1.3. Die „geistige Speise“ des „Sklaven“

 
 
1.3. Die „geistige Speise“ des „Sklaven“
 
In den Jahrzehnten wo dieser „Sklave“ also schon aktiv ist, wird natürlich immer wieder von seiner göttlichen Autorität in den verschiedensten seiner eigenen Publikationen berichtet.
Seine „Speise“ sind die schriftlichen Veröffentlichungen der Wachtturmgesellschaft (WTG), im speziellen die Schriften für die Anhängerschaft, den Zeugen Jehovas.
Während die Bibel nur zweimal dieses Gleichnis vom „treuen und verständigen Sklaven“ aufweist, dies als rhetorische Frage in der sich jeder Christ als „Sklave“ (als Dienender für seine Mitmenschen) sehen darf, so ist es in der gesamten Literatur der WTG der letzten 40 Jahre (1970-2010) auf gut über 1000 Einträge in allein den Wachttürmen gekommen, welche immer wieder zur eigenen Selbstdarstellung „als von Gott eingesetzt“ in Form der Eigen-Proklamation gebracht werden.
Die gedruckte Form der „geistigen Speise“ wird als ein Beweis gesehen, von Jesus eigens dafür eingesetzt zu sein:
 
„Der „treue und verständige Sklave“ verbreitet schon lange hauptsächlich durch den Wachtturm helleres Licht...“ – WT 15.04.2010.
 
 
Erläuterung des Autors (EdA):
„... helleres Licht“ = Neues Bibelwissen und -auslegung, vorgegebene Interpretationen vom „Sklaven“.
 
„Sind wir nicht dankbar, dass der „treue und verständige Sklave“ für biblische Veröffentlichungen sorgt, die uns helfen, einheitlich zu lehren, und das Evangelisieren vereinfachen?“ - WT 15.02.08.
 
 
EdA.:
„Evangelisieren“ = Der Versuch, andere Menschen zu ZJ zu machen, zu Anhängern der Organisation der ZJ.
 
 
 
„Alle in der Versammlung erkennen an, dass der von Jesus eingesetzte „treue und verständige Sklave“ geistige Speise zur rechten Zeit austeilt. Wer diese „Speise“ gern studiert und sich danach ausrichtet, lässt erkennen, dass er sich Christus unterordnet, was zum Frieden und zur Einheit beiträgt.“
- WT 15.03.2008.
 
„Der treue und verständige Sklave sorgt für geistige Speise, die unter anderem durch Älteste in den Versammlungen ausgeteilt wird." - WT 15.06.08
 
„Außerdem sorgt „der treue und verständige Sklave“ in den gegenwärtigen letzten Tagen für geistige „Speise zur rechten Zeit“, für Anleitung, was die Anwendung biblischer Grundsätze und das Verständnis biblischer Prophezeiungen betrifft.“ - WT 01.10.1999
 
 
 EdA:
„... gegenwärtigen letzten Tage“ = ZJ glauben das Harmagedon, das Ende dieses Bösen von Menschen (und dem Teufel) geführten System „bald“ von Gott zunichte gemacht wird. Das Thema Endzeit wird bezeiten hier auf dieser Seite noch etwas vertieft (in Planung).
 
 
 
„In Übereinstimmung mit diesen Geboten hat der „treue und verständige Sklave“ dafür gesorgt, daß unsere Zusammenkünfte — Versammlungszusammenkünfte, Kreiskongresse, Tagessonderkongresse, Bezirkskongresse und internationale Kongresse — mit dem Singen eines Königreichslieds beginnen und enden.“ - WT 01.05.1994.
 
„Gottes Dienerkörperschaft, der „treue und verständige Sklave“, hat die Aufgabe, uns diese Dinge anhand des Wortes Gottes zu erklären, und sie hat es bis heute getan.“ - WT 01.08.71
 
 
 
Ich könnte sehr lange mit solchen Zitaten fortsetzen.
Es kann sich übrigens kein einziger ZJ daran erinnern, dass er jemals persönlich von Jesus dazu eingesetzt wurde, als „Sklave“ über die „Hausgemeinschaft Speise zu verteilen“; sprich:
Kein ZJ kann behaupten, oder hat je behauptet, eine persönliche Berufung von Gott erhalten zu haben, um Bibel-erklärende Texte zu veröffentlichen oder zu verbreiten.
 
Zirkelschluss:
Man wurde zum „Sklaven“ berufen, sonst wäre man ja nicht der „Sklave“.
Erweiterter Zirkelschluss:
Der „Sklave“ ist berufen um „geistige Speise“ zu liefern, was man daran erkennt, das er „geistige Speie“ liefert.
Jede „Berufung“ eines Zeugen Jehovas an sich hat eher die Natur, dass er irgendwann einmal von einem anderen ZJ dazu überzeugt wurde „berufen“ zu sein.
Egal ob als Kind oder Erwachsener.
 
In den folgenden Seiten wird noch ausführlich darauf eingegangen, was das „wie“ betrifft, wie man so etwas jemand anderen völlig unspektakulär einreden kann, „berufen“ zu sein, indem man einfach diesen Begriff eine neue Bedeutung gibt.
Diese Behauptung, dennoch von Jesus eingesetzt zu sein, mag im Vergleich zu anderen Religionen und deren „Absolutheitsanspruch“, ebenso und absolut berechtigterweise, als völlig profan oder willkürlich erscheinen.
Es ist zwar nicht auszuschließen, dass es eine persönliche Berufung im Leben eines Menschen geben mag – so in etwa, wie ich mich berufen fühle diese Seiten zu schreiben.
Jedoch ist es innerhalb dieser Organisation die Regel, so etwas gar nicht erst zu untermauern.
Die "leitende Körperschaft" belässt es vielmehr bei der pauschalen Aussage „von Jesus eingesetzt zu sein“, was als Dogmatik den internen Zweck nicht verfehlt.