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Typologien der Aussteiger
 

Nicht jeder Aussteiger ist gleich.

Der Großteil aller Aussteiger wird zum Glück niemals professionelle Hilfe in Anspruch nehmen müssen.

Es ist schön zu beobachten, wie diese scheinbar problemlos ihre eigenen Ressourcen finden und schnell einen Draht zum "realem Leben" finden.

Diese würde ich pauschal als "erfolgreiche Aussteiger" bezeichnen, jedoch im Hinterkopf behaltend, das auch diese es nicht leicht hatten. 

Vielleicht kann man als Ehemaliger diese Kontakten, wenn man noch welche von früher kennt?

 

Es gibt ca. jedes Jahr 1000 Aussteiger allein in Deutschland - lassen wir es mal 10% sein, die Hilfe benötigen, geschweige mal eine Homepage von anderen Ehemaligen ZJ aufsuchen.

Jeder Mensch geht mit Krisen unterschiedlich um.

Jeder Ehemalige wird seinen eigenen Weg finden.

Wie dieser Weg aussehen wird ist mit davon abhängig, wie man sich selber erkennen kann, sein eigenes Ich zurück erobernd.

Hier ist ein gesunder Egoismus gefragt.

Hier nun einige Typologien, wie ich sie selber bei den Aussteigern beobachten konnte:

 

Der "Verkäufer":

Verkäufer sehen manipulative Vorgänge als legitime Hilfmittel - selbst wenn sie selber manipuliert wurden.

Eventuel durchschauen sie sogar so manche Manipulations-Taktik des "Sklaven".

Aber das ist ihm egal - denn genau das hat ihn als Zeugen so "erfolgreich" gemacht - womöglich war er Ältester oder Pionier, welcher mit Gewissheit einen geiwssen Überblick über die emotionale Vereinnahmung wahrgenommen hatte und bewusst selber, mit voller Absicht, selber manipulativ vorgehen wollte.

Nach seinem Ausstieg wird er (zumindest eine Phase lang) anderen von seinen Initiativen innerhalb der Gruppierung berichten, um sich nachträglich in seinen "Erfolgen" zu suhlen.

Es gibt Zeugen Jehovas mit Manager-Posten in großen Firmen oder sind Selbstständige, genauso wie es solche in anderen Kirchen auch gibt.

Solche Menschen lieben es in allen Bereichen des Lebens "Erfolg" zu haben - alles richtig gemacht zu haben ist zu einem Grundbedürfnis geworden ("Ich habe nichts falsch gemacht"/"Ich war nie ein Opfer").

Dabei ist die Selbst-Erkenntnis, das man insofern sehr wohl manipuliert wurde ("Nein ich wurde nie manipuliert"), eine sehr wichtige Nuance beim Ausstieg.

Ansonsten mach man sich selbst etwas vor.

Um sich selber als gut hinzustellen, wird er sagen, das das alles bei den Zeugen recht harmlos sei.

 

"Der Verletzte"

"Der Neu-Christ"

"Der Aufklärer"

"Der Helfer"

 

Egal in welcher Person man als Aussteiger sich wiederfinden mag, muss ich sagen das diese Rollen auch immer nur eine Phase lang andauern können, je nachdem, wie weit man sich weiterentwickelt und welche Selbst-Erkenntnisse man gerade durchgeht.

Zum Beispiel könnte es passieren, das der ehemalige "Verkäufer" beginnt sich innere Verletzungen einzugestehen, was ein positiver Schritt in Richtung Selbstfindung werden könnte.

Oder der "Helfer" beginnt zu erkennen, das er selber nur Hilfe sucht, das er im Grunde gar nicht die Kompetenz besitzt anderen Aussteigern tiefenpsychologisch helfen zu können - vor allem wenn die Selbst-Erkenntnis auftaucht, das man erst mal selber sein eigenes Menschsein zurückerobern sollte - was natürlich auch gleichzeitig passieren darf, solange die Hilfestellungen nicht als Ersatz für professionelle Hilfe verstanden wird.

Egal wie man sich selber sieht, gibt es also immer eine Phase in der sich so ein Aussteiger befindet.

Manche stecken in einer Phase fest - andere bewegen sich weiter, weil sie sich um die wichtigen Infos bemüht haben.

Einen Erfolgreichen Aussteiger erkennt man daran, wenn er zu einem Menschne geworden ist, der glücklich und zufrieden leben kann, egal was andere Menschen so glauben oder nicht glauben, der es aber auch gelernt hat zu vergeben, wenn er nun von seinen lieben Leuten getrennt wurde.