauso unbefangen auf sich bezogen wird, was aber dann entsprechend den Vorgaben des Sklaven erfolgt.
 
Das will wie folgt illustriert werden - zunächst einmal soll der Studierende folgendes auf sich einwirken lassen - WTG-Buch, „Was lehrt die Bibel wirklich?“, S.6:
 
„Denken wir nur einen Augenblick an die Ängste und Sorgen,
die uns persönlich belasten.“
 
S.9 - Überschrift: „ES LOHNT SICH, DIE BIBEL KENNEN ZU LERNEN
 
S.12 - Überschrift: GOTT MÖCHTE, DASS WIR IHN KENNEN LERNEN
 
S. 15: „Wie kann man Gott näher kommen? Ein erster Schritt wäre, Gott besser kennen zu lernen — also genau das zu tun, was wir gerade angefangen haben.“
 
S.16: „Ja, mehr über Jehova und Jesus zu lernen bedeutet gemäß der Bibel „ewiges Leben“.
Je mehr wir über Jehova lernen, umso realer wird er für uns und umso mehr Gründe haben wir, ihn zu lieben und uns ihm nahe zu fühlen.“
 
S.17: „Der beste Weg, etwas über Jehova zu lernen, ist ein Studium der Bibel.“
 
 
An diesen Gedanken ist eine Ausdehnung erkennbar, genauer gesagt eine Umleitung der Motive, wieso der Interessierte sich mit der Bibel beschäftigen soll:
 
„Gott besser kennen zu lernen“.
 
Wie soll er das tun?
Durch ein „Studium“ der Bibel, was mit "also genau das zu tun, was wir gerade angefangen haben" umschrieben wird.
Das diese Umschreibung eine Indoktrinierung umfasst, wird natürlich nicht gesagt.
 
Vorher wollte der Studierende vielleicht nur die Hauptlehren der Bibel kennenlernen (eben sich nur mit der Bibel/christlichen Glauben befassen).
Jetzt wird er dazu noch „Gott besser kennen lernen“wollen, was als ein Beispiel für einen bewusst eingepflanzten Wunsch genommen werden kann.
 
Hier wird eine emotionale Grundmotivation eingepflanzt, ohne das der Studierende sich gewahr ist, diese auf unnatürlichem Weg entwickelt zu haben.
 
Nichts dagegen wenn jemand „Gott besser kennenlernen möchte“.
Ich habe nur etwas dagegen, wenn man einen solchen Wunsch bewusst künstlich erzeugt, nur um Gott dann aus der Sicht des „Sklaven“ vorgestellt zu bekommen, was mit der Bindung an diesen "Sklaven" enden soll.
 
Während im „Milton Modell“ diese unpräzisen Definitionen aus der eigenen Erfahrung erstellt werden, so wird während der Indoktrinierung zum ZJ diese Spezialisierung, „wie“ etwas zu lernen ist, weiter in die Richtung ausgebaut, „umdefiniert“ um genau zu sein, wie es der „Sklave“ gerne hätte.
 
Das ist das, was ich mit der Flexibilität der Sprache meinte, das Suggestionstechniken eben nicht nur im Sinne des Erfinders eingesetzt werden (Psychotherapien u.a.), sondern zu anderen Zwecken eben leider auch missbraucht werden, wenn man hier beispielsweise die Vorgabe der vom Sklaven gewünschten Tätigkeiten denkt:
 
 
S. 18: „Die Bibel ist auch ein Geschenk, das zu Herzen geht, denn sie offenbart uns etwas über den Geber, Jehova Gott. Er möchte offensichtlich, dass wir ihn gut kennen lernen, sonst hätte er uns dieses Buch nicht geschenkt.“
 
 
EdA: Gleichstellung: Bibel kennenlernen = Gott kennenlernen = Indoktrinierung = an den „Sklaven“ binden.
So auch bei den anderen Beispielen hier:
 
 
S. 26: „Die Bibel ist wirklich ein Buch von Gott. Wir sollten sie lesen, studieren und lieben lernen.“
 
EdA: ...was dann im Sinne des Sklaven zu erfolgern hat.
Und wieso sollte man die Bibel lieben?
Entweder man kann etwas lieben oder man kann etwas nicht lieben - aber etwas sollen = müssen?
Allein der "Sklave" bekundet hier sein Interesse, das der Interessierte eine Motivation übertragen bekommt, als wenn allein diese eine Form der Gemütshaltung einer Norm entspräche - abweichende Gefühlsregungen gegenüber der Bibel, und seien diese noch so authark, werden dann als Negation erlebt.
Dabei sollte es so sein, das der Bezug zu Gott kaum mit einer Pflicht zur Liebeshaltung gegenüber der Bibel zu erreichen sei...
 
Zur Erinnerung: Gleichstellung: Bibel kennenlernen = Gott kennenlernen = Indoktrinierung = an den „Sklaven“ binden:
 
S. 36:  „Was für einer wunderbaren Zukunft können doch Menschen entgegensehen, die sich entschließen, unseren großartigen Schöpfer, Jehova Gott, kennen zu lernen und ihm zu dienen!“
(Wie dieser Dienst dann aussieht, erklärt der "Sklave" gerne an anderer Stelle...)
 
S. 42: „Was Jesus während seines Lebens auf der Erde sagte und tat, hilft uns, ihn gut kennen zu lernen.“
 
S.54: „Jehova besser kennen zu lernen ist eine Möglichkeit, Dankbarkeit für das Geschenk des Lösegelds zu zeigen“
 
S. 55: „Wie können wir nun zeigen, dass wir Gott für das Geschenk des Lösegelds dankbar sind? Lernen wir Jehova, den großen Geber, besser kennen …. Je besser wir Jehova kennen lernen, umso größer wird unsere Liebe zu ihm.“
 
….
 
S. 156: „Auch sollte man seinen persönlichen Wunsch, für die wahre Anbetung einzutreten, jeden Tag im Gebet erwähnen und Jehova um Hilfe bitten, so zu denken, wie er denkt“.
 
EdA: Auch hier greifen die Vorgaben des „Sklaven“, welcher vorgibt wie die „wahre Anbetung“ auszusehen hat, oder wie „Gott denkt“.
Auf das bereits übertragende wird weiter aufgebaut.
 
S. 169: „Wenn auch wir in unseren Gebeten Gott an die erste Stelle setzen, zeigen wir, dass wir nicht nur an uns selbst denken.
 
EdA: Ein gutes Beispiel für das im Milton Modell verwenden der formulierten Kausalität, welche an sich nicht haltbar ist;
Klar darf uns sollte ein Gläubiger Gott im Mittelpunkt eines Gebetes stellen, aber er sollte es nicht tun um zu zeigen, das man nicht nur "an sich selber denkt".
Wer schon im "Studium" so weit vorgerückt ist, der versteht unter dem Begriff "Gott" das Bild, welches der Sklave im auch nur vermittelt hat, wie er zu glauben hat, wie dieses Gotztesbild gefälligst auszusehen hat.
Verbunden damit sind dann im "besten Fall" längst Ansichten und Gepflogenheiten der Zeugen Jehovas übertragen worden.
"Gott an die erste Stelle zu setzen" bedeutet für einen ZJ, das er für seine Organisation Mitglieder werben muss.
Er denkt dann genaugenommen nur dann nicht mehr nur an sich selbst, wenn er seine ihm auferlegte Pflicht als ZJ nachgeht.
 
 
S. 185: „Damit wir in Gottes Liebe bleiben, müssen wir uns bewusst machen, wie Jehova seine Liebe uns gegenüber bewiesen hat. Denken wir nur an einige biblische Lehren, die wir in diesem Buch besprochen haben ...“
 
S. 187: „Um Jehova näher zu kommen, muss man unbedingt etwas über ihn lernen.“
 
S: 188:  „Wir müssen weiterhin Erkenntnis über Jehova Gott und Jesus Christus in uns aufnehmen (Johannes 17:3). Wir müssen über das, was wir aus Gottes Wort erfahren, nachsinnen, das heißt uns in die Gedanken vertiefen, indem wir uns fragen: „Was kann ich daraus über Jehova Gott lernen? Welchen weiteren Grund liefert es mir, Gott mit ganzem Herzen, ganzem Sinn und ganzer Seele zu lieben?“ (1. Timotheus 4:15). Wenn wir auf diese Weise nachsinnen, wird unsere Liebe zu Jehova stets wie ein loderndes Feuer brennen.“
 
 
Man beachte auch den Start „es lohnt sich“ zu lernen (er wird „angelockt“...), bis zum Schluss des Buches: „Wir MÜSSEN“ (... und „eingefangen“), denn immerhin soll ja die Bindung an die ZJ dauerhaft erfolgen.
Dieser Zwang soll dann das gesamte Restleben eines ZJ begleiten, immerzu sich mit neuen Suggestionen beeinflussen zu lassen.
Siehe auch -> 7.11.1. Beispiele für die veränderte Wiedergaben des griechischen Grundtextes in der NWÜ. wo aufgeführt wird, das man sich nicht zu schade ist, sogar den griechischen Grundtext Sinn-verändert in der NWÜ anzu passen, nur um eine angeblich biblische Aussage zu konstruieren, um immer weiter die Publikationen der WTG durchzunehmen...
 
Auf die Gründe, dies auf Dauer umzusetzen, wird ebenso regelmäßig „hingewiesen“ – auch durch den „Wachtturm“ und den anderen Publikationen:
 
„Sie müssen ihr Verhalten begründen können. Auch müssen sie wissen, wie sie am besten damit umgehen, wenn man sie wegen ihrer Religion auslacht.“ - WT 15.01.2010, S.19
 
„Sie müssen lernen, sich dem Christus unterzuordnen und sich daran zu orientieren, wie er die Versammlung leitet.“ - WT15.05.2010, S.12:
EdA: ... die leitet er nämlich angeblich durch den auto-autoritären "Sklaven".
 
 „Und natürlich müssen wir auch demütig anwenden, was wir lernen.“ - WT 15.09.2010, S.11.
EdA: ... das tun was der "Sklave" sagt.
 
„Heute wollen viele gar nicht wissen, was die Bibel sagt. Doch um das Wort Gottes beharrlich verkündigen zu können, müssen auch wir die Botschaft der Bibel völlig verinnerlicht haben. Deshalb ist es so wichtig, regelmäßig zu  studieren — nicht nur dann, wenn es sich gerade ergibt.“ - WT 15.02.2010,S.8.
 
 
Mit dieser Methode, an die Mitglieder erst einen gewollt individuell auffassbaren Gedanken aufkommen zu lassen, wird letztlich dieser im Sinne des „Sklaven“ weiter ausgebaut,  wie er persönlich etwas machen könnte (und „sollte“).
 
Aus übertragene Gedanken werden dann geforderte Taten, welche man aus Angst diese zu bezweifeln, nicht mehr in Frage stellen wird.
Der Sklave überträgt mit Liebe die Liebe zu Jehova Gott in das Herz des Ahnungslosen, damit dieser im Sinne des Sklaven weitere Anhänger für die WTG aquiriert...
 
Es hat des Weiteren den „Vorteil“, dass jedes Mitglied diese Gedanken mit seiner bereits übertragenden Selbstkritik auffassen wird.
Vor allem was den „Predigtdienst“ betrifft und an anderer Stelle schon betrachtet wurde.
Da man sich selber ausmalt, wie viel man machen müsste oder könnte, muss man es nicht mehr individuell vorschreiben, denn der ZJ selber
nimmt die Kontrolle gemäß den übernommenen Normen des „Sklaven“ an sich selber vor – dies also nicht weil ein anderer jemanden ins
„Gewissen redet“, sondern weil die eigene Überlegung über das, was man „machen könnte und daher auch tun müsste“, aufgrund der übernommenen Normen, zum selbst auferlegten Zwang werden.
 
Während die Mitglieder der Mun-Sekte jeweils einen „Aufpasser“ bei sich haben (gerade bei Neulingen), so übernimmt es hier das auferlegte „Gewissen“ eines ZJ diese Kontrolle.
Intern wird auch schon einmal direkt zu einer „Selbstprüfung“ aufgefordert, ob das Mitglied auch noch konform mit den Vorgaben des „Sklaven“ agiert:
 
 
„Hier einige Fragen zur Selbstprüfung: Möchte ich wirklich kein Teil der Welt sein? Kennen andere meinen biblisch begründeten Standpunkt, was Feiern, Feste und Bräuche betrifft — und zwar auch solche, die nicht unbedingt heidnischen Ursprungs sind, aber eindeutig den Stempel der Welt tragen?“ – WT 15.01.2010, S.15.
 
 
„Aber was, wenn unser Eifer für den Dienst nachgelassen hat oder er für uns nur noch Routine ist? Dann ist es Zeit für eine ehrliche  Selbstprüfung.“ – WT 15.02.2010, S. 9.
 
 
„Hier ein paar Fragen zur Selbstprüfung: Bin ich völlig davon überzeugt, dass Gottes Normen richtig sind? Glaube ich fest daran, dass sie für mich das Allerbeste sind? (Psalm 19:7-10; Jesaja 48:17, 18). Hast du daran den leisesten Zweifel, dann tu etwas dagegen. Denke darüber nach, was es für Konsequenzen hat, wenn man Gottes Gesetze ignoriert.“
– „Gottes Liebe Buch“, S. 108.
 
 
„Natürlich darf uns unser Bibelwissen und die Weisheit, die wir uns dank Gottes Wort aneignen, nicht zu Kopf steigen. Es wäre daher gut, uns regelmäßig selbst zu prüfen, ob sich in uns nicht Stolz oder eine andere Schwäche breitmacht.“ - „Gottes Liebe Buch“, S. 202.
 
 
Dieses „neu erworbene Gewissen“ (die fremd-übertragene Selbstkritik), welches sich an „die Maßstäbe Gottes richtet“ (den Vorgaben des „Sklaven“), ist eigentlich nichts weiter als ein suggestiv induzierter, selbst erstellter Gedanke „was man sonst noch alles machen könnte“ (oder müsste), welcher durch den bewussten Einsatz von unspezifischen Verben seitens des „Sklaven“ ausgelöst wurde.
 
Insofern hat das noch weniger mit „Gottes Geist“ zu tun als viel mehr mit einer autosuggestiven Selbstkritik nach den Maßstäben des „Sklaven“.
Dieser wiederum lässt seine Anhänger anhand ihrer eigenen Vorstellungen agieren, welche wiederum von ihm ausgelöst wurden und in bestimmte Bahnen gelenkt wird.
 
Beispiele von Aussagen, die individuell, somit auch in der persönlichen Selbstkritik, aufgefasst werden sollen:
 
 
„Ganz sicher möchten wir unser Bestes geben, um regelmäßige Verkündiger des Königreiches zu bleiben.“
– WT 15.02.2010 S. 18.
 
Tun wir in diesem Werk voller Eifer unser Bestes, wird uns Jehova segnen und uns helfen, weiter  geistig zu wachsen.“ – WT 15.04.2010, S. 26.
 
„Wie unsere persönliche Situation auch aussieht, Jehova erwartet von uns, dass wir ihm unser Bestes geben — unser Dienst muss immer von ganzem Herzen kommen... Würden wir Jehova weniger geben, liefe das darauf hinaus, dass wir nicht unserer Hingabe entsprechend leben... Außerdem würden wir uns um die innere Zufriedenheit, die echte Freude und andere Segnungen bringen, die sich daraus ergeben, dass wir uns mit ganzer Seele einsetzen...“ - WT 15.07.2008, S.29.
 
Wo in diesen Beispielen wird eine Grenze gezogen?
Was ist „unser Bestes“?
Jeder ZJ wird für sich daraus seinen eigenen Schluss ziehen und sich immer fragen, ob es auch wirklich sein „Bestes“ ist, was er da vor allem an Zeitaufwand an seinen „Predigtdienst“ vollbringt.
 
Dabei wäre dies ganz leicht zu handhaben, wenn man sich wirklich an das Vorbild der ersten Christen hielte, die ohne solchen erzeugten Druck Glaubenswerke vollbrachten.
Dies allein aus einer Gottesbeziehung heraus, je nachdem was und wie Gott mit einen Gläubigen interagieren wollte.
 
Auch diese Vorgehensweise, die Verwendung von interpretationsbedürftigen Anforderungen an die Mitglieder innerhalb der „geistigen Speise“ des „Sklaven“, ist eine permanente Beeinflussung des Mitgliedes, welche schon seid Jahrzehnten und unzählige Male vorgenommen wurde – auch dies wäre ein „Mammutprojekt“ für sich, diese in Schriftform aufzulisten.