5.12. „Liebe“ und der Kontaktverbot mit Ehemaligen
 
 
Diese „Liebe“ und „Achtung“, welche diese Glaubensbrüder untereinander aufbringen mögen und diese Organisation erst mal funktionieren lässt, wird auch nie als offizieller Hauptpunkt bezeichnet, wieso man in dieser Gruppierung mitwirkt (anders wie beim Beitritt) – hier greift man auf die vorgegebenen Ideale zurück, „Gott zu lieben“, „in der Wahrheit zu sein“, oder anderes.
Denn in ihrer Praxis kommt diese „Liebe“ eher etwas zweckgerichteten gleich, welche bei selbst kurzweiligem Nichtinteresse an die Religionsausübung, Unterlassen der Tätigkeiten eines ZJ, oder beim „Verlassen der Wahrheit“ ihre wahre Natur zeigt.
 
Besonders in der Kontaktvermeidung mit ehemaligen Zeugen Jehovas wird dies verdeutlicht, wo selbst Familienmitglieder im Regelfall wie Tote behandelt werden, wenn diese keine ZJ mehr sein wollen, da diese ja „in Harmagedon sowieso umkommen“ werden.
 
„Wir reden mit Ausgeschlossenen nicht über unseren Glauben und haben keinen sozialen Kontakt mit ihnen.
Im Wachtturm vom 15. Dezember 1981 hieß es auf Seite 24, dass „ein einfacher Gruß der erste Schritt zu einer Unterhaltung und vielleicht sogar zu einer Freundschaft sein kann. Möchten wir bei einem Ausgeschlossenen diesen ersten Schritt tun?*“
*Fußnote:
„Die hierbei geltenden Grundsätze aus der Bibel treffen auch zu, wenn jemand die Gemeinschaft verlässt.“  – „Gottes-Liebe-Buch“, S.207
 
 
Hier wird erwartet, das die „Loyalität gegenüber Jehova und seiner Organisation“ noch vor der natürlichen Liebe gestellt wird, was der „aufrichtige Christ“ auch tatsächlich umsetzt.
 
Im Prinzip ist es ein von der LK aufgestelltes Verbot, der natürlichen Liebe nachzugehen - sie sagen zwar, das dies ein biblisches Prinzip sei, jedoch ist es eine unbiblische Erweiterung einer ursprünglichen Verhaltensregel innerhalb einer Gemeinde - diese auf eine Familie zu übertragen, davon ist nirgendwo in der Bibel die Rede.
 
 
 
Wer „Jehova liebt“ und "Respekt vor seiner Organisation hat", der hört eben mehr auf die Vorgaben seines „Sklaven“ als wie auf sein Innerstes.
 
 
 
 
 
 
 
„Wer Jehova treu sein möchte, sucht nicht nach Vorwänden für Kontakte mit einem ausgeschlossenen Verwandten, der eine eigene Wohnung hat. Aus Herzenstreue gegenüber Jehova und seiner Organisation wird er die biblische Regelung des Gemeinschaftsentzugs nicht unterlaufen.“ – „Gottes-Liebe-Buch“, S.209.
 
Hatte ich schon erwähnt, das der Begriff "Organisation" nirgendwo in der Bibel vorkommt?
 
Also werden diesen Personen eben keine Liebe und keine Beachtung mehr geschenkt - egal was früher einmal war...
 
 
Der wahre Zweck, das eigentliche Motiv dieser Suggestionen von Seite der LK, wann man wen zu „lieben“ hat, wird eben nicht benannt.
 Aber es ist einmal eine Methode um die ZJ gezielt für die Mitgliederwerbung zu animieren, was sie folglich entsprechend der Prägung auch gerne tun werden .

 Es gibt aber noch weitere Vorteile für die LK, wenn die Mitglieder „unter sich“ bleiben.

Einmal beeinflussen sich die Mitglieder gegenseitig, natürlich im Sinne der LK (inklusive des „Bewertungs-Systems“).
Gemiedener privater Kontakt zu „Anderen“ (Ehemaligen ZJ, Andersgläubigen oder Atheisten) bietet auch keine Möglichkeiten um an Informationen zu kommen, die Stoff zum veranlassten Umdenken liefern könnten.
Das Fernbleiben von unbeteiligten Außenstehenden verhindert eine dritte Sichtweise über die sozial-psychologischen Abläufe innerhalb der Gruppierung, welche durch näheren Kontakt durchblickt werden könnten.
 
Dass ein ZJ seine Religion ideell und emotional ernst meint, erkennt man an seiner Tätigkeit innerhalb und in Verbindung mit seiner Gruppierung, aber auch der Beachtung wenn es um die Kontaktsperre zu Ehemaligen ZJ geht.
Erst wenn ein als „schlechter Umgang“ bezeichneter, oder ein inaktiver ZJ wieder als ein Aktiver in das „Versammlungsgeschehen“ mitmacht, reguliert dies seine soziale Anerkennung zu einem gewissen „Normalzustand“ – er würde dann wieder zu dem „guten Umgang“ gehören.
 
 
Es ist tatsächlich so, das man trauriger weise einem solch indoktrinierten Menschen, vor allem nicht als Außenstehender, dann keine normale Bestätigung mehr schenken kann, auch nicht einfach weil er nur der Mensch ist der er ist.
Der emotionale Selbstwert, den ein ZJ sich selber beimisst, wird somit von den Vorgaben dirigiert, von den Vorgaben jener Publikationen, die letztlich von einem selbsternannten „Sklaven“ stammen.
 
Ein Haustier mag man mögen, weil es einfach nur durch sein natürliches Verhalten das Leben eines Menschen bereichert, weil es einfach nur „da ist“.
Oder noch mehr ein neugeborenes Kind als Familienmitglied.
 
Ein getaufter ZJ wird nie wieder in den Genuss kommen, so eine bedingungslose Liebe zu erleben, da die Selbstbestätigung auf anderen Gebieten entweder als „unwichtig, weil das Ende von Satans bösem System nahe ist“ dargestellt wird und als solches aufgefasst wird, oder weil gewisse Dinge als eine „Freundschaft mit der Welt“ dargestellt werden, was einer „Feindschaft mit Gott“ gleichkommt.
 
Dies alles führt zu einem „Teufelskreis“ wo ein „glückliches Leben“ nur in Verbindung mit den Tätigkeiten eines ZJ möglich ist.
Ein ZJ glaubt nicht an die bedingungslose Liebe Gottes, da er glaubt, Gott rette ihn nur wenn er ein aktiver ZJ ist.
 
Hier ein wirklich toller kerl, der das ganze aus seiner Sicht erklärt:
 
 
Mit freundlicher Genehmigung von John Ceddars