4.3. Das „Paradies auf Erden“ - Beispiel einer Bibelauslegung des „Sklaven“

 
 
4.3. Das „Paradies auf Erden“ - Beispiel einer Bibelauslegung des „Sklaven“
 
 
„Jesus gab ihnen zur Antwort: „Ihr seid im Irrtum, denn ihr
kennt weder die Schriften noch die Macht Gottes; denn in der
Auferstehung heiraten Männer nicht, noch werden Frauen
verheiratet, sondern sie sind wie Engel im Himmel.“
 
Matthäus 22, 29-30 – "NWÜ"
 
 
Dieser Bibelvers ist einer von mehreren, welcher deutlich wie sonst nirgendwo von einer himmlischen Hoffnung spricht, was die Form der Auferstehung der Toten betrifft.
Aber dieser Vers wird eben nur auf die „144.000“ „geistigen Juden“ ausgelegt, wobei Jesus selber nie von einer zweiten Art der Hoffnung gesprochen hat.
Auch nicht als er von den „zwei Herden“ sprach, der kleinen und der großen Herde (Joh.10,16).
Hier konnte er nur die Juden als kleine Gruppe und die große Summe der Heiden gemeint haben, die in seinen Namen noch gerettet werden würden.
Im Grunde ist seid der Bekehrung des Saulus zum Paulus, von nichts anderen die Rede.
 
Jehovas Zeugen glauben jedoch das die Bedeutung des von Jesus gepredigten „Königreiches“ die Hoffnung auf das „Paradies auf Erden“ beinhaltet – dies nach dem „Strafgericht Gottes“ („Harmagedon“).
Für einen solch erfolgreich indoktrinierten Menschen kann es nur das ewige Leben im „Paradies auf Erden“ geben.
Es sei denn man ist ein eher selteneres Vorkommnis in dieser Gruppierung, ein so genannter „gesalbter Christ“, oder einfach „Gesalbter“, auch ein „Mitsklave“ der „Sklavenklasse“ oder „Mitglied der kleinen Herde“ genannt - ohne jedoch in der Kirchenführung mitwirken zu können - jemand vom „gesalbten Überrest der 144.000“, der dann in den Himmel kommt, um über die „Anbeter Jehovas“ zu regieren.
 
Ansonsten jedoch zählt die „irdische Hoffnung“ ewig zu Leben, ohne Angst, in einem schönen weltweiten Garten in dem es keine schlechten
Menschen gibt – das „Paradies auf Erden“.
 
Die jüdische Sicht
 
 
Als Jesus zu dem Mann der zusammen mit ihm auf Golgatha hingerichtet wurde sagte, dass er mit ihm im Paradies sein würde, hat er damit die damalige Ansicht von der Weiterexistenz als Geist im Totenreich geredet, so wie sie sich auch in den jüdischen Fabeln widerspiegelten, was Jesus in einem seiner Geschichten aufgreift (Lukas 6, 19-31).
Tatsächlich gibt es im jüdischen Glauben, selbst heute nicht, kein festes Glaubensbild, wie das Leben nach der Auferstehung/Himmelfahrt
aussehen könnte – ein Jude wäre also überrascht, wenn hier mit diesen Versen welche der „Sklave“ mit aus seinem im wohlbekannten AT zitiert
werden, wie es die LK und damit die ZJ „lehren“, er plötzlich etwas von einem „Paradies auf Erden“ hören würde.
 
Übrigens:
Die Bibel selber liefert vielmehr den Hinweis, dass Abraham seine Hoffnung sehr wohl auf eine himmlische Stadt richtete (Hebräer
11,8-10 – siehe auch Matthäus 8, 11).
 
Wie kommt es daher, oder wie wird dieses Bild vom Paradies aufgebaut, an das der ZJ glaubt, dass dies biblisch sei?
Die Wörter „Paradies“ und „Erde“ kommen in keiner Bibel der Welt auch nur innerhalb eines Verses vor.
Die einzige Verbindung zwischen dem „Garten Eden“ und dem „Paradies“ aus dem Neuen Testament besteht darin, dass es in diesen „Bäume des Lebens“ geben soll.
Im NT stehen diese jedoch in Gottes Gegenwart (Offenbarung 22).
 
In der Wachtturmliteratur kommt der Schriftlaut „im Paradies auf Erden“ dafür mehrere hundertmal vor.
Gibt es eine Grundlage zu dieser Hermeneutik?