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5.15. Unbewusstes Prägen einer Sympathie zur Bibel - Prägung zum Bibelfundamentalismus
 
Was wäre, wenn ein freundlicher Bekannter/Ehepartner Ihnen aus seinem Alltag erzählt, was oder wen er als lieb empfunden hat, aber auch was er nicht geschätzt habe, ohne das Sie den Sachverhalt kennen?
Ohne dass es einem bewusst ist, übernimmt man diese Sympathie oder Antipathie, was dann dazu führen kann zu glauben, man sei selber zu dieser Ansicht gelangt.
Je nachdem welche Personen negiert wird, wird man diesen Menschen in Zukunft mit etwas kritischeren Blick beäugen.
 
Daraus folgt:
Je mehr man einen Menschen vertraut, um so eher übernehmen wir seine Einschätzungen und Bewertungen.  
 
Ich möchte hier nur mal andeuten, wie stark der Einfluss der Eltern auf ihren Kindern sein muss, wo ein natürliches Vertrauensverhältniss bereits existiert.
 
Wäre diese neu erzeugte Meinung aber eine authentische, oder eine selbst erstellte?
Wen glaubt man denn eher ob die neue Nachbarin von gegenüber eine (un-)freundliche Person ist?
Dem eigenen Ehepartner? Den eigenen Eltern?
Oder sagt man da an dieser Stelle etwa „Entschuldige, aber ich bilde mir ein eigenes Urteil“ ...?
 
Überträgt man dies auf das Verhältniss zwischen einem Zeugen Jehovas und demjenigen, den er versucht seine Überzeugungen zu vermitteln:
 
Ist es aber so, wenn man als Interessent sich mit den Ansichten des Zeugen Jehovas auseinandersetzt, mit einem ZJ „die Bibel studiert“, das er sich nicht ein eigenes Bild, seine eigene Meinung bildet?
 
Der Studierende vertraut dem ZJ, sonst gäbe es das „Bibelstudium“ nicht.
 
Er wird die ihm übertragenden Meinungen übernehmen wollen, wo es Dinge sind, über die er sich größtenteils noch keine eigene Meinung (Meinung = Information + emotionale Bewertung) gebildet hat.
Folglich kann man ihn dort beeinflussen, was letztlich eine Veränderung im Denken und Fühlen auslösen wird.
 
Verknüpfungen emotionaler Natur sind dabei eine willkommene Hilfe, um die Neigungen im "Herzen" des Studierenden zu verändern.
Nichts gegen Verknüpfungen an sich.
Es ist allgemein bekannt, das Kinder durch das erstellen mit Verknüpfungen besser lernen, als wenn man etwas ohne Hilfe auswendig lernen müsste.
 
Beispiel:
Aus der Musikschule verwendete ich gern die Verknüpfung, das das tiefe C ganz unten ist deshalb so gut, weil ein Kind in seiner Phantasie sich ein Clown (C wie Clown) im Keller vorstellen soll, welcher dann auch noch Cäsar oder Charly heißt, wegen denselben Anfangsbuchstaben.
Ganz schnell kann man so die Noten vom tiefen zum hohen C’ beibringen, in dem man den Noten alle Namen gibt.
Eine sinnvolle Verknüpfung erstellt die Verbindung von etwas bereits Bekanntem (Clown) zu etwas neu gelernten (Note C).
 
Solche vorgegebenen (oder eigens erstellte) phantasievolle Hilfen können in jedem Schulfach zu verblüffenden Lernergebnissen führen.
An solchen Lern- und Lehrmethoden ist an sich nichts auszusetzen, wenn es allein um das festhalten von Informationen gehen würde.
 
Auch Bibelwissen darf mit solchen Lernhilfen auswendig gelernt werden.
Z.B. kann man sich ganz gut merken, dass „Amos“ das 30.Bibelbuch ist, indem man das „m“ aus A(m)os gedanklich so weit dreht (90° im Uhrzeigersinn), das eine „3“ daraus entsteht.
Zusammen mit dem „o“ = „0“ („null“), ergibt es eine „30“ (A“mo“s = A“30“s)… dies allein macht also keine Suggestion aus.
 
Aber solche Verknüpfungen sind auch in anderen Bereichen möglich, nicht nur im Lernprozess von vermittelbaren Informationen, sondern auch auf emotionaler Ebene, wenn es hier aber schon um die manipulierende Vorwegnahme einer emotionalen Bewertung geht.
 
