5.9. Freundschaften in der „Welt“
 

 

Die positive Resonanz der übrigen „Bruderschaft“, wenn man diesen Dienst regelmäßig und eifrig durchführt, sorgt für das Gefühl der Gemeinschaft und Anerkennung, von dem man m.E. ebenso in Abhängigkeit geraten soll.
 
Was man den Studierenden nicht gesagt hat ist, das die Liebe und Freundschaften der ZJ untereinander mit an die Vorstellungen der LK geknüpft ist, wie ein guter Freund oder „guter Umgang“ innerhalb der Bruderschaft der ZJ letztlich auszusehen hat.
Man hat ihn schließlich auch nicht gesagt das „Liebe“ nur ein Werkzeug war, mit dem er in diese Gruppierung gelotst wurde.
 
Es handelt sich somit um eine verführte Liebe die einen ZJ, trotz besserer Argumente, in seine Religion geführt hat und ihn nun an diese
bindet.
„Verführt“ deshalb, weil es keine bedingungslose „Bruderliebe“ mehr geben wird, sondern von der Aktivität in Verbindung mit der WTOrganisation abhängig gemacht wird – richtig, das hat man ihm auch nicht gesagt.
 
Wieso „abhängig“?
Klar ist, das ein jeder nur speziellen Menschen seine Affinität der gegenseitigen Liebe gewähren möchte – Freunde, Bekannte, Partner, Kollegen, Eltern, Kinder etc. – eben am liebsten die, die einem „ans Herz gewachsen“ sind.

 

Wenn es um Liebe geht, ist in der Regel jeder Mensch irgendwie von jemand anderen abhängig und das ist ja auch normal.

 

Doch die LK hat ihre eigenen Vorstellungen, was die Voraussetzungen betrifft, wann und an wen ein ZJ seine Art der Liebe zum Ausdruck bringen kann.
 
Bevor ich das weiter thematisiere sollte ich erwähnen, das es selbst innerhalb dieser Gruppierung Menschen gibt, die ein ZJ (oder gar eine ganze Versammlung) als „schlechten Umgang“ bezeichnet, wovon abgeraten wird, eine Freundschaft mit solch bezeichneten Personen einzugehen, zu pflegen, oder auszubauen.
Wie es genau dazu kommt erkläre ich wiederum am besten zuerst mit dem Wunsch der LK, diese Bandbreite an Personen mit denen die aufrichtigen Anhänger einen näheren Kontakt ausbauen könnten, nur auf die eigenen Mitglieder einzugrenzen:
 
 
„Wahre Freunde sind unter denen zu finden, die Jehova lieben“.
– WT 15.03.2005, S. 24.
 
 
„Würden Sie gern zu einer Gruppe Menschen gehören, die dafür bekannt ist, dass sie Liebe untereinander hat? (Johannes 13:35). Jehovas Zeugen aus Ihrer Nachbarschaft sind Ihnen gern dabei behilflich, wahre Freunde zu finden.“ - WT 01.03.2006, S. 32.
 
 
Freundschaften mit Andersgläubigen werden zwar nicht offiziell verboten, doch statt dessen wird nahegelegt diese gar nicht erst einzugehen:
 
 
„Freundschaften mit Menschen aufzubauen, die Jehova nicht lieben, kann unser Verhältnis zu ihm ruinieren.“  
- WT 15.02.2008, S. 27
 
 
„Was ist zum engen Umgang mit Menschen zu sagen, die wohl sittlich rein sind, denen es aber an Glauben an den wahren Gott fehlt? Die Bibel sagt: „Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“ (1. Johannes 5:19). Wir sehen schon, dass sich schlechter Umgang nicht auf Menschen beschränkt, die eine lockere oder gar keine Moral mehr haben. Deshalb tun wir gut daran, nur mit denen eng befreundet zu sein, die Jehova lieben.“ - WT 15.03.2006, S. 23.
 
 
EdA.: „die Jehova lieben“ = ZJ;
„die Jehova nicht lieben“= Nicht-ZJ.
 
Natürlich mag man jetzt denken, wenn man persönlich einen ZJ „ganz anders“ kennt, das ein solcher durchaus „weltoffen“ rüber kommt.
Aber man kann einen solchen eben nur vor dem Kopf schauen.
Selbst eine „Unvoreingenommenheit“ eines ZJ ist nur eine aufgesetzte, die einmal nur eine Folgeleistung einer Vorgabe des Sklaven entspricht.
 
Folgender Ausschnitt aus dem Wachtturm vom 15.02.2013 bringt es auf dem Punkt:
 
 
 
Ein Zeuge Jehovas der solche Aussagen nicht befogt, der ist kein richtiger Zeuge Jehovas mit dem man bestimmt viel Spaß haben kann, denn er nimmt seine Religionsvorgabe nicht sehr ernst („schlechter Umgang“) und sucht entgegen der Vorgaben des „Sklaven“ seine Selbstbestätigung eben auch woanders als innerhalb der Gruppierung – was menschlich gesehen eine ganz natürliche Sache ist, wo ich nie was gegen sagen würde.
Bitte nehmen Sie lieber Leser, solche als Mensch an der er ist.
 
Kann natürlich auch sein, das er die „ganze Wahrheit“ verheimlicht, was ein Teil der „theokratischen Kriegslist“ wäre, nur um Sie für seinen Glauben zu ködern...
Dazu mehr im nächsten Kapitel.
 
 
Zuletzt bearbeitet am 22.08.2014