5.2. Emotionale Vereinnahmung - „Liebe“
 
 
Die emotionale Vereinnahmung ist an sich ein natürlicher Vorgang.
Ich denke dabei an die liebevollen Bindungen in meinen jetzigen Leben.

   

 
Folgende Ausführungen beschreiben dennoch einige Abläufe der emotionalen Vereinnahmung, gerade weil diese vom „Sklaven“ als ein Hebel verwendet wird, um zur Anhängerschaft zu bewegen, um zu binden und Dinge ausführen und glauben zu lassen, die er auch nur in seinem Sinne ausführen lassen will.
 
Die Antwort auf die Frage wieso man sich zu den ZJ nun hingezogen fühlt, möchte ich, wenn es auch nur teilweise zutrifft, mit dem Grundbedürfnis nach Liebe beantworten.
Der Interessierte bekommt diese zu Beginn vom ZJ seines Vertrauens, später, wenn er selber ein ZJ wird, von seiner „Bruderschaft“.
 
Ich möchte an dieser Stelle nochmals auf die Einführung in das Kapitel 3 verweisen, auf die optionalen und unbewussten Beweggründe weshalb Menschen ihren Glauben durch eine bestimmte Religion eine gewisse Richtung geben möchten.
Und wie diese Gründe, auch die unbewussten, versucht werden gezielt anzusprechen, auch darauf wurde bereits hingewiesen.
 
Doch der Hauptgrund einer Mitgliedschaft bei den ZJ ist eine verführte Liebe, die hier im Kapitel noch eingehend betrachtet wird.
 
Liebe an sich hat scheinbar unendlich viele Facetten.
Mindestens so viele wie es Menschen gibt.
Dennoch gibt es immer dieselben Grundzüge.
Im sozialen Rahmen hat sie immer dieselbe Auswirkung, indem sie Menschen emotional miteinander verbindet.
 
Wenn der Mensch ein Baum ist, dann werden die Wurzeln bei anderen Menschen gelegt, weil diese Menschen zu Quellen werden, wo dieses Bedürfnis aufgetankt werden kann.
Liebe wird durch die Offenheit des „inneren Menschen“ ermöglicht, ein „sich öffnen“ gegenüber Anderen.
Diese Offenheit nennt man bekanntlich Vertrauen.
 
Das Maß dieser inneren Offenheit ist entscheidend was man dann selber geben und empfangen kann, was den eigentlichen Vorgang „zu lieben“
nun mal ausmacht.
Es gibt im Leben eines Menschen scheinbar keine gleichwertig positivere Kraftquelle, die auch noch gleichzeitig zu „wachsen“ scheint, wenn man sie mit anderen teilt.
Wenn man dies für sich erkannt hat, so ist das ein Gewinn fürs Leben.
Die Gewissheit geliebt zu sein, verändert uns zum positiven, spornt uns an und motiviert uns unser Bestes zu geben.
 
Oder wie „der Wachtturm“ weiß:
 
„Außer einer sinnvollen Tätigkeit, die unser Leben ausfüllt, braucht jeder Liebe und Zuneigung.“ - WT 15.06.2009, S.27.
 
 
Der Versuch einen Menschen zu verändern ist unumstritten eines der schwierigsten Dinge, welchen so mancher Ehepartner nach jahrzehntelangen Ansätzen schließlich irgendwann einmal aufgibt, um die „bessere Hälfte“ im günstigen Fall letztlich doch so zu nehmen wie sie ist.
Erst wenn man jemanden die eigene Liebe völlig unvoreingenommen schenkt ist es meist so, dass sich ein Partner dann erst zum Vorteil verändert.
Daraus folgt:
 
Aus entgegengebrachter Liebe passt sich ein Mensch mit einer größeren Bereitschaft an

   

 
... als wenn man ihn erst dann liebt, wenn er sich angepasst hat.
Das weiß auch die „Leitende Körperschaft“ (LK):
 
 
„Ehepartner müssen in ihren Erwartungen realistisch sein. Der eine stellt bei dem anderen vielleicht bestimmte Eigenarten fest und meint, daran etwas ändern zu können. Mit Liebe und Geduld kann man seinem Ehepartner womöglich helfen, sich nach und nach zu verbessern.“
– WT 15.09.2008, S.19
 
 
Mit anderen Worten:
Will man einen Menschen verändern, dann muss er geliebt werden, denn erlebte Liebe kann einen Menschen dazu bewegen sich im Sinne desjenigen, der die Liebe projiziert, zu verändern.