Eigentlich sind emotionale Bertungen eine alltägliche Sache.
Jeder Mensch geht daran für sich persönlich diese innerlichen, emotionalen Verknüpfungen zu konstruieren – es war ja bereits von den -> emotionalen Markern die Rede.
 
Bewusst kann man eine emotionale Bewertung vornehmen, wenn es z.B. um Lieblingsmusik geht, dass man bestimmte Bandnamen mit der Musik dahinter zu verbinden weiß und ob sie einen gefällt oder nicht.
 
Unbewusst ist dies der Fall, wenn es z.B. um Familienmitglieder geht und eine emotionale Bindung mit lieben Menschen die einen etwas bedeuten einen natürlichen Aufbau erlebt haben, ohne selber dran beteiligt zu sein.
Daher unbewusst.
Solche bewusst oder unbewusst entwickelte Verknüpfungen wären jeweils alltägliche Beispiele für eine normale oder einer natürlich verlaufenden emotionalen Bewertung.
 
Was wäre aber nun, wenn man bei einem Menschen eine positive Emotion zur Auslösung einer neuen Meinung über eine bestimmte Sache, ohne sein Wissen zu legen versucht?
Wenn man ihn in eine bestimmte Richtung lotsen möchte, das man seine Erwartungshaltung für eine Sache gewinnen möchte, dies möglichst harmlos klingend, da ja niemand vermuten soll das man zu erreichen sucht, das dieser jemand sich für eine Sache öffnen soll?
 
Methode: Vorwegnahme einer emotionalen Bewertung
 
Diese Seite hat die Überschrift "Prägung zum Bibelfundamentalismus".
Hier daher eine Erklärung darüber, wie es zum Einstieg in den Bibelfundamentalismus bei den ZJ kommen kann:
 
Man verwendet derzeit dazu etwas allgemein Bekanntes, wovor kein Mensch Angst hat, was man als ein inneres Gefühl hervorrufen kann, nämlich die Gefühle, die bei einem „schönen Geschenk“ aufkommen. 
 
WTG-Buch „Was lehrt die Bibel wirklich?“, Seite 18:    
 
„Stellen wir uns vor, ein guter Freund überrascht uns mit einem sehr schönen Geschenk. Sind wir da nicht ganz begeistert und gerührt zugleich? Schließlich verrät ein Geschenk ja etwas über den Geber: Es beweist, dass ihm unsere Freundschaft viel bedeutet. Bestimmt sind wir ihm von Herzen dankbar und zeigen ihm das.“
 
Hier könnte ich wiederholt die Frage stellen, ob man es hier noch mit einem sachlichen Buch zu tun hat, welches allein Informationen liefert. Wenn man diesen Abschnitt aber für sich liest, darf ich hier nach dem Sinn in diesem fragen und nach der Verbindung zu einem „Bibelstudium“ suchen.
 
Auf der unbewussten Ebene spielt sich aber weit mehr ab.
Unweigerlich wird der Leser emotional in die Situation versetzt, als wenn er ein „schönes Geschenk“ bekommt – genauso genommen ist es m.E. der eigentliche Sinn dieser Aktion.
Der Autor (der "Sklave") baut auf einer persönliche emotionaler Erfahrung auf, die jeder kennt – aber auch jeder emotional zu bewerten weiß.
Man versteht diese Wortblume am besten, in dem man die Emotionen, auf die man sich hier bezieht, bei sich selber aufkommen lässt.
 
Zusammen mit dem „väterlichen“ Schreibstil soll noch zusätzlich eine bewusst liebevolle Stimmung erzeugt werden.
Aber auch um den inneren Gemütszustand des Studierenden für die auf ihn zukommenden Lehrinhalte zu öffnen.
 
Innerlich ist man dann neugierig und ist gespannt, so dass man seine inneren Logikbarrieren runter fahren mag.
 
Ein weicher Start, eine Suggestion, um einen harmlos anmutenden Prozess zu starten, welcher Beeinflussung heißt.
 
Der Leser selber möge sich fragen, welche Emotionen bei ihm persönlich bei einen gut gewählten Geschenk auslösen mögen, und ob er dabei einen Freund gegenüber sich kritisch oder misstrauisch verhält – ich denke mal eher nicht.
 
Es bleibt der Schluss:
Es ist dieses innere emotionale Bild, was man versucht zu erzeugen, auf das es der „leitenden Körperschaft“ (LK) hier ankommt. Aufmerksamkeit wird erweckt.
Das Herz wird angesprochen.
Liebe kommt rüber...
 
