5.5. Emotionaler Marker

 
 
 
5.5. Emotionaler Marker
 
 
 
Eine emotionale Bewertung könnte man wie folgt umschreiben:
So, als ob man in einen Roman eine Passage mit negativen Emotionen (Aggressionen oder Trauer) mit einem Marker rot markieren würde und die positiven (Freude, Liebe, Glück) in grün, so unterlegt unser Unterbewusstsein neu gelerntes ebenso mit Emotionen, seien es positive oder negative.
Man merkt sich die Dinge besser die mit Emotionen verbunden sind.
Ein lobender, oder auch ein nörgelnder Lehrer, hat daher größere Lehrerfolge als der Sachliche.
 
Wenn diese Emotionen einmal zugeordnet wurden, ist es schwer solche Prägungen umzuändern.
Z.B. kann ein einmal geprägtes Feindbild aus Kriegszeiten ein Leben lang anhalten, obwohl längst Friedenszeiten
herrschen.
Prinzipiell sind zwar Änderungen einer emotionalen Bewertung möglich, doch dann steht solchen meist eine selbst erlebte
Erfahrung zugrunde.
Eine Enttäuschung in der Vertrauensbasis kann eine Liebe in Hass umkrempeln, oder Erfahrungen aufklärender Natur können mit Hass
verbundene Vorurteile abbauen.
Diese Kombination aus bestehenden Wissen und den damit zugeordneten Emotionen, könnte man sichtbar machen.
 
Man könnte einer Person eine DINA4 Seite voll mit Hauptwörtern vorsetzen und ihn auffordern zu den Begriffen die entsprechenden farblichen Markierungen (rot = negativ - grün = positiv) vorzunehmen.
Wo es keine Emotionen gibt, wird auch nichts markiert.
Diese Wörter könnten dann je nach Zielgruppe ausgesucht werden.
Kinder mit Begriffen aus Schule, Familie und Freizeit.
Eine Speisekarte für Gäste.
Einen Arbeitnehmer mit Begriffen aus seiner Arbeitswelt u.a.
 
Hier wäre es nun interessant wie so eine Seite von einem Zeugen Jehovas ausgefüllt werden würde, wenn er Begriffe wie „Geistlichkeit der Christenheit“, „Pastor“, „Evangelisch“, „Ehemalige Zeugen Jehovas“, „Jehova“, „Bruder“, „Schwester“ usw, vorgesetzt bekommt.
Er würde seiner Gefühlswelt „Farbe verleihen“ und seine Indoktrinierung aus seiner erlebten Gefühlsebene sichtbar machen.
Ansonsten ist jegliches emotionales Weltbild eines Zeugen Jehovas erst einmal unsichtbar.
Wer nicht näher Bescheid weiß, der wird so einem nur vor dem Kopf schauen können, es sei denn, man lernt ihn und seine Ansichten etwas näher kennen.
Das, was einen ZJ innerhalb seiner Religion gemäß ihren Anforderungen funktionieren lässt, ist somit einer fremdbeeinflussten emotionalen („liebevollen“) Prägung zu verdanken.
Diese enthält positive Eindrücke, wenn es um positive Glaubensinhalte geht; negativ gegenüber allem was gegen den Glauben spricht, oder als ein Feindbild dieser Religion gelehrt wird.
Nur durch diese Umstrukturierung an Werten ist es dann möglich, das ein zukünftiger Mitläufer sich selber zu einer neuen Funktion in dem Kollektiv der ZJ einfinden kann.
 
Er sieht sich selber in einem neuen Selbstzweck, wo er für sich selber einen neuen „Sinn im Leben“ erkennt - den Sinn, die der
„Sklave“ ihm vermitteln wollte.
Das dies alles einer Vorgabe der LK entspricht wird man nicht merken, da ja die bewusste Ebene, der
Verstand, mit Glaubensinhalten beschäftigt war, mit denen der Studierende sich letztlich selber optional identifizierte.
 
Ist die Indoktrinierung erfolgreich abgeschlossen, der Studierende möchte ein ZJ werden, ist er auch für die Eingliederung in die
psychologischen Mechanismen innerhalb der Gruppierung bereit, wo man sich genauso der Grundbedürfnisse „Liebe“ und „Anerkennung“
bedient um die Mitglieder gemäß den Vorgaben der LK funktionieren zu lassen und an diese Organisation dauerhaft zu binden.
Solche psychologische Vorgehensweisen werden natürlich gar nicht erst vom „Sklaven“ als solche abgehandelt, gar nicht erst thematisiert -
stattdessen lässt man alle, egal ob ZJ oder einen Interessierten, diese Vorgehensweisen durchleben, ohne eine Aufklärung (nicht mal
Ansatzweise) über diese tiefenpsychologischen Vorgänge mitzugeben.