Gründe um "die Wahrheit" zu verlassen - die Wahrheit, weshalb sie verlassen wird

 

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Meine Aufgabe sehe ich hier nicht, zwanghaft Gründe zu liefern, so das ein Zeuge Jehovas (ZJ) nun doch seine Gruppierung verlassen müsse.    
Es kann sein, das ich dies unfreiwillig tue, jedoch gehe ich davon aus, das ein ZJ, wenn er absolut konform mit seiner geistlichen Führung lebt, das dieser hier solche Webseiten meiden wird, dies aufgrund der ihm übertragenen Prägungen und den damit verbundenen Verpflichtungen.     
Ein ZJ der ohnehin gemerkt hat, das etwas in seiner Gruppierung nicht stimmt, wird bestimmt eher geneigt sein solche Zeilen zu lesen.     
Und bei 1500-2000 Zugriffen im Monat auf diese Webseiten hier, gehe ich davon aus, das auch ein Teil davon ZJ lesen werden.
 
Ich möchte hier nun viel mehr die innermenschlichen Gründe aufzählen, welche einen Menschen bewegen, so eine Gruppierung zu verlassen.
Dabei werde ich auch die Gründe aufzählen, wieso manche dennoch in einer solchen bleiben wollen, trotz besseren Wissens. Denn diese inneren Beweggründe werden auch weiter den Aussteiger verfolgen und ihm eine Antwort liefern, wie er seine Zukunft verbringen wird.
Das Video oben verpackt viele soziale und logische Ungereimtheiten innerhalb der Wachtturmorganisation auf, so das dies schon alleine für sich spricht.    
Jedoch berücksichtigt es nicht die Selbstsicht, oder überhaupt die Brille eines ZJ, mit der dieser so ein Video innermenschlich auswertet.
So super ich das Video auch finde:
Einen ZJ wird es eher abschrecken, er wird Hass drin finden und sich angegriffen fühlen, weil das was ihm wichtig ist, sein Vertrauen in diese geistliche Führung, zu Recht angekreidet wird.    
Auch ist damit verwoben auch sein Gottesbild, denn er glaubt das Gott selber mit dieser Führung interagiert.
Aus diesen Gegebenheiten kann ich nun eine Faustregel ableiten, die da lautet:
 
Je mehr ein ZJ sich von Kritik an seiner Religion verletzt fühlt, um so mehr hat er es zugelassen, das diese ihn vereinnahmt.
 
Dieses Maß an Vereinahmung ist elementar für den Aussteiger. Denn je mehr er vorher hat sich vereinnahmen lassen, um so schwerer sind seine an ihm vollzogenen Veränderungen, um so schwerer wird für ihn der Ausstieg.    
 
Daher ist es wichtig zu ergründen, wieso ein Mensch die ZJ verlässt, ja aus welchen Beweggründen er es tut, da ich eine weitere Faustregel ableiten muss:
 
Je mehr ein Mensch sich hat vereinnahmen lassen, um so größer ist der Schmerz, wenn er erkennt, das sein Vertrauen missbraucht wurde.
 
Ich hoffe so langsam wird klar was ich mit diesen Zeilen verdeutlichen will.
Der Mensch lebt.
Er lebt durch seine Emotionalität, die ihm erstmal ermöglicht zu bewerten, ob das Leben schön ist oder nicht.
Die Gründe mögen jeweils ein anderer sein, auf sozialer oder theologischer Ebene, wieso er diese Gruppierung verlässt, aber eins bleibt unweigerlich auf emotionaler Ebene:
 
Das verletzte Vertrauen.
 
Der Aussteiger verlässt immer diese Gruppierung, weil sein Vertrauen in diese zerstört wird und einen Schmerz erzeugt.
 
Wieso reite ich so drauf rum?
 
Weil der Schmerz berechtigt ist.    
Doch dieser Schmerz birgt in sich, wenn man sich von ihm übermannen lässt, eine Gefahr, ja manchmal sogar eine Lebensgefahr.
Denn Selbstmordopfer bei ehemaligen Zeugen Jehovas sind zwar nicht die Hauptanzahl der Suizide weltweit, aber jeder einzelne ist zuviel.     
Genauso wie jeder einzelne Borderliner oder Soziopath der auf die Kappe der Wachtturmgesellschaft geht, ganz zu schweigen von verlorenen Kindheiten.
Entschuldigen Sie bitte meine Ausdrucksweise, aber das ist der ganze Scheiss nicht wert.
 