Ist die Logik dann entwaffnet, so kann man getrost im weiteren Verlauf nach Vorgabe des Buches fortfahren, denn von der Verknüpfung (mit dem Objekt nun diese Emotionalität verwoben werden soll), war ja noch gar keine Spur.
 
Das gleiche Buch, gleiche Seite, einen Absatz weiter:
 
„Auch die Bibel ist ein Geschenk. Sie ist ein Geschenk von Gott, für das wir wirklich dankbar sein können...“
 
Der „Studierende“ hat vielleicht noch nie in seinen Leben in der Bibel gelesen.
Er weiß erst mal gar nicht sicher ob überhaupt etwas an der Bibel „dran sein“ soll, was wieder vermuten lässt das die Zielgruppe hier idealerweise keine Informationen aus Bereichen wie der Exegese, Bibelkritik oder christlicher Theologie eingehender durchgenommen hat.
 
Das Zielobjekt einer Indoktrinierung ist vielleicht idealerweise leichtgläubig (im Sinne von "ohne Vorbehalte") und un-informiert.
Ein solch "unbeschriebenes Blatt" ist ein idealer „Boden“ um solche positiven Bezüge aufzubauen, weil ganz einfach die Unvoreingenommenheit vorherrscht.
Wie ein unbeschriebenes Blatt Papier, wo man noch drauf malen oder schreiben kann, was man möchte.
 
Wenn ein Mensch ohne Vorbehalte mit dieser Thematik konfrontiert wird, der wird, so harmlos dieser Vorgang auch anmuten mag, von diesem Bild des „schönen Geschenkes“ befangen, bzw. er durchlebt die Wirkung welche der Aufruf dieses inneren Bildes erzeugen soll.
 
Gleiches Buch, gleiches Kapitel, S.26:
 
„Die Bibel ist wirklich ein Buch von Gott. Wir sollten sie lesen, studieren und lieben lernen. Bedanken wir uns für dieses Geschenk Gottes, indem wir uns auch weiterhin damit befassen.“
 
 Diese positiven Emotionen sollen nun auf die Bibel übertragen werden, obwohl der Studierende noch gar nicht wissen kann, ob er persönlich die Bibel mit denselben schönen Emotionen der Dankbarkeit verbinden will.
 
Er wird gar nicht danach gefragt, sondern diese Verknüpfung (die Übertragung von emotionalen Bewertungen auf den „Studierenden“) wird in ihm einfach gesetzt, ob er möchte oder nicht.
 
Auch fehlt eine Aufklärung über diesen Prozess, diese Bewertung übertragen zu bekommen.
Wer würde schon hinter diesen schönen Worten eine emotionale Manipulation vermuten?
 
Etwas völlig anderes wäre es, wenn jemand von sich aus dieses Buch, die Bibel, als solches beschreiben würde, sofern er tatsächlich selber so empfingen mag.
Besser wäre es allemal, einen Studierenden selber zu einer emotionalen Bewertung kommen zu lassen, als sie bewusst vorwegzunehmen, sprich zu übertragen, indem man diese mit einer retrospektiv emotionalen Erinnerung koppelt, was sich in der Biochemie des Großhirnes verankert.
 
Die erlangte emotionale Bewertung der Bibel wurde nicht authentisch vorgenommen.
Genauso wie in folgenden Beispielen, aus dem selben Werk:
 
„Wie wir gleich sehen werden, ist dieses Lösegeld das wertvollste Geschenk überhaupt, weil es uns unvorstellbar glücklich machen kann und wichtiger ist als alles andere in unserem Leben. Das Lösegeld ist wirklich der größte Beweis der Liebe Jehovas zu uns Menschen.“ – S. 47.
 
Sehen wir uns kurz an, wie es sich auswirkt, wenn der Tod zuschlägt. Dann schätzen wir noch mehr, dass uns Jehova etwas verheißen hat, was uns sehr glücklich machen wird.“ – S 67.
 
„Wenn wir ihn auf die richtige Weise anbeten, werden wir glücklich sein und uns viele Probleme ersparen.“ – S. 144.
 
 „Wir können uns darauf verlassen: Wenn wir für die wahre Anbetung eintreten, werden wir sehr glücklich sein“
– S. 162
 
Ein Beispiel von vielen aus einem "Wachtturm":
 
„Ein Leben der Hingabe an Jehova dagegen macht dauerhaft glücklich“ – WT 15.01.2010, S. 7.
 
