3.2. Erwartungen an eine Religion

 
 
3.2. Erwartungen an eine Religion
 
 
Es wird immer Menschen geben, welche aufgrund der Tatsache dass sie sich ihrer eigenen Existenz bewusst sind, sowie der guten Voraussetzungen welche die Entfaltung des Lebens auf diesen Planeten ermöglichten, zu dem Schluss kommen mögen das es ein höheres Wesen gibt, welchem sie dem „Startschuss“ zu ihrer Existenz zu verdanken haben.
Dieser „Schöpfergott“, oder je nach Glauben auch „die Geister“, hat/haben im Vorfeld agiert und der Gläubige dankt diesem für die eigene Existenz.
Es sind Emotionen und Überlegungen die einen dazu veranlassen, das es so etwas wie ein Gott geben kann, oder das Empfinden wecken das es ihn geben muss.
Es soll auch Kinder geben, die scheinbar mit einem „Gottesgefühl“ auf die Welt gekommen sind, oder zumindest selber entwickelt haben – ich zähl mich mit dazu.
 
Der Glaube an einen Gott scheint somit eine ideelle und emotionale Grundlage zu haben, welche Gleichgesinnte nachvollziehen können und diese Gedanken dann innerhalb einer Gruppe teilen möchten.
Die Glaubensrichtung, wie und ob man diesen Glauben einen Ausdruck verleihen möchte ist dann eine andere Sache.
In der Regel wird aber für eine kulturell vorgegebene Religion entschieden – wie oben geschildert bleibt da auch oft keine Wahl.
 
Wenn der Suchende aber eine Wahl hat, dann ist dieser Wunsch sich einem Gott zu „öffnen“ an sich etwas völlig natürliches.
Verwerflich ist es nur, wenn Religionen diesen Wunsch nach Anbetung zu ihren eigenen Zwecken missbrauchen.
Geht jemand nicht mit seiner kulturell üblichen Religion konform, so sucht er vielleicht eine andere Form von Anbetung (falls man eine
Wahl hat).
 
Vor dem Wunsch einen Gott anzubeten, kommt es dann auch manchmal erst zu den berühmten Fragen:
Wer ist Gott? Wo kommt der her? Was passiert nach dem Tod? Warum das Leid auf der Welt? Was bringt die Zukunft? Wenn jemand diese Antworten in einer Religion gefunden hat, welche für ihn persönlich plausibel sind, wird er u.U. in dieser Religion bleiben oder sich lediglich mit deren Antworten zufrieden geben und seinen Glauben mit in das entsprechende Weltbild hineinlegen oder es übernehmen.
Auch möglich das sich hier erst ein Gottesgefühl entwickelt.
 
An diesen Wunsch nach solchen Antworten ist an sich nichts verwerflich.
Verwerflich ist es nur, wenn man diesen Wunsch nach Antworten innerhalb einer Religion von ihrer Führung zu missbrauchen weiß.