6.14. „Milton Modell“ - Anonymisierung
 
 
Weitere Methode im Milton Modell ist die Anonymisierung, welche den Autor oder den Verursacher einer vorweggenommenden Bewertung außen vor lässt.
Die Anonymisierung ist eine Technik, welche von Milton selber nur übernommen wurde, jedoch schon Jahrzehnte, vor seiner Zeit als Suggestion-Künstler, in der WT-Literatur vorhanden war.
 
Es wird nicht gesagt, wer etwas „gut“ oder „schlecht“ findet, sondern dies wird übergangen um es so zu unterlassen, denjenigen zu kritisieren oder anzuzweifeln was er vorwegnimmt welcher vorhat diese Bewertungen als Fremder zu nehmen, indem etwas als allgemein gültige Meinungen dargestellt wird.
Der Nachteil oder die Problematik eines Fremden, der jemand anderen seine Meinung zu übertragen sucht, wo aber der Vertrauensbezug fehlt, kann mit dieser Methodik ganz einfach übergangen werden.
Auch hier reicht es aus, das sich vom Satzaufbau her etwas wie eine plausible Formulierung anhört und grammatikalisch korrekt ist.
Es macht einen harmlosen Eindruck - es werden daher keine inneren Alarmglocken aktiviert um diese Inhalte anzuzweifeln.
Würde ein Fremder seine Meinung mitteilen, würde man ihn erstmal anzweifeln - gibt es keinen Fremden, weil man ihn anonymisiert, gibt es auch keinen Zweifel.
Folglich wird den Aussagen eher blind vertraut.
 
 
 
 
 
 
 
In der Wachtturmliteratur und den untenstehenden Zitaten aus dem Heimbibelstudienhilfsmittel (HBSH) sind es die Bewertungen der meist unbenannten Autoren, des „Sklaven“, welche der ZJ und auch der „Zukünftige“ übernehmen sollen.
 
Es ist gut, solche Fragen zu stellen, und wir sollten auf keinen Fall aufgeben, bis wir befriedigende, zuverlässige Antworten gefunden haben.“ – S. 9.
 
Das kann man von Menschen nicht sagen, da sie sich manchmal sehr zum Schlechten verändern.“ – S. 11.
 
„Deshalb kann man sagen, dass die gesamte Bibel in Wirklichkeit „Gottes Wort“ ist.“  – S. 20.
 
Es ist wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, da jeder von uns heute vor ähnlichen Fragen steht.“ – S. 31.
 
Es ist sehr wichtig, mehr über Jesus Christus zu erfahren, durch den all diese Segnungen erst ermöglicht werden.“ – S.36.
 
Es ist sehr wichtig, die Wahrheit über Jesus zu kennen.“ – S.37.
 
Es ist sehr liebevoll von Jehova, dass er Jesus und die 144 000 als Herrscher für die Menschheit vorgesehen hat.“ – S.78.
 
„Wir können auch mit Sicherheit sagen, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis Gottes Königreich eingreifen und dafür sorgen wird, dass Gottes Wille auf der Erde geschieht.“  – S. 85.
 
Es ist beeindruckend, zu sehen, wie sich diese Prophezeiung Jesu erfüllt, zumal er auch voraussagte, dass wahre Christen „Gegenstand des Hasses aller Menschen“ sein würden.“ – S.92
 
Es ist beruhigend, zu wissen, dass Gott kein Leid verursacht.“ – S. 109
 
Es ist viel vernünftiger, darauf zu vertrauen, dass Gottes Gesetze richtig sind und dass unser Lebengeber — falls wir aus irgendeinem
Grund sterben — in der Auferstehung an uns denken und uns unser kostbares Leben wiederschenken wird.“ – S. 131.
 
„Es ist verkehrt, sich an Festen heidnischen Ursprungs zu beteiligen.“ – Fußnote Kap 16.
 
„Es ist wichtig, dass wir Jehova so anbeten, wie er es möchte.“– S. 145.
 
„Die Mitglieder falscher Religionen bilden keine solche liebevolle Bruderschaft. Warum kann man das sagen? Sie bringen sich aus nationalen oder ethnischen Gründen gegenseitig um.“ – S. 148.
 
„Im Anhang wird auf Seite 219, 220 genauer erklärt, warum man sagen kann, dass Babylon die Große das Weltreich der falschen Religion darstellt.“ – Fußnote Kapitel 15.
 
Ja es ist schon etwas ganz Besonderes, dass wir uns im Gebet an Gott wenden dürfen!...  Es ist sehr wichtig, herauszufinden, was die Heilige Schrift über dieses Thema sagt, denn das Gebet hilft uns, Jehova näher zu kommen.“ – S. 164.
 
„Es ist wichtig, diese Zusammenkünfte zu besuchen.“ – S.176.
 
 
Den „Studierenden“ sollte man als „Bibellehrer“ besser selber zu solchen, aber auch gegensätzlichen, Bewertungen kommen lassen, sie aber nicht derart vorwegnehmen.
Denn dann handelt es sich wiederum nicht mehr um eine eigene Meinung, sondern um die Meinung, die der anonyme Autor auch nur übertragen wollte.
Wer solche Formulierungen verwendet, der legt nicht wirklich wert darauf das der Leser/Studierende sich eine eigene Meinung bildet.
 
Weitere Techniken des Milton Modells werde ich hier nicht anführen, denn das sollte zur Verdeutlichung ausreichen.
Die Informationen hier entsprechen etwa dem, was auch im Internet jederzeit selber „ergoogelt“ werden könnte.
Suggestionstechniken gab es aber wie schon gesagt vor Milton Erickson.
Weitere Ausführungen berufen sich auf „Althergebrachtes“.