5.14. Andere Faktoren der emotionalen Vereinnahmung

 
 
5.14. Andere Faktoren der emotionalen Vereinnahmung
 
 
Ein Zeuge Jehovas wird jede Kritik an seine Religion persönlich nehmen, da das, was er liebt und sein Vertrauen geschenkt hat, „angegriffen“ wird.
Es gibt für ihn ja auch nichts anderes.
 
Das, worauf sein Fokus gerichtet ist, sein Leben in und mit dieser Organisation, wo er sein Herz mit verwoben hat, was dann aber kritisiert wird, ist es so als wenn man ihn selber angreift.
Jeglicher sachlicher Hinweis wird dann manchmal sogar als ein „Hass“ gegen seine „Wahrheit“ empfunden – schon im Vorfeld, noch bevor er die Fakten kennt.
Ähnlich wird vielleicht ein ZJ empfinden, der hier diese Seiten hier liest.
Nennt man berechtigte Gegenargumente, verlaufen sie meist ins Leere – denn diese betreffen meist die Informationsebene, aber nicht die Gefühlsebene, da wo die Wurzeln verlegt sind, oder da wo der „Hund wirklich begraben liegt“.
 
Dem "Sklaven" wird mehr vertraut als den natürlichen Vertrauensbezügen, welcher in regelmäßigen Abständen Öl ins Feuer zu gießen pfegt.    
 
Folglich werden Argumente immer widerlegt, egal wie richtig sie sind.
Die Wahrnehmung ist verändert. Jesus hätte gesagt "Ohren habe sie, aber sie hören nicht".
Man „hängt an den Pullover“, egal wie hässlich er ist.
Diese Emotionale Vereinnahmung ist meist schon abgeschlossen, noch bevor man als ZJ getauft wird.
 
Ich muss also anmerken, das auch hier die unbewusste Ebene, welche zu 70% die Entscheidungen beeinflusst, von dieser Anpassung an die Gruppierung betroffen ist.
Die viel wesentlichere Anpassung an die Gruppierung, findet also auf der emotionalen Ebene statt und wurde unbemerkt vorgenommen.
In der Regel verliert man da kein Wort drüber, weshalb ich hier nicht auf Wachtturm-Zitate zurückgreifen kann – ZJ werden über diese unbewussten Mechanismen natürlich nicht unterrichtet.
So einer sagt sich lediglich, das „das Herz erreicht wurde“, um dann um diese Thematik des Unterbewusstseins ein sprachliches Siegel vorzusetzen, um in einer Art Gedankenstopp sich keine weiteren Gedanken darüber zu machen, was einen Menschen wirklich in dieser Religion halten mag.
 
Man ist dann eben „zur Wahrheit richtig eingestellt“.
 
Klar ist, das eine Organisation, welche auf unbewusste psychologische Mechanismen aufgebaut ist, diese aber als Gottes Wirken verkauft, nicht darauf erpicht ist ihren Mitgliedern diese Mechanismen aufgeschlüsselt darzustellen, als wie es hier der Fall ist.
 
Das so selbst die „Liebe“ als ein Klebstoff zur Gruppierung und die später vorgenommene Prägung, das diese empfundene Liebe durch ein „Zurückgeben an Gott“ mit dem Gehorsam zur LK und ihrer Organisation verbunden ist, macht deutlich das die unbewusste Ebene definitiv verändert wurde.
Ohne das man es bewusst wahrgenommen hatte.
Denn zu glauben, dass man Gott nur durch die Mitgliedschaft bei den ZJ richtig dienen und anbeten kann, nur bei denen „Harmagedon“ überleben kann, ist weder normal, noch entspricht dies einer biblischen Aussage.
 
Die empfundene (erzeugte) Liebe wird mit einer Liebe zu Gott gleichgestellt, wird aber dennoch mit dem Gehorsam an die LK verwoben, obwohl das eine mit dem anderen nichts zu tun haben sollte.
 
Wie kann man einen Menschen in seinem Selbstbild verändern?
Man braucht nur die nötigen Antipathien und Sympathien neu koordinieren.
 
 
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