Ich möchte den Aussteiger hier viel mehr ermuntern, sich diesen Schmerz ins Bewusstsein zu rücken, dort, wo er gedanklich angegangen werden kann.
Vielleicht möchte der Aussteiger hier das als eine Beziehung betrachten, wo das Vertrauen verletzt ist, weil der Partner einen betrogen hat.
Sich betrogen zu fühlen ist alles andere als schön.
Ich denke nur mal an all die Zeit die man in eine Beziehung investiert hat, oder die Mittel, die man von Herzen gegeben hat - genauso ist das mit den Dingen die einen durch den Kopf gehen mögen, wenn man bemerkt das eine Religionsorganisation das Vertrauen ausgenutzt hat, so das man seine Zeit und Mittel, die man von Herzen gegeben hatte, nur dazu genutzt wurden, um jemanden als Menschen zu verformen, zu verändern, emotional auszubeuten um ihn dann Dinge tun zu lassen, die er eigentlich von jemanden will, ohne zu berücksichtigen, wer der Mensch da vor ihm eigentlich ist.
 
Um weiter Beziehungfähig zu bleiben, gibt es nun verschiedene Wege und Mittel, ganz ähnlich wie bei einem Ausstieg aus einer Gruppierung, um sinnvoll mit so einer Trennung umzugehen.
Denn das Menschsein hört nach einem Ausstieg nicht auf - im Gegenteil.    
Was zum Menschsein dazugehört darf wieder neu entdeckt werden, bzw. muss erst mal registriert werden, das es so etwas wie z.B. mögliches Vertrauen in andere Menschen, absolut geben darf.
Auch eine Gottesbeziehung darf weiter gepflegt werden, denn nichts ist natürlicher als beten.
Nur weil der "Sklave" propagiert, das es außer als bei ihm keine wahre Religionen gibt, so muss man deswegen nicht aufhören zu glauben - im Gegenteil:
Ich habe persönlich nichts besseres gefunden, als sich von diesem Gott ein eigenes Bild zu machen, wie er sich selber im Leben des Einzelnen zeigen will.
 
Nur weil eine Beziehung scheitert, will man deswegen den Rest seines Lebens alleine bleiben, weil man nicht mehr an die Liebe glauben kann?
Nur weil man in einer Religion keine Liebe von Gott erfahren hat, will man deswegen aufhören an die Liebe Gottes zu glauben?
 
Gut, das bleibt jeden selbst überlassen.     
Doch der besagte Schmerz bestimmt auch die persönliche Antwort auf diese Frage, ob man nach einem Ausstieg noch an Gott glauben kann, oder nicht - genauso wie man sich vom Trennungsschmerz beeinflussen lassen kann, ob man weiter Beziehungs-fähig ist oder nicht.    
Aber eins weiß ich:
Wenn der innere Mensch, sein Herz, voll ist mit Schmerz, dann findet die Liebe Gottes keinen Raum, den Gott eigentlich im Herzen des Menschen reserviert sehen würde.    
Denn nur da, wo man Gott Raum lässt, kann man auch fühlen das er da ist.     
 
Nach einer gescheiterten Beziehung kann man nun selektieren oder nicht.
Sinnvoll wäre es, es zu tun.
Denn liegt der Fehler bei einem selbst, dann könnte man in Zukunft besser drauf auchten diesen Fehler nicht nochmal zu tun, denn ansonsten passiert derselbe Fehler bei jeder Beziehung erneut.    
Hier gilt die Volksweisheit:
"Der Dumme lernt nie aus seinen Fehlern, wohl aber der Kluge.
Der Weise lernt aus den Fehlern der anderen."
 
Nun, aber das liegt ja bei jeden selber.
 
So ist das aber auch bei dem Gottglauben und der daraus resultierenden Beziehung zu Gott.
Ein verletzter Aussteiger ist, trotz der Vorarbeit die ich oben geleistet habe, nicht gleich ein verletzter Aussteiger.   
Denn jeder Mensch ist unterschiedlich emtional-intelligent, wenn es darum geht die Dinge differenziert zu betrachten, oder sie in seinem Inneren sinnvoll zu sortieren.
 
Während der eine der Liebe die Schuld gibt, verletzt zu sein, denn die Liebe wurde ja zum Köder um überhaupt irgendwo mitzumachen, weswegen er nicht mehr Beziehungs-fähig sein kann, so kennt dieser noch nicht die Möglichkeit, die Sicht nicht auf die Liebe selber zu richten, sondern auf die Motivation, mit der Liebe als ein Werkzeug eingesetzt wird um etwas zu erreichen.    
 
Wahre Liebe ist Bedingungs-los - eine Religion dagegen, welche Bedingungen stellt um geliebt zu sein, hat keine Liebe, sondern eine Pharse dessen, ein Trugbild, von der wahren Liebe Gottes. In einer Beziehung ist es nicht anders - auch hier ist wahre Liebe Bedingungs-los.
Gottes Liebe ist Bedingungslos.
Ich glaube an einen Gott, der jeden Menschen jetzt schon liebt, ohne das dieser ihn überhaupt kennt.    
Aber dazu mehr an anderer Stelle.
 
Der Aussteiger, der als Mensch verletzt wurde, der Glauben an Gott nur in Verbindung mit einer religion kennengelernt hat, wird es logischerweise nicht kennen wie es ist, seinen persönlichen Gottglauben nachzugehen, denn er hat nie kennengelernt auf das zu achten, was ihm von inneren heraus an Gott glauben lässt.
Erschwert kommt hinzu, das die Suggestionen, denen man nachgegangen ist, nun aus der begrenzten Sicht heraus zu verallgemeinern beginnt, und meint nun pauschalisieren zu können, das ja alle Religionen, aber auch nun alle Arten des persönlichen Gottglaubens auf Suggestionen besieren müssten, nur weil man selber es ja so erlebt habe.    
 
Nun, ich kenne diese Problematik nur zu gut, wenn man beginnt in einem eingegrenzten Weltbild zu denken.    
Jedoch gibt es Menschen mit einem natürlichen Gottesempfinden, welches ohne den Einfluss von Religionen exitiert.    
Immerhin muss ja die Menschheit auf die Idee gekommen sein, das es höhere Wesen geben muss.    
 
Wo Schmerz vorherrscht, weil eine Liebe gebrochen wurde, zu einem Objekt, einem Götzen, einer Religion, der hatte aber deswegen noch lange nicht eine eigene persönliche Gottesbeziehung.    
Diese Aussteiger werden meist Atheisten.    
 
Der Aussteiger, weil er bereits eine persönliche Gottesbeziehung erlebt hat, weil dort ein spirituelles Empfinden vorhanden ist, der wird auch gläubig bleiben - ob er dies in einer konkreten Religion tun möchte oder nicht, bleibt ihm ungelassen.    
 
So gibt es bisher also zwei unterschiedliche Verfahren seitens eines Aussteigers, wie er nach einem Ausstieg weiterleben möchte: Der eine wird ohne Gott leben wollen, weil er so etwas wie Gott nie selber erlebt hat, oder die Erlebnisse die er hatte nunmehr Suggestionen zuschreibt, der andere wird nach wie vor Gott anbeten wollen, gerade weil er wegen Gott diese Gruppierung verlassen hatte, weil das im Herzen von Gott gegebene Gefühl, das Gott eben nicht bei den ZJ vorherrscht, das sein Geist sehr wohl auch individuell mit den Gläubigen agiert, das Gläubige sehr wohl aufgrund ihrer Entwicklung anders denken dürfen usw., der wird auch weiter an Gott glauben wenn er diese Gruppierung verlässt.
 
Die Gründe, wenn es um den Glauben geht, wieso jemand dort aussteigt, sind also entweder, das man den Glauben verloren hat, oder weil man einen persönlichen Gott erlebt - beide Wege sind authentisch, logisch und nachvollziehbar.
 
Wenn man trotz der Wachtturm-Lügen bei den ZJ bleiben möchte
 
Klar gibt es aber auch Leute, die dennoch bleiben wollen, gerade weil sie dort Familie haben.    
Diese Menschen haben eine enorme Energie welche bewundernswert ist.    
Zum einen, weil sie eine Scharade spielen können, aufrichtige ZJ zu sein.     
Aber in Wahrheit bleiben sie nur um der Familie wegen, sei es als Ehemann, Mutter oder Enkelkind.
Hier herrscht eine natürlich empfundene liebevolle familiäre Bindung vor, der es egal ist was der Wachtturm sagt, die mit diesen lügen leben können, weil es die Liebe aus der Familie ist, die den dazu nötigen Halt gibt.    
Ich muss über solche Menschen gar nicht mehr viel schreiben, denn sie haben bereits alles, was sie brauchen um mit dieser Situation umzugehen - ich höre aber immer wieder, das es für diese auch nicht leicht ist, ständig nur was vor zu machen - diese Art der Liebe ist einzigartig.    
Ich vermag weder diese nachzuvollziehen oder zu analysieren, ist es doch ein Beispiel dafür, wie groß und einzigartig die Liebe werden kann, ja das sie stärker als die Wachtturmregeln sein kann.
Liebe kann man hier nicht mehr erklären.

Liebe ist. 

Einfach weil sie ist.

 
Und nicht weil man sie erklären könnte.
Wenn mir etwas einfällt, um solchen Menschenfreunden irgendwie einen Tip zukommen zu lassen, dann werde ich das hier bestimmt festhalten wollen.
Aber meine Wünsche und Gebete der Kraft gehen auch an euch und müssen erstmal reichen.