Besser und authentischer wäre es, solche emotionalen Bewertungen den Studierenden, sowie den Anhängern der Gruppierung, selber vornehmen zu lassen.
Doch dies setzt voraus, dass durch eigenständige und durch selbstständige Überlegungen und Erfahrungen, eigene emotionale Bewertungen mit eingebracht werden (dürften).
 
Jeder Mensch hat eigentlich das Recht dazu, sich über eine Sache eine eigene Meinung zu bilden.
Hier wird jedoch die Meinung vorweg genommen und dieses Recht per Suggestion übergangen.
 
Die Möglichkeit, eine vorhandene eigene Meinung bestehen zu lassen wird bewusst übergangen.
Der zu Indoktrinierende soll der Illusion unterliegen, das er durch das „Studium der Bibel“ mit einem ZJ sich gerade eine eigene Meinung bildet.
Das an ihm eine Fremdübertragung stattgefunden hat, wird er nicht so sagen können, weil ihm diese Möglichkeit, das es überhaupt so etwas gibt, sowie das es funktioniert, schlicht und ergreifend nicht kennt und daher nicht bewusst sein kann.
 
 
Es ist zwar in unserem Land nicht verboten mit Hilfe von Suggestionen einen Menschen in seinen Grundzügen so zu verändern, das er eine fremde Meinung zu seiner eigenen übernimmt, dies mit offensichtlich suggestiven/manipulativen Methoden, die ohne dem Wissen des zu Beeinflussenden als Technik auf ihn angewendet werden.
So wie sich das anhört, sollte es jedoch verboten werden.
 
Eine fertige Meinung wird - ob die Art und Weise wie dies geschieht, legal oder illegal ist, ist nicht mal die Frage - in den Sinn gelegt, in das „Herz“ eines Menschen, da der Zeuge Jehovas in liebevoller Manier versucht diese emotionalen Gedanken mit dem Werkzeug „Liebe“ zu verinnerlichen.
 
Fakt bleibt, das es diese suggestiven Möglichkeiten gibt, die der Mensch sich aber nicht bewusst ist, weil ihm schlicht die Information fehlt, wie und wodurch er gerade manipuliert wird.
 
Es erfolgt sobald eine Anpassung, eine Assimilation, von Gedanken und Gefühlen vorgegebener Werte, so wie es auch nur der Urheber dieser Suggestionen selber auch nur will, die der Mensch als Anhänger übernehmen soll.
 
 
 
In mindestens 5 Kapiteln aus "Was lehrt die Bibel wirklich?" wird mit diesem Begriff "schönen Geschenk" und seiner damit verbundenen Erwartungshaltung gearbeitet, dies aufgrund seiner positiv geladenen Assoziation, welche dann versucht wird auf den Studierenden zu übertragen – dies im Sinne des „Sklaven“. 
Dieses „schöne Geschenk“ ist aber nur ein Beispiel von vielen, wie diese emotionalen Markierungen per Verknüpfung vorweggenommen und übertragen werden.
In den nächsten Kapiteln lernt der Leser hier noch weitere Methoden kennen.
 
 
Blindes Vertrauen?
 
Dieser Interessierte vertraut erst mal nur dem ZJ, den er inzwischen gut kennt.
Aber wieso vertraut er dann auch dem Buch, dem „Heimbibelstudienhilfsmittel“?
 
Auch das möchte ich mit der Erweiterung des Vertrauens beantworten.
Dieses Vertrauen soll schließlich im Laufe des „Studiums“ auf viele weitere Ansichten erweitert werden.
Ich hatte das bereits in der Übersicht in Kapitel 2 angeführt, wo der Studierende nun mal nach und nach über eine Kluft konträr zur allgemeinen Christenheit gezogen wird, wo die Bibel zielgerichtet und zweckentfremdend als Werkzeug eingesetzt wird, nur um letztlich an diese Organisation zu binden.
 
Das „Paradies auf Erden“ war da ja nur ein Beispiel von vielen, welches an sich so in der Bibel nirgendwo zu finden ist.
Zweckentfremdend, gerade weil die Bibel dieses „Paradies“ so in der Form nicht darstellt, daher andere Verse aus ihren Zusammenhang gerissen wurden, um etwas Neues zu kreieren.
 
Andere Erklärung:
Vertrauen funktioniert nur, wenn man dafür eine Basis hat.
Genauso wie man nur etwas anzweifeln oder misstrauen kann, wenn dafür eine Basis existiert.
Im Milton Modell gibt es daher die -> Anonymisierung, wo der Verursacher einer bewertenden Aussage sich selber verschleiert, um sich selber nicht in ein angreifbaren Fokus zu stellen. 
 
Wen man nicht kennt, weil man diesen bewust außen vor lässt, den wird man deswegen auch nicht gleich anzweifeln wollen.
Erst wenn man ganz bewusst bemerkt, das eine bereits vorhandene oder eine sich neu entwickelte Meinung mit der Meinung des Manipulators kollidiert, dann erst wird man beginnen eine Sache, dann aber auch den Verursacher dieser Sache (Meinung, Lehrpunkt, Glaubenslehre etc.) zu hinterfragen. 
 
Vorstufe zum „Bibelglaube“ (Bibelfundamentalismus)
 
Noch eine Erklärung, wieso der Studierende sich, wenn es um die Bibel geht, als ein Mensch fühlen soll, der gerade ein „schönes Geschenk“erhalten hat, ist:
Die Bibel soll letztlich zum Werkzeug werden, um einen Anschein zu erwecken, das alles was die Zeugen Jehovas so glauben, auch „von Gott kommt“, womit wir wieder beim Bibelfundamentalismus wären.
Dies setzt Vertrauen in die Bibel voraus, das jedes Wort darin wahr ist.
Daher soll eine Erweiterung des bereits vorhandenen Vertrauensgefühls, was man dem ZJ gegenüber bereits gewährt, auf die Bibel vorgenommen werden.
Wenn man dem Menschen vertraut, welcher den Anschein erweckt sich in der Bibel gut auszukennen und dabei auch noch so kompetent erscheinen mag, so darf das, was er „aus der Bibel lehrt“, genauso mit in dieses Vertrauensverhältnis eingeschlossen werden.
Genauso wie man sich lieber von einem Fachverkäufer beraten lässt.
 
Und wenn man dann der Bibel vertraut, dann vertraut man auch ihren Aussagen, genauso wie man den ZJ vertraut.
Vertraut man ihren Aussagen, dann vertraut man auch den Aussagen wo der Gehorsam an Gott mit dem Gehorsam an die Leitende Körperschaft gleichgestellt wird.
Und so baut sich aufgrund des Vertrauens eines auf dem anderen auf und endet bei der Ansicht, dass die Bibel als ganzes das „Wort Gottes“ sei und der „Sklave“ sei von Jesus eingesetzt...
 
Das Vertrauen zwischen dem ZJ und dem Studierenden wird zu einem Allzweck-Werkzeug der LK.
Ohne das auch nur ein einziges Wort darüber verloren wird.
Es endet dort, wo es im Interesse des „Sklaven“ zu enden hat:
 
„Wir können darauf vertrauen, dass der treue und verständige Sklave und seine leitende Körperschaft für alles sorgen, was wir brauchen, um im Glauben befestigt zu werden.“ – „Unser Königreichsdienst“ 04/2010, S.3.
 
 
Ein Fazit:
Mit diesem Kapitel wurde ein kleiner Einblick in unsere unbewusste Emotionalität gewährt, über Dinge, über die wir uns im Allgemeinen normalerweise keine Gedanken machen würden, weil sie eigentlich ganz natürlich und von alleine verlaufen.
Wie unser unbewusster Wunsch, jemanden vertrauen zu können, ausgenutzt werden kann und sogar ausgenutzt werden soll, wenn es darum geht, einen Menschen derart zu verändern, um ihn zu den Zeugen Jehovas zu ziehen.
 
Der Durchblick über solche unbewussten Vorgänge kann also definitiv ausgenutzt werden:
Wo und warum mit Liebe ein uninformierter Menschen am besten in seinen Ansichten und Neigungen verändert werden kann, und wie die Liebe zu einem Werkzeug, genauso wie das Vertrauen in einen Menschen, gezielt eingesetzt/ausgenutzt werden kann, ist hoffentlich gut rüber gekommen.
 
Vielleicht möchte der Leser noch folgenden Merksatz mitnehmen:
 
Ein Buch, welches beansprucht die Glaubensinhalte der Bibel zu vermitteln, welches dann aber diesen Anspruch nicht gerecht wird, weil es ungebührlich emotional und persönlich aufgebaut ist und dabei viele Fragen zu ihren eigenen Absätzen stellt die weder etwas mit der Bibel noch mit ihren zweckmäßigen Inhalten zu haben, ist ein Indoktrinierungswerkzeug - aber kein Buch welches sich zu einem authentischen Bibelstudium eignet.