Hallo Gott... wer bist Du eigentlich? - Vom bilden des persönlichen Gottesbildes.

 

Man sagt Gott vieles nach.
"Er ist nie da wenn man ihn braucht", "Er lässt so viel Leid zu", "Er ist der Schöpfer aller Dinge", "Es gibt mit höchster Wahrscheinlichkeit keinen Gott", "Er ist mein Retter" usw.
 
 
Solche Gottesbilder kommen niemals von ungefähr.
Eine Meinung ist immer das Resume ihrer Entstehungsgeschichte.
D.h. es gab immer einen Vorgang oder einen Prozess, in dem eine Meinung manifestiert wurde.
Diesen Vorgang nennt man bekanntlich eine Prägung.
Um es auf das Gottesbild umzusetzen, so hat jede Meinung eine Entstehungsgeschichte, welche man entweder aus dem Gedächtnis, per Hypnose oder in einer guten Seelsorge wieder auf ihren Ursprung zurückverfolgen könnte.
Jeder Mensch hat so seine eigene Entstehungsgeschichte bezüglich seiner Meinung über Gott, wie er so ist, oder ob es überhaupt gibt oder nicht.
Egal ob positiv, negativ.
Die Frage die ich den Lesern hier nun auf dem Weg geben möchte ist, ob er noch weiß, wie genau sich seine Meinung über Gott gebildet hatte. 
Habe ich eine Meiung übernommen?   
Habe ich nicht aufgepasst, und mir wurde eine Meinung suggestiv übertragen (siehe Kapitel 6) ?
Habe ich ein Buch gelesen und mir die Meinung des Autors zu eigen gemacht, ohne dem Wissen über Suggestionstechniken in Schriftformen?
Wurde an meine Vernunft appeliert?   
Oder habe ich es gelernt, mir eine eigene Meinung zu bilden?
 
 
Ich will mal was über unsere Wahrnehmung schildern.
Die menschliche Wahrnehmung ist bekanntlich begrenzt aufnahme-fähig.
Das ist auch ganz gut so, denn der Mensch ist nicht in der Lage alle Informtionen welche die Umwelt uns liefert gleichwertig bewust zu verarbeiten - könnte er es dennoch, schwelgt sein Nervensysthem in Gefahr zu einer Überlastung.
 
Es gibt Faktoren der Wahrnehmung, die aufgrund des ausgeübten Berufes eine Rolle spielen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
D.h. es gibt Berufe, die lassen einen Menschen die Welt anders sehen, als wie andere Menschen.    
Ein Maurer erkennt Pfusch am Bau.
Ein Vermesser sieht überall Messpunkte, die andere kaum warnehmen.
Ein Polizist erkennt eher ob ein Autofahrer betrunken ist oder nicht.
Ein Feuerwehrmann erkennt Gefahrenquellen, die ein Apotheker nicht kennt - umgekehrt genauso.    
Ein Künster nimmt Objekte wahr, die er von Wert hält diese auf seine Art festzuhalten.
Ein Musiklehrer hört Zwischentöne besser heraus als sein Schüler.
 
Diese Beispiele stehen für die biologische Tatsache, das es Regionen in unserem Gehirn gibt, welche von einigen sehr oft gebraucht werden, von anderen wiederum gar nicht.    
Es gibt Menschen die haben einfach keinen Zugriff auf ihre eigene Phantasie, Kreativität, oder auf ihre Logik oder sozialen Fähigkeiten.    
Sie stehen aber auch dafür, das erworbene Kenntnisse die Wahrnemung definitiv verändern.
 Es gibt aber noch andere Faktoren, die einen Einfluss auf unsere Wahrnehmung haben.
Immer gibt es im Menschen eine Art von Motivations-Equalizer, mehrere Filter mit denen sämtliche Informationen auf das reduziert werden, was man selber bewust wahrnehmen kann. oder dem, was man gerade wahrnehmen möchte.
So gibt es Frauen beim Einkauf, welche ihre Wahrnehmung auf alles mögliche justieren, nur nicht auf das Monatsbuged.   
Es gibt Menschen, die achten eher auf gehörtes, oder auf gefühltes, oder das was sie sehen.    
Auch das worauf wir achten wollen ist abhängig davon, was uns im Leben motiviert.   
Der eine möchte auf die Dinge in der Schöpfung achten, Flora und Fauna, während der andere einfach dankbar ist das endlich mal wieder die Sonne scheint.   
Wieder einen anderen ist es wichtig, ob es seinen Mitmenschen gut geht.   
Anderen wiederum, ob andere merken, das man Selbstzweifel hat oder nicht.
 
Dann gibt es noch Ängste die unsere Wahrnehmung beeinflussen.   
Wenn eine Angst überwiegt, fällt es schwerer andere wichtige Dinge in der Umgebung wahrzunehmen.   
Oder Depressionen, Borderline-Störungen, Burn-out usw. - Dinge die alle auf unsere Wahrnemung einen entscheidenen Einfluss nehmen.   
Ich denke da aber auch an innere Verletzungen, sowie dem daraus resultierenden Verhalten, zurück verletzen zu wollen, aus Selbstschutz, nochmals verletzt zu werden.
Oder der innere Rückzug, das innere Verkriechen aus der Realität.
Traumatische Erlebnisse, verlorene Freundschaften, verstorbene Familienmitglieder ...
 
Und so könnte ich diese Liste an Beispielen um ein zehnfaches verlängern - es würde den Rahmen sprengen, weil ich eigentlich nur auf das eine hinaus will:
 
Es gibt definitiv hunderte von Faktoren welche einen Einfluss auf unsere bewuste Wahrnehmung haben.
Und unsere Wahrnehmung bildet nun mal das Werkzeug, mit dem wir unser Weltbild, aber auch unser Gottesbild zusammenschustern.