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2 Das „Heimbibelstudium“ anhand von „Heimbibelstudienhilfsmitteln“
 
 
„Simon Petrus antwortete ihm: „Herr, zu wem sollen wir gehen?
Du hast Worte ewigen Lebens und wir haben geglaubt und erkannt,
daß du der Heilige Gottes bist.“
 
Johannes 6, 68-69 - („NWÜ“)
 
 
 
Ein Interessent wird nicht einfach so ein Zeuge Jehovas.
 
Es braucht Zeit u.a. ihre spezielle Sprache zu lernen (was intern als „reine Sprache“ bezeichnet wird) und ihre Lehren zu leben („den rechten Weg gehen“, den „Weg des Lebens gehen“, „in der Wahrheit sein“ etc.).
Erst wenn bereits erfolgreich indoktriniert wurde, wird dies noch durch die Taufe „symbolisiert“, was für ihn bedeutet unter den vollen Bedingungen des "Sklaven" leben zu müssen.
Der Taufe voran geht das sogenannte „Heimbibelstudium“, was die eigentliche Indoktrinierung darstellt, welche bis zur Taufe sechs Monate dauern kann – manchmal auch länger oder kürzer.
Ein Kind von ZJ schon seid dem Zeitpunkt, wo es die Besuche der Eltern der Zusammenkünfte der ZJ, bewusst miterlebt, auf seine Art indoktriniert.
 
Ein „echter“ ZJ wird nie aufhören seine Glaubenslehren immer weiter anhand der „geistigen Speise“ zu betrachten und zu verinnerlichen, solange er sich als ein solcher benennen kann - obwohl er längst indoktriniert ist, wird man angehalten sich weiter "belehren" zu lassen, was im Grunde eine Vorsetzung der Indoktrinierung darstellt.
 
Für jemanden der sich neu als Interessent für die Lehren der ZJ interessiert ist die Dauer dieses "Studiums" signifikant, weil es heutzutage recht leicht ist via Internet sich mit den allgemeinen Grundlehren der Bibel und damit der Christenheit an sich, recht schnell vertraut zu machen.
Es gibt sogar Onlinekurse.
Wer sich einen Abend Zeit nimmt, kann sich per „World wide web“ sogar genauso schnell über die Sonderlehren der ZJ informieren.
Oder man denke an die paar Absätze aus 1.1 Glaubensinhalte der ZJ, wo die Zusammenfassung nicht mal eine DINA4-Seite ausfüllen würde.
 
Es muss also weit mehr damit verbunden sein, wenn bei den Zeugen Jehovas das Vermitteln von deren Ansichten, mit einer längeren Phase verbunden ist.
Tatsächlich kenne ich dieses leichte „sich selbst rühmen“, was ich manchmal in Internetforen mitlese, oder aber auch von Glaubensbrüdern im Predigtdienst geäußert wurde, das man als ZJ ja immerhin nicht „einfach so“ ein ZJ werden kann, das immerhin ein „Bibelstudium“ dahinter steht, bevor „man dazu gehört“.
Der Leser sei hier ermuntert selber zu urteilen, ob man sich dieser gerühmten Fakten wirklich selber loben sollte.
 
Es geht nun aber vielmehr um folgendes:
 
„Jehovas Zeugen bieten kostenlose Bibelkurse an, die in der eigenen Wohnung stattfinden können. Grundlage ist das Buch ‚Was lehrt die Bibel wirklich?’.“ - (WT 01.01.2009, S.13)
 
Auf der Homepage der ZJ kann dieses Werk derzeit kostenlos eingesehen werden und ist zum freien download erhältlich.
Jegliches Zitat auf dieser Seite kann derzeit auf diesen Seiten mitverfolgt werden, was sehr praktisch ist:

http://www.jw.org/de/publikationen/bücher/bibel-wirklich/hat-gott-das-gewollt/

 

Anhand dieses Buches, werden derzeit „Heimbibelstudien“ durchgeführt:

„... Er gab ihnen das Buch `Was lehrt die Bibel wirklich?` und vereinbarte einen Rückbesuch für den nächsten Tag. Bei diesem Besuch begann Orlin mit einem der beiden, Swetomir, ein Bibelstudium, das gleich am nächsten Tag fortgesetzt wurde.“ – (WT 15.09.2010, S.31)
 
 
Das Ziel des Buches ist, jemanden dazu zu bewegen, dass er sich den ZJ anschließt:
 
„Wie weiß man aber, welche Glaubensgemeinschaft auf diesem schmalen Weg geht? Das Buch `Was lehrt die Bibel wirklich?` (Kapitel15) liefert dazu wertvolle Anhaltspunkte aus der Bibel. Damit kann man eine solide Entscheidung treffen, welcher Gemeinschaft man sich anschließen soll.“ – (WT 01.11.2010, S.31)
 
Vorher gab es zu diesen Heimbibelstudien ältere Bücher, „Vorreiter“, wie z.B.: „Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten Paradies“ – (1958), „Die Wahrheit die zum ewigen Leben führt“, kurz: das „Wahrheitsbuch“ - (1968), „Du kannst für immer im Paradies leben“, kurz, das „Paradiesbuch“ - (1989), „Erkenntnis die zum ewigen Leben führt“, kurz, das „Erkenntnisbuch“ - (1995).
Alle hier benannten Veröffentlichungen sind, sofern nicht anders erwähnt, von den eigenen Hausdruckereien der „Wachtturmgesellschaft“, als hauseigener Zeitschriftenverlag publiziert worden – diese haben daher auch keine ISBN-Nummer.
 
Wenn ich schon mal bei der WT-Literatur bin:
Es gibt auch verschiedene Lektüre zur „Festigung“ der Glaubensansichten, die man als angehender ZJ vor oder nach der Taufe (alleine oder mit jemanden zusammen) durchgehen kann, wie z.B. das Buch „In der Anbetung des allein wahren Gottes vereint“, kurz, das „Anbetungsbuch“ (1983), „Den allein wahren Gott anbeten“ (2002), „Komm Jehova doch näher“ (2002), „Lebe mit dem Tag Jehovas vor Augen“ (2006), sowie eigene Konkordanzen, Bibellexika u.v.m.
Interne Publikationen zur Kindes- Indoktrinierung sind z.B. „Mein Buch mit biblischen Geschichten“ (1978), „Fragen junger Leute – praktische Antworten“ (1989) -  "Auf dem großen Lehrer hören".
Es ist auch gut möglich, dass in der Zwischenzeit neues herausgegeben wurde.
 
Ich denke nur mal an die monatlichen „Wachtturm“-Ausgaben (WT), welche ebenfalls Bibelerklärungen beinhalten.
Hier gilt es seid Januar 2008 von einem „internen WT“ und einen WT „für die Öffentlichkeit“ zu unterscheiden.
Der Öffentliche ist auf den 1. des Monats datiert, der interne auf dem 15. - ein Beispiel:
WT 15.10.2009 wäre hier ein interner Wachtturm vom 15.Oktober aus dem Jahre 2010.
 
Ab und zu wird hier auch aus dem einen oder andern „Königreichsdienst“ („Unser Königreichsdienst“), zitiert, was ich leider nur für Deutschland zur Hand habe, was ein anderes internes Blatt für getaufte ZJ darstellt (hier auch nur für „regelmäßige Verkündiger“, welche monatlich berichten das diese aktiv Mitgliederwerbung betrieben haben), welches ebenso schon seid Jahrzehnten spezielle Gedanken und Anweisungen speziell für den „Predigtdienst“ liefert.
Aber auch aus dem „Erwachet“, einer Begleitzeitschrift zum WT, soll die eine oder andere Aussage hier bei passender Gelegenheit ihre Erwähnung finden.
 
Zurück zum Thema:
Anstatt also die Bibel selber zu betrachten, werden mit einem Interessierten die Glaubensansichten der Zeugen Jehovas anhand eines Buches betrachtet, wenn es um deren Glaubensgrundlagen geht, sowie einer Menge an interner, weitreichender Literatur.
Derzeit nun mal das Buch „Was lehrt die Bibel wirklich?“ aus dem Jahre 2005, für den, der mit ZJ die „Bibel studieren“ möchte.

 

-> weiter im Thema: 2.1. „Heimbibelstudium“ (= Indoktrinierung zum ZeugenJehovas)