6.12. Milton Modell - Kausalitäten, Verknüpfungen

 
 
6.12. „Milton Modell“ - Kausalitäten, Verknüpfungen – Ursache,
Wirkung – Wirkung, Ursache
 
 
Ähnlich wie beim bezugsfreiem Vergleich.
Eine Aussage liefert von ihrem Satzbau und Grammatik her eine scheinbare Begründung, wo eine beobachtbare oder geistig vorstellbare (gewünschte) Begebenheit mit einer Suggestion verbunden wird, dem, was der Autor dem Leser als „notwendig“ einreden möchte.
 
In der WTLiteratur wird u.a. so suggestiv vorgegeben, welche Tätigkeiten der „Sklave“ den „Studierenden“ anbefehlen möchte.
Die hier angeführten Beispiele beinhalten Vorgaben die den Studierenden suggerieren sollen, das diese geforderten Tätigkeiten angeblich etwas mit einer Gottesbeziehung zu tun haben würden.
Dabei handelt es sich jedoch wiederum um welche des „Sklaven“, die der Studierende ausführen soll.
Mit dieser Methode kann man ganz nebenbei die Anforderungen des „Sklaven“ als eine Anforderung von Gott darstellen, ohne dass der Studierende dies merkt.
 
Dabei müssen die darin enthaltenen Zusammenhänge gar nichts mal miteinander zu tun haben.
Jedoch greift auch hier das UB eine Begründung als Verknüpfung auf, weil diese schon vorgegeben ist und diese sich schlicht richtig „anhört“ – sprachlich gesehen zumindest, was dem UB ausreicht.
Weil so Tätigkeiten und Motive vorgegeben werden können, hinterfragt der „Studierende“ kaum, ob es sich bei den Tätigkeiten und den suggerierten Veränderungen, die er meint bei sich selber beobachten zu können, sich noch dabei um seinen eigenen Wunsch handelt, oder ob es ein übertragender Wunsch war.
Das UB überprüft solch Aussagen nicht nach ihren Wahrheitsgehalt, da es sich auch hier mit diesem Anschein einer Ursache und Wirkung zufrieden gibt.
Ob man erst die Ursache oder erst die angebliche Wirkung benennt ist dabei egal – genauso wie es egal ist, ob die als „notwendig“ suggerierte Tätigkeit als die Ursache, oder als das Resultat eingesetzt wird.
 
Erst wenn man solche Aussagen bewusst rational hinterfragt, erkennt man mit welchen zusammenhanglosen Verknüpfungen sich unser UB
scheinbar zufrieden gibt.
 
Nur mal ein paar Beispiele aus dem Buch „Was lehrt die Bibel wirklich?“, wo die gewünschte Suggestion des Autors (dem „Sklaven“), das Was dem „Studierenden“ eingeredet werden soll, was hier ausnahmsweise mal zur Verdeutlichung unterrichen wird.
Auch gebe ich Anmerkungen zum “Sklaven“, jeweils in (Klammern), weil ich glaube das die folgenden Aussagen ruhig aus dieser Sicht beleuchtet werden sollten:
 
 
„Wenn wir dieses Buch (des „Sklaven“) zur Hand genommen haben, gehören wir wahrscheinlich zu denen, die auf wichtige Fragen des Lebens eine Antwort suchen .“ – S.9.
 
EdA: Dem kann man widersprechen: Nur weil jemand dieses Buch in die Hand nimmt, gehört man noch lange nicht zu dieser Zielgruppe.
 
 
„Ja, mehr über Jehova und Jesus zu lernen (im Sinne des „Sklaven“) bedeutet gemäß der Bibel „ewiges Leben“. – S. 16.
 
EdA: Nein, das bedeutet es nicht. Aber das ist eine theologische Frage. siehe untenstehenden Link zu Joh. 17,3.
 
 
„Wenn wir die Bibel studieren und immer mehr daraus lernen (lt. Vorgabe des „Sklaven“), müssen wir allerdings damit rechnen, dass uns manche durchaus in guter Absicht daran hindern wollen. – S.17.
 
EdA: In Wahrheit sieht die "gute Absicht" so aus, das man den Studierenden nur vor den ZJ schützen möchte - das sich jemand mit der Bibel beschäftigt, allein deswegen würde kein Mensch, in christlichen Kulturkreisen zumindest, versuchen jemanden davon abzuraten. Allein der "Sklave" will hier die Sicht des zu Indoktrinierenden verklären, indem hier die bisherigen Vertrauensbezüge negiert werden.
 
 
„Bedanken wir uns für dieses Geschenk Gottes, indem wir uns auch weiterhin (im Sinne des Sklaven) damit befassen.“ – S. 26.
 
EdA: Dankbarkeit Gott gegenüber kann man auch anders zeigen, als wie mit der Betrachtung eines Indoktrinierungs-Werkzeuges.
 
 
„Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen (was im Sinne des „Sklaven“ passieren soll) über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus - (Johannes 17:3 gemäß der "NWÜ").“ – S. 37
 
 
 
„All diese Freuden — auch ewiges Leben in vollkommener Gesundheit — stehen uns deshalb in Aussicht, weil Jesus für uns starb. Damit wir sie erleben, müssen wir jedoch zeigen, dass wir für das Geschenk des Lösegelds dankbar sind (was laut Vorgabe des „Sklaven“ zu tun ist)." - S.54
 

„Böse Geister sind zwar gefährlich, aber wir brauchen keine Angst vor ihnen zu haben, wenn wir dem Teufel widerstehen und Gottes Nähe suchen, indem wir seinen (nach Art und Weise wie es vom „Sklaven“ vermittelt wurde) Willen tun.“ – S. 105.  

 
 
 
 
 
 
 

„Wenn wir Jehova gehorchen (was in der Art und Weise wie es der „Sklave“ vorgibt zu erfolgen hat), können auch wir seine Freunde werden!“ – S. 115.

„Wie bewegend Jehova doch hier seine Fürsorge zum Ausdruck bringt! Er gibt uns die nötige Anleitung (durch den „Sklaven“) und wacht über uns während wir sie befolgen.“– S. 116.

Wenn wir Gottes Weg des Lebens gehen (so wie es der „Sklave“ lehrt) müssen wir also damit rechnen, dass wir uns unbeliebt machen und dass uns Widerstand geleistet wird.– S. 120.

 
 

„Wir können Gott wohlgefällige Eigenschaften entwickeln, indem wi regelmäßig in der Bibel lesen und sie (anhand der Publikationen des „Sklaven“) studieren.“ – S. 124.

„Doch wenn wir das Leben richtig genießen wollen, müssen wir Gottes Gesetze kennen lernen und (so) befolgen (wie es der „Sklave“ vorschreibt).“ – S. 125.

 

„Wir können uns den Millionen Menschen anschließen, die sich auf Jehovas Seite gestellt haben (weil sie dem „Sklaven“ vertrauen). Sie bereiten Gott große Freude, denn sie helfen mit, zu beweisen, dass Satan ein Lügner ist und dass er mit seiner Herrschaft jämmerlich versagt hat (Sprüche 27:11). Auch wir können dabei mithelfen, indem wir den richtigen Lebensweg wählen (so, wie ihn der „Sklave“ es will, das man glaubt das es nur so richtig ist).“ – S. 126.

„Das Gebot, sich des Blutes zu enthalten, bedeutet (gemäß der Definition des „Sklaven“) also, dass wir niemandem erlauben würden, uns Blut zu übertragen.“ – S. 130.

 

„Wenn wir ihn auf die richtige Weise anbeten (was Sache des „Sklaven“ ist das vorzugeben), werden wir glücklich sein und uns viele Probleme ersparen.“ – S. 144.

„Wenn wir für die wahre Anbetung eintreten (so, wie der „Sklave“ diese beschreibt), werden wir sehr glücklich sein und reich gesegnet werden.“ – S. 162.

 

„Wenn wir auf diese Weise (im Sinne des „Sklaven“) nachsinnen, wird unsere Liebe zu Jehova stets wie ein loderndes Feuer brennen... Wie Holz ein Feuer in Brand hält, so bewirkt „die wahre Erkenntnis Gottes (wie sie allein der „Sklave“ vorgibt), dass unsere Liebe zu Jehova stark bleibt.“ – S. 188.

„Wenn wir uns fleißig an diesem Werk beteiligen (wie es der „Sklave“ von seinen Anhängern fordert), hilft uns das, in Gottes Liebe zu bleiben.“ – S. 191.

„Wenn wir uns gute Freunde unter denen suchen, die Jehova von Herzen lieben (welche sich vom „Sklaven“ führen und leiten lassen), werden wir feststellen, dass wir geistig wachsen.“ – S. 192.

 
Oben stehende Phrasen wie, „richtige Weise anbeten“, „auf diese Weise nachsinnen“, u.a., wird also auch wieder nur auf das Bezug genommen was der „Sklave“ als eine Vorgabe einer angeblichen „gottgefälligen“ Weise bereits übertragen konnte.
„Liebe zu Jehova“ wird mit der Organisationsverbundenheit gleichgestellt – nur als ZJ liebt man Jehova richtig...
Es folgen nun Beispiele, wie mit dieser Methode Ansichten übertragen werden, obwohl diese weder biblisch fundiert, noch eine berechtigte Verknüpfung darstellen.
Eher sind es unbelegte Äußerungen, wo man lediglich versucht einen bereits gegebenen Sinn umzudeuten.
Nur weil diese Beispiele ein „bedeutet“ beinhalten, muss es eben noch lange nicht das „bedeuten“, was dort behauptet wird, was der Sklave aber glauben lassen will.

Dies betrifft auch Lehrpunkte, welche die Kluft zur Christenheit fördern sollen, indem christliche Aussagen einfach uminterpretiert werden, ohne gegebenen Anlass:

„Jesus ist aber noch aus einem anderen Grund ein besonderer Sohn: Er ist der „einziggezeugte Sohn“ Gottes (Johannes 3:16). Das bedeutet, er wurde als Einziger von Gott direkt erschaffen.“ - S. 41

„Auf diese Weise wird Gottes Königreich dafür sorgen, dass der Wille Gottes auf der Erde geschieht und sein Name geheiligt wird. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass unter Gottes Königreich schließlich jeder Jehovas Namen ehren wird.“ – S. 84.

„Die wahre Religion führt zu ewigem Leben. Die falsche Religion führt in die Vernichtung. Jehova will nicht, dass irgendjemand vernichtet wird, und bietet deshalb den Menschen auf der ganzen Welt die Möglichkeit, ihn kennen zu lernen (2. Petrus 3:9). Die Art und Weise, wie wir Gott anbeten, bedeutet also wirklich Leben oder Tod für uns.“S. 145.

„Das bedeutet nicht, dass die Lebenskraft buchstäblich zum Himmel aufsteigt. Es bedeutet vielmehr, dass die Hoffnung eines Verstorbenen auf künftiges Leben ganz und gar von Jehova Gott abhängt.“ – S. 211.

"Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus (Johannes 17:3).“ S. 37 (Dieser Wortlaut kommt so nur in der „NWÜ“ vor. Die ursprüngliche Bedeutung, „dies ist ewiges Leben“, wird zusätzlich abgeschwächt – hier mehr zu Joh. 17, 3).

Ich möchte auch hier einen Merksatz mitgeben:

Nur weil der „Sklave“ sagt, das x = y „bedeutet“, dann muss es noch lange nicht so sein, das x auch wirklich y „bedeutet“.

„y“ muss auch noch lange nicht die Folge von „x“ sein, nur weil jemand das behauptet, ohne es weiter zu begründen – zumindest nicht, wenn dies nach einer genaueren Analyse gar nicht mehr
haltbar ist.
Markant ist auch, zumindest für ein angebliches „Bibelstudium“, dass diese Aussagen meist nicht mal biblisch begründet werden, weil sie nicht biblisch begründet werden können.
Ein Nachhaken, wie „warum soll es etwas anderes „bedeuten“ als wie es in der Bibel steht?“, wäre an diesen Stellen also mehr als angebracht.
Wichtig ist dem Sklaven daher nur, dass eine Prägung am Interessierten zuerst vorgenommen wurde, bevor der Interessierte seine Meinung von woanders bezieht.
Denn „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ (alter Müllerspruch) – wer zuerst eine Ansicht überzeugend in die Gefühlswelt des unbedarften Interessierten übertragen konnte (letztlich da, wo eine
Vertrauensbasis herrscht), diese Meinung wird übernommen und weiterhin vorherrschen – egal wie sinnvoll diese ist, oder nicht.
Dabei gilt es solche Aussagen zu überprüfen, ob sich der dargestellte Sachverhalt auch wirklich den Wahrheitsgehalt beanspruchen kann, und ob noch andere Rückschlüsse möglich sind als die, welche der Autor durch seine gegebene Vorgabe eines „wahrhaftigen“ Anscheins erwecken will.
Aber wem man einmal vertraut...