6.2. Was ist eine Suggestion?
 
 
Frag ich doch zunächst mal ein Lexikon:
Suggestion: starke Beeinflussung des Denkens, Fühlens, Wollens oder Handelns unter Umgehung der rationalen Persönlichkeitsanteile (des Beeinflussten).
Die Suggestibilität (Beeinflussbarkeit) ist erhöht bei willensschwachen, unselbstständigen und leichtgläubigen Menschen.
Außerdem hängt sie vom Alter, Geschlecht und der aktuellen Situation, wie Erregbarkeit, Angst, Müdigkeit, Drogeneinwirkung, ekstatische, hypnotische Zustände und Massenbeeinflussung, ab...
Die Suggestivität des Beeinflussenden (Suggerierenden) steigt, sobald er als der Stärkere, Informiertere, Selbstsicherere, sozial Höherstehende gilt.
Es wird zwischen Hetero-Suggestion (Fremdbeeinflussung) und Auto-Suggestion (Selbstbeeinflussung) unterschieden, wenn auch bei jeder Suggestion beide Komponenten beteiligt sind.
Die Fremdbeeinflussung spielt besonders eine Rolle bei Werbung, Propaganda, Erziehung und Gruppendynamik.
Die durch Suggestion(en) herbeigeführte Reaktivierung der Erinnerung an früher Erlebtes wird retroaktive Suggestion genannt und ist dem bewussten Erinnern weit überlegen. 
(Sachlexikon Psychologie, von Meyers Lexikonredaktion).
 
 
Ich möchte oben stehendes wie folgt ausweiten:
Eine Suggestion ist eine Manipulation einer Ebene des Menschseins, welche unabhängig vom bewussten Denken agiert.
Man kann diese positiv verwenden, um Menschen zu helfen und zu ermuntern, wie in einer Psychotherapie.
Aber heutzutage werden Suggestionstechniken meist verwendet um zu Überzeugen oder zu Überreden, so das der Empfänger sich im Sinne des Beeinflussenden verändert – innerlich und in seinen Verhalten.
Ich denke das ich hier die Ähnlichkeit der Absichten mit der Indoktrinierung erwähnen sollte, wo erweitert der Mensch in seiner Gesamtheit umstrukturiert werden soll, um den Ansprüchen einer Gruppierung gerecht zu werden.
Der Leser darf darüber überrascht sein, solche Vorgehensweisen nun auch bei den ZJ vorzufinden.
Mich persönlich hatte dies hart getroffen, „starker Tobak“ den ich erst mal verarbeiten musste.
 
Es gibt aufgrund der Beschaffenheit des Menschen Funktionen und Mechanismen die sich der Kontrolle des Bewusstseins entziehen, zumindest so lange bis man vielleicht irgendwann sich dieser Ebene bewusst wird, oder man sich gezielt damit befasst.
Wenn man weiß wie es geht, kann man gezielt einen versteckten Appell an diese Ebene richten, um dann auf dieser z.B. eine Meinung zu übertragen o.a.
Es gibt verschiedene Wege um die Ratio eines Menschen zu umgehen.
Z.B. durchs Sexualisieren, was ein Appell auf körperlicher Ebene (oder zumindest in der Phantasie des Empfängers) darstellt („sex sells“), oder das gezielte Erzeugen von Emotionen (oder den Bedürfnissen) um diese als erreichbar darzustellen, wenn man dies oder jenes macht, oder dieses oder jenes Produkt kauft.
Auf diese Vorgehensweisen aus der Werbung bin ich an anderer Stelle ja schon eingegangen.
Das die bereits betrachtete emotionale Vereinnahmung auch eine Art von Suggestion ist, „non verbaler“ Natur, sei daher hier auch nur mal ergänzend erwähnt.
 
Hier im weiteren Verlauf soll nun viel mehr auf die Suggestion durch Sprache eingegangen werden, sowie mit Beispielen aus der Wachtturm-Literatur ergänzt werden.
Bei dieser Form wird sprach-psychologisches Wissen contra Unwissenheit zum eigenen Vorteil eingesetzt, was seitens des „Sklaven“ hauptsächlich in seiner Literatur eingesetzt wird.
Sprachliche Suggestionen unterscheiden sich von Manipulationen dahingehend, dass diese beim Beeinflussten  nur eine Wirkung im Unterbewusstsein (UB) auslösen oder einen Gedankengang unbewusst auslösen.
Sobald der Versuch durchschaut wird, wird die Wirkung meist nicht mehr vom Erfolg gekrönt sein.
Während eine Suggestion unterschwellig aktiv ist, wird zeitgleich die bewusste Aufmerksamkeit des „Studierenden“ auf die Glaubensinhalte des Heimbibelstudienhilfsmittels gelenkt, welche wiederum eine manipulierende Auswirkung auf das bewusste Denken haben .
Diese Manipulationstechniken werden für sich im nächsten Kapitel betrachtet.
Es sind ja diese Glaubensinhalte, die vorgegebenen Ansichten des „Sklaven“, um die „es geht“ und mit viel Aufwand übertragen werden sollen, welche die Verbindung zu den ZJ auf einer „argumentativen Ebene“ bestehen zu lassen, deren Betrachtung ich einen extra Raum geben wollte.
Der Mensch ist nur begrenzt aufnahmefähig und wird während einer Studieneinheit mit einem ZJ auf der wahrnehmbaren Ebene nur die gegeben und offenen Informationen bewusst verarbeiten können.
Wer sich nicht mit den Techniken der Suggestionen auskennt, was bei allen „Studierenden“ der Fall sein dürfte, der wird im Laufe des HB eben noch zusätzlich beeinflusst.
Der Studierende weiß nicht, genauso wenig wie der ZJ, das anhand von suggestiven Sprachmustern Anordnungen an sein Unterbewusstsein gegeben werden.
 
Während man sich bewusst mit den Glaubensansichten der ZJ auseinandersetzt, präsentiert man nichts ahnend sein UB ungeschützt den Aufforderungen des „Sklaven“.
Der Unwissende lässt also (was im Sinne des „Sklaven“ der Idealfall wäre) über sich und seinen persönlichen Ansichten frei verfügen, weil er keine offensichtliche Gefahr erkennt, bzw. er von diesen möglichen Methoden, jemanden unterschwellig zu beeinflussen, nie etwas gehört hat.
 
Auch wird er die ausgelösten Veränderungen kaum erklären können und sie dann „Gottes Wirken“ zuschreiben, dies während er „wach“ ist und meint lediglich „die Bibel zu studieren“.
Wissen, dass es solche Methoden gibt und sie bezeichnen zu können, ist daher ein Schutz.