2.2. Methoden zum authentischen Bibelstudium

 
 
 
2.2. Methoden zum authentischen Bibelstudium
 
Ein authentisches Bibelstudium, das was man im privaten Rahmen sinnvoll durchführen könnte, beschäftigt sich mit dem kompletten Kontext, unter der Berücksichtigung mehrerer Bibelübersetzungen, sowie der 5W-Methodik (abgeleitet aus der „Formgeschichte“ oder „Formkritik“
 
Die 5W-Methode ist eine einfache Fragestellung mit welcher der Zweck und Nutzen eines einzelnen Bibelverses für sich selber ergründet werden kann:
 
„Wer sagte was, wann zu wem und warum?“, oder: „Wieso wurde dieser Vers aufgezeichnet, was vermittelt er an wen und wieso?“
 
Mit dieser zweckgerichteten Analyse eines Verses, oder einer gesamten Passage, wird ausgeschlossen, dass eine biblische Aussage zu einem fremden Zweck, für eine andere Erklärung als wie sie im Grunde aufgestellt wurde, ausgelegt wird.
 
Der Inbegriff des Bibelstudiums (was im privaten Rahmen möglich wäre) wäre für mich das „Induktive Bibelstudium“ (einfach mal googeln).
Ich empfehle diese hier als gute Methode, da die Bibel tatsächlich sich selber erklärt, wenn man weiß wie und was man alles beim Bibellesen beachten kann.
 
Manche Gemeinden bieten das als Gruppenkurs an.
 
Ein gutes Buch was zum gezielten Bibellesen einzelne Begrifflichkeiten aus dem hebräischen und griechischen Grundtext erklärt, ist zusätzlich vom Vorteil, wobei die revidierte Elberfelder-Bibel hier an sich schon ziemlich gut wiedergegeben wurde.
Die Thompson Studienbibel ist hier wegen den zusätzlichen Einblicken der damaligen jüdischen Gepflogenheiten erwähnenswert.
Dass andere Teile der Bibel kaum zum christlichen Glaubensbild notwendig sind, sollte bei der Selektion zur Aufgliederung an relevanten
Bibelpassagen ebenfalls berücksichtigt werden.
 
Es sind ganz klar Teile der Bibel aufgezeichnet, die weder einen Bezug noch eine Grundlage des christlichen Glaubens darstellen – die kann man separat lesen, es sei man studiert bewusst alles aus der Bibel.
 
 
Genauso ist es eben eine Tatsache, dass die Bibel von Menschen zusammengestellt wurde.
Genau genommen von der christlichen Gruppierung, welche Konstantin damals am meisten beeindruckte.
Dazu empfehle ich das Werk von R.Franz "Auf der Suche nach christlicher Freiheit", welche die Anfänge der katholischen Religion sehr schön recherchiert hatte.
 
Die Bibel selber enthält nicht nur eine Abhandlung darüber, wie aus dem Judentum und der darin enthaltenen Prophezeiungen auf den Messias es zu dem Glauben an Jesus Christus gekommen ist.
Sondern eben auch eine Anzahl an profanen Geschichten, welche lediglich „Menschenwort“ darstellen und selbst im NT keinen Wert mehr darstellen; Verse aus den Bibelbüchern Ruth, 1. und 2.Chronika sowie 1. & 2.Könige z.B., werden im Neuen Testamen (NT) gar nicht mehr rezitiert.
 
 
Dennoch hatten und haben diese Bibelbücher, auch wenn diese nicht zitiert werden, ihren jeweils eigenen Bedeutungskern, wie sie jeweils vom gläubigen Leser dann jeweils aufgefasst werden.
 
Menschen aus Zeiten des NT beziehen sich ansonsten lediglich auf das „Gesetz und die Propheten“ (Math.7,12; 22,40; 24,44; Joh.1,45; Apg. 24,14; Römer 3,21 u.a.), wenn es um Prophezeiungen geht die sich an Jesus erfüllt haben sollen, was für den Christen von heute ebenso das wesentliche des AT darstellt, wenn es um die jüdischen Grundlagen des christlichen Glaubens geht.
 
Die Aussage „die ganze Schrift ist von Gott gegeben“ (2.Timotheus 3,16), kann sich also nur auf das beziehen, was der damalige Jude bereits als „Schrift“ zusammengelegt hatte („das Gesetz und die Propheten“).
Auch wurde diese Aussage aus 2.Timotheus getätigt, da waren Teile des NT noch nicht einmal zusammengestellt – die Bibel selber wurde erst ca. 3 Jahrhunderte später zu einem Gesamtwerk erklärt.
Als Buchform noch viel später.
 
Die Bezeichnung der Bibel zum "Wort Gottes" erfolgte jedoch aufgrund des Feedbacks vieler Jahrzehnte in denen die Gläubigen jeweils einen besonderen Wert dieser Bücher zuordneten.
Diese Gesammtheit und Vielschichtigkeit machte es zum "Wort Gottes", da die Gläubigen erkannten, das es viele Formen gibt, in dem "Gottes Wort" die Gläubigen und Suchenden angesprochen hatte.
Sie zu einem Gesammtwerk zu ernennen war dann nur noch eine Formsache.
 
 
Wenn es jemanden an sich um die christlichen Glaubensinhalte geht, empfiehlt es sich einen „Alphakurs“ wahrzunehmen, wo innerhalb von bis zu 10 Abenden die Kerngedanken des christlichen Glaubens, (eigentlich) ohne jemanden in eine Konfession zerren zu wollen, vermittelt werden.
Dieser wird ebenso in Gruppen von diversen Kirchen und Gemeinden angeboten.
 
Hier werden jedoch keine Bibelauslegungen vorgenommen, sondern die grundlegenden Glaubensinhalte vermittelt und diskutiert.