6.10. Ein „Wiegen in Sicherheit“ – Beispiel einer Tilgung
 
 
Unpräzise Formulierungen aufgrund einer Tilgung können nun auch zu einer bewusst falschen Annahme führen und einen Betrug, eine Lüge, ein „Wiegen in Sicherheit“ auslösen, was jedoch Teil des Planes ist.
„Was lehrt die Bibel wirklich?“, S. 17:
 
 
„Wenn wir die Bibel studieren und immer mehr daraus lernen, müssen wir allerdings damit rechnen, dass uns manche durchaus in guter Absicht daran hindern wollen. Möglicherweise befürchten sie, wir würden unseren bisherigen Glauben aufgeben.
Das sollte uns jedoch nicht davon abhalten, die beste Freundschaft aufzubauen, die es überhaupt gibt.“
 
 
Die Aussage
 
„Möglicherweise befürchten sie, wir würden unseren bisherigen Glauben aufgeben“,
 
vermittelt das Gefühl (oder soll es zumindest), dass der „Sklave“ eben diesen „bisherigen Glauben“ eines Interessierten nicht nehmen will.
Nun ist „Glaube“ hier als ein schwammiger Begriff eingesetzt worden, welchen der Studierende zunächst unweigerlich auf sich beziehen wird, vor allem wenn es sich um seinen „bisherigen“ Glauben, seinen derzeitigen Glaubens-Status handelt.
 
Ist er „katholisch“ oder „evangelisch“, oder was anderes, so bringt dieser Satz zum Ausdruck, bzw. wird der „Studierende“ ihn so auf sich beziehen, als wenn er es nicht befürchten müsste, dass der ZJ ihn dazu bringen würde seinen Glauben aufzugeben.
Die Aussage ist so allgemein gehalten, das der Studierende sich die Lücken auf seine Situation bezogen füllen wird – man kann den Autor gerade nicht fragen, wie er etwas meint...
 
Jemanden bewusst „im dunklen tappen“ zu lassen, und den Interessierten aufgrund seines Vertrauens in den ZJ in der Annahme zu lassen, das man seinen Glauben ihm nicht nehmen würde, ist im Grunde ein Betrug.
 
Denn das Ziel des Heimbibelstudiums ist sehr wohl, den vorhandenen Glauben aufzugeben und einen neuen Glauben anzunehmen, was während des „Heimbibelstudiums“ jedoch erst viele Wochen später betrachtet wird (nach der emotionalen Vereinnahmung):
 
 
„Eine ähnliche Situation besteht im Hinblick auf die falsche Religion. Wie die Bibel zeigt, ist die falsche Anbetung mit unreinen Lehren und Praktiken durchsetzt (2. Korinther 6:17). Deshalb ist es wichtig, aus „Babylon der Großen“, dem Weltreich der falschen Religion, hinauszugehen (Offenbarung 18:2, 4). Wer das bereits getan hat, ist sehr zu loben. Allerdings genügt es nicht, sich nur von der falschen Religion zu trennen beziehungsweise aus ihr auszutreten.“ – S.154.
 
 
Jedoch wird der Studierende sich an diese Aussage aus dem ersten Kapitel später nicht mehr erinnern.
Des Weiteren ist der Satz so allgemein gehalten, das es offen bleibt ob die Befürchtung, dass ein Glaube genommen wird oder nicht, berechtigt ist.
Genauso könnte ein Betrüger die Frage offen lassen:
 
„Sie befürchten ja wohl nicht, dass ich Ihnen das Geld aus der Tasche ziehen will?“, womit er Misstrauen abbauen möchte, indem er eine Befürchtung vorwegnimmt, aber genau das tun will und machen wird was er aussagt.
 
Genauso ist die Aussage
 
„Möglicherweise befürchten sie, wir würden unseren bisherigen Glauben aufgeben“,
 
als ein „Wiegen in Sicherheit“ aufzufassen, wo aber genau das zum Ausdruck gebracht wird, was man durch das „Studium“ erreichen will.
Hier bedient sich die LK einer Tilgung in Form einer offenen Aussage, welche einen Gedanken impliziert, der Sicherheit suggerieren soll, diese an sich nicht gegeben ist und somit eine unausgesprochene Lüge darstellt.
 
Wieso fällt das niemanden auf?
Dieser Satz wird zu 99% vergessen.
Ich denke der „Sklave“ rechnet förmlich damit.
Interessant ist, das ein ZJ diesen auch gar nicht weiter beachtet, denn er wird dann mit der „Scheuklappe“ gelesen, oder denkt sich innerlich, das der Interessierte ja schon an Gott glaube.
Auch die Loyalität zum „Sklaven“ mag ihn innerlich dazu veranlassen bei dieser Lüge mitzumachen, sofern sie ins Bewusstsein durchringt („Zweck heiligt
die Mittel“).
 
Aber auch aufgrund der nachlassenden Konzentration einer bis zu 60Minuten dauernden Studieneinheit.
Der Gedanke wird erst gegen Ende des ersten Kapitels betrachtet, da sind die rationalen Barrieren schon mal runter gefahren.
Das Unterbewusstsein wird um so mehr zwischen den Zeilen lesen und entsprechend die Dinge so bewerten, das sie für den Leser den Sinn ergeben, den er sucht.
Das Unterbewusstsein schläft